VW Konzern: Elektroauto-Absatzeinbruch in den USA und China

VW Konzern: Elektroauto-Absatzeinbruch in den USA und China
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Sebastian Henßler
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Der Automobilhersteller Volkswagen hat im ersten Halbjahr 2026 weltweit 4,13 Millionen Fahrzeuge an Kund:innen ausgeliefert, ein Rückgang um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 4,41 Millionen Einheiten. Zulegen konnte die Volkswagen Group vor allem in Europa und Südamerika, während die USA und China für deutliche Bremsspuren in der Bilanz sorgten. Besonders bei den vollelektrischen Modellen (BEV) zeigt sich die Kluft zwischen den Regionen.

In Europa lieferte der Konzern rund 2,04 Millionen Fahrzeuge aus, ein Plus von dreieinhalb Prozent. Westeuropa wuchs um fast drei Prozent, Zentral- und Osteuropa sogar leicht über sieben Prozent, im Heimatmarkt Deutschland betrug der Zuwachs 2,7 Prozent. In Südamerika stiegen die Auslieferungen um rund acht Prozent auf 327.200 Fahrzeuge, getragen vom Hauptmarkt Brasilien mit einem Plus von 17,1 Prozent. Nordamerika verzeichnete insgesamt ein Minus von etwas über drei Prozent auf 447.500 Fahrzeuge, wobei sich der Trend im zweiten Quartal mit einem Zuwachs von an die acht Prozent bereits wieder drehte. Schwerer wiegt der Rückgang in der Region Asien-Pazifik, wo die Auslieferungen um 24,0 Prozent auf rund 1,12 Millionen Einheiten sanken, maßgeblich verursacht durch ein Minus von 25,9 Prozent in China.

„Die Volkswagen Group ist im ersten Halbjahr außerhalb Chinas insgesamt um rund zwei Prozent gewachsen“, erklärte Marco Schubert, Mitglied der Erweiterten Konzernleitung für Vertrieb. Der schwächeren Entwicklung in China mit ihrer „deutlich rückläufigen Gesamtmarktentwicklung“ habe man sich trotz erster positiver Impulse durch neu eingeführte, lokal entwickelte Elektroautos nicht entziehen können.

Bei den vollelektrischen Fahrzeugen summierten sich die weltweiten Auslieferungen auf 438.500 Einheiten, ein Rückgang um sechs Prozent gegenüber 465.600 Fahrzeugen im Vorjahreszeitraum. Europa bleibt dabei der Wachstumsmotor: Der Elektro-Anteil in Westeuropa stieg von 20 auf 21 Prozent, die Auslieferungen legten im ersten Halbjahr um 8,4 Prozent auf 377.000 Fahrzeuge zu, allein im zweiten Quartal um 5,7 Prozent auf 200.700 Einheiten.

Deutlicher E-Autoabsatz-Einbruch in den USA und China

In den USA hat sich das Bild dagegen gedreht. Nach dem Auslaufen staatlicher Förderprogramme und unter dem zusätzlichen Einfluss erhöhter Zölle brach der BEV-Absatz der Volkswagen Group im ersten Halbjahr um 68,8 Prozent auf 9800 Fahrzeuge ein, im zweiten Quartal allein wurden nur noch 5800 Elektroautos ausgeliefert, ein Minus von 49,0 Prozent. Der gesamte BEV-Markt in den USA verzeichnete inklusive der Zollauswirkungen laut Konzernangaben sogar einen Rückgang um 69 Prozent.

Auch in China bleibt die Lage angespannt, wenngleich sich die Entwicklung im Jahresverlauf etwas stabilisiert hat. Von Januar bis Juni sanken die BEV-Auslieferungen dort um 47,9 Prozent auf 30.900 Fahrzeuge, im zweiten Quartal fiel der Rückgang mit 35,6 Prozent auf 21.500 Einheiten spürbar geringer aus. Erste Impulse liefern dabei die neuen, lokal entwickelten Elektromodelle des Konzerns. Zusätzlich gewinnt in China der Range Extender-Antrieb (EREV) an Bedeutung, vom kürzlich eingeführten Modell ID. ERA 9X4 wurden bereits mehr als 10.000 Einheiten ausgeliefert.

Europas Auftragsbücher füllen sich spürbar

Deutlich optimistischer fällt der Blick auf den europäischen Auftragsbestand aus. Dieser stieg gegenüber dem Jahresende 2025 um mehr als 50 Prozent, wobei die BEV-Auftragseingänge im zweiten Quartal ebenfalls um mehr als 50 Prozent zulegten. Maßgeblich beigetragen hat die kürzlich eingeführte Electric Urban Car Family: Für VW ID. Polo, Škoda Epiq und Cupra Raval gingen zusammen bereits mehr als 54.000 Bestellungen ein, obwohl von den vier geplanten Modellen bislang erst drei verfügbar sind.

Über alle Antriebsarten hinweg stiegen die Auftragseingänge um vier Prozent, der Gesamtauftragsbestand wuchs um rund zwölf Prozent, wobei Elektro-Modelle mittlerweile einen Anteil von über 30 Prozent daran ausmachen.

Auch bei Plug-in-Hybriden (PHEV) und Range Extender-Modellen (EREV) verzeichnete die Volkswagen Group Zuwächse: Weltweit wurden 246.000 Fahrzeuge dieser Antriebsarten ausgeliefert, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu den meistverkauften BEV-Modellen des Konzerns zählten im ersten Halbjahr der Škoda Elroq mit 59.900 Einheiten, der Volkswagen ID.4/ID.5 mit 53.700 Einheiten sowie der Škoda Enyaq mit 48.300 Einheiten.

Meistverkaufte vollelektrische Fahrzeuge im ersten Halbjahr 2026

  1. Škoda Elroq 59.900
  2. Volkswagen ID.4/ID.5 53.700
  3. Škoda Enyaq (inkl. Coupé) 48.300
  4. Volkswagen ID.3 44.400
  5. Audi Q4 e-tron (SUV/Sportback) 33.800
  6. Audi Q6 e-tron (SUV/Sportback) 31.900
  7. Volkswagen ID.7 (inkl. Tourer) 29.500
  8. Volkswagen ID. Buzz (inkl. Cargo) 27.200
  9. Cupra Born 20.800
  10. Audi A6 e-tron (Avant/Sportback) 18.400

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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