Ford Pro, die Nutzfahrzeugsparte des US-amerikanischen Automobilherstellers Ford, nutzt die IAA Transportation in Hannover, um seine alltagstauglicheren und vielseitigeren elektrischen Transporter vorzustellen. Wichtigste Neuheit ist eine neue Variante des großen E-Transit mit 96-kWh-Batterie und bis zu 432 Kilometern Reichweite. Gleichzeitig zeigt Ford den kleineren Transit City erstmals in mehreren Aufbauvarianten und erweitert sein Angebot um digitale Dienste für Flottenbetreiber.
Die größere Batterie verschafft dem E-Transit laut Ford 115 Kilometer zusätzliche Reichweite gegenüber der Standardversion mit 68-kWh-Akku. Geladen wird mit bis zu 180 kW Gleichstrom. Innerhalb von zehn Minuten sollen sich bis zu 120 Kilometer Reichweite nachladen lassen, von zehn auf 80 Prozent benötigt der Transporter nach Herstellerangaben 28 Minuten. Die neue Variante ist als Kastenwagen und Doppelkabine bestellbar.
Damit macht Ford einen deutlichen Schritt nach vorne, auch wenn andere Hersteller auf der IAA technisch ambitionierter auftreten. Renault bringt den neuen Trafic E-Tech mit 81-kWh-Batterie, mehr als 470 Kilometern Reichweite und 800-Volt-Technik. Kia setzt beim größeren PV7 ebenfalls auf 800 Volt und stellt mehr als 460 Kilometer in Aussicht. Gerade beim Schnellladen verschiebt sich der Maßstab für elektrische Transporter damit weiter nach oben.
Vielseitige Aufbauten möglich
Ford setzt dagegen stärker auf ein Gesamtpaket für konkrete gewerbliche Einsatzfälle. Besonders deutlich wird das beim Transit City. Der elektrische Eintonner wird in Hannover als Pritschenwagen, mit Kofferaufbau sowie als Kastenwagen mit Regal-Innenausbau gezeigt. Koffer und Pritsche können bereits direkt über die Ford Transit Center bestellt werden. In Deutschland arbeitet Ford zudem mit 39 zertifizierten Aufbauherstellern zusammen.

Der Transit City selbst ist bewusst nicht auf maximale Reichweite ausgelegt. Seine 56 kWh große LFP-Batterie versorgt einen 110 kW starken Elektromotor und ermöglicht bis zu 254 Kilometer. Am DC-Lader sind maximal 87 kW möglich, von 10 auf 80 Prozent soll es rund eine halbe Stunde dauern. Für Lieferdienste, Handwerker oder kommunale Flotten dürfte das häufig ausreichen. Ab 2027 soll zudem eine elektrische Nebenabtriebsschnittstelle verfügbar sein, über die beispielsweise Kühlaufbauten mit Energie versorgt werden können.
Für jeden Anwendungsfall eine Lösung
Der Ford-Auftritt passt damit zu einem zentralen Trend der diesjährigen IAA Transportation. Während Fiat mit dem nur 3,17 Meter langen Elektro-Dreirad Tris die letzte Meile adressiert, zeigen Renault und Kia größere Transporter mit hohen Reichweiten und moderner Ladetechnik. Ford deckt vom Transit City bis zum reichweitenstärkeren E-Transit ebenfalls unterschiedliche Einsatzprofile ab. Auch bei schweren Nutzfahrzeugen schreitet die Elektrifizierung voran. MAN zeigt etwa den überarbeiteten eTGX mit bis zu 720 Kilometern Reichweite und maximal 750 kW Ladeleistung per Megawatt Charging System. Für nahezu jeden Anwendungsfall gibt es inzwischen also die vollelektrische Nutzfahrzeuglösung.
Ford rückt zugleich die Wirtschaftlichkeit des Betriebs in den Mittelpunkt. Die neuen Dienste Uptime Services und Uptime Insights analysieren Fahrzeugdaten, sollen Wartungsbedarf frühzeitig erkennen und ungeplante Standzeiten reduzieren. Ein Pilotprojekt umfasste rund 11.000 vernetzte Fahrzeuge, nun werden die Angebote deutschlandweit eingeführt.
Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 14. September 2026









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