Ford schickt ersten China-Elektrotransporter nach Europa

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Ford bringt seinen in China gefertigten Elektro-Transporter Transit City nach Europa. Seit dem zweiten Quartal können europäische Kund:innen den Van bestellen, die ersten Auslieferungen sollen noch vor Jahresende beginnen. Die erste Charge umfasst rund 1000 Fahrzeuge. Damit startet ein Modell in den europäischen Markt, das ursprünglich für den chinesischen Heimatmarkt entwickelt wurde und nun Teil einer globalen Exportoffensive ist. Für Flottenbetreiber:innen, die den Umstieg auf elektrische Nutzfahrzeuge planen, entsteht damit ein zusätzliches Angebot im preisgünstigeren Segment.

Der Transit City ist als kostengünstiger Van für den Lieferverkehr konzipiert. Entwickelt hat ihn das Gemeinschaftsunternehmen von Ford mit der Jiangling Motors Group, gebaut wird er im Werk Xiaolan in der ostchinesischen Stadt Nanchang. Für Spediteur:innen und Zusteller:innen, die auf der letzten Meile elektrisch unterwegs sein wollen, entsteht damit eine zusätzliche Option im Einstiegssegment. Die Auslegung auf kompakte Touren unterscheidet den Transit City von größeren, für Fernstrecken konzipierten Nutzfahrzeugen.

Ford Transit City: Reichweite und Ladezeit für den Liefereinsatz

Angetrieben wird der Transit City von einem 110 Kilowatt starken Elektromotor an der Vorderachse. Die Energie liefert eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 56 Kilowattstunden Kapazität, die nach WLTP-Zyklus für 254 Kilometer Reichweite reicht. An einer Schnellladesäule genügen zehn Minuten, um zusätzliche 50 Kilometer nachzuladen, was besonders für Zustelltouren mit kurzen Standzeiten relevant sein dürfte. Die Nutzlast liegt bei bis zu 1,6 Tonnen, das Ladevolumen bei bis zu 8,5 Kubikmetern.

Für den europäischen Markt sind drei Karosserievarianten vorgesehen. Dazu zählen eine Version mit kurzem Radstand und niedrigem Dach, eine Ausführung mit mittlerem Radstand und Hochdach sowie eine Fahrgestell-Kabinen-Variante für individuelle Aufbauten. Je nach Einsatzzweck lässt sich damit ein passendes Format wählen, von der kompakten Stadtlieferung bis zum größeren Ladevolumen. Die Fahrgestell-Kabinen-Version richtet sich vor allem an Aufbauhersteller, die eigene Lösungen auf die Basis setzen.

Serienmäßig verbaut sind mehrere Fahrassistenzsysteme, darunter eine automatische Notbremsung, ein Spurhalteassistent, eine intelligente Geschwindigkeitsbegrenzung sowie ein adaptiver Tempomat. Im Innenraum sorgt ein 12,3 Zoll großer Zentralbildschirm für die Bedienung, der sowohl Apple CarPlay als auch Android Auto unterstützt. Damit orientiert sich die Ausstattung an Standards, wie sie zunehmend auch in kleineren Nutzfahrzeugen erwartet werden, obwohl der Transit City im Einstiegssegment positioniert ist.

Kostenvorteile treiben die China-Strategie

Hinter dem Export steht die Strategie „In China, For the World“, mit der Ford den Transit City künftig in 52 Länder und Regionen auf fünf Kontinenten liefern will. Der Hersteller verspricht sich davon niedrigere Produktionskosten und eine breiter aufgestellte globale Fertigungsbasis. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der amerikanische und europäische Automobilhersteller unter Druck stehen, ihre Kosten zu senken, um mit chinesischen E-Auto-Herstellern mithalten zu können.

Neben dem Joint Venture mit Jiangling Motors unterhält Ford in China eine weitere Kooperation mit Changan Automobile, in der Fahrzeuge der Marken Ford und Lincoln entstehen. Beide Gemeinschaftsunternehmen bilden die Basis für die wachsenden Exportaktivitäten des Konzerns.

Seit 2022 hat Ford die Ausfuhren aus seinen chinesischen Joint Ventures deutlich gesteigert. Im Jahr 2025 exportierte der Konzern 184.000 Fahrzeuge aus China, mehr als doppelt so viele wie 2022. Die Modelle gingen in 80 Länder, darunter die USA, Kanada, Australien und Südafrika sowie zahlreiche Märkte im Nahen Osten, in Südostasien und Lateinamerika. Der Transit City reiht sich in diese Entwicklung ein und erweitert das Exportportfolio nun erstmals um ein speziell für den europäischen Lieferverkehr ausgelegtes Elektro-Nutzfahrzeug.

Quelle: Automobilwoche – Ford bringt Elektro-Van aus China nach Europa

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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