VW ID. Buzz: Warum der Elektro-Bulli zum Problem wird

VW ID. Buzz: Warum der Elektro-Bulli zum Problem wird
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Daniel Krenzer

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Der VW ID. Buzz gehört zu den erfolgreicheren und besonders beachteten Elektroautos des Volkswagen-Konzerns. Trotzdem wird der elektrische Bulli für den Standort Hannover zunehmend zum Problem. Denn obwohl die Verkaufszahlen zuletzt deutlich gestiegen sind, bleiben sie noch immer weit hinter den Stückzahlen zurück, für die das Werk einst geplant wurde. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Das Problem hat seinen Ursprung auch in einer strategischen Entscheidung aus der Ära des früheren Konzernchefs Herbert Diess. Volkswagen und Ford vereinbarten 2019 eine weitreichende Zusammenarbeit bei leichten Nutzfahrzeugen. Der aktuelle VW-Transporter basiert deshalb auf dem Ford Transit Custom und wird nicht mehr in Hannover, sondern bei Ford in der Türkei gebaut – und inzwischen verkauft Ford mehr Transporter als VW selbst. Im Gegenzug sollte das deutsche Werk stärker auf die elektrische Zukunft ausgerichtet werden.

Eine zentrale Rolle spielte dabei der ID. Buzz. Hinzukommen sollte unter anderem das elektrische Audi-Projekt „Landjet“. Doch dieses wurde mehrfach verschoben und schließlich nicht wie ursprünglich vorgesehen in Hannover umgesetzt. Damit fehlt dem Werk heute vor allem Volumen. Während 2017 noch mehr als 200.000 Nutzfahrzeuge in Hannover vom Band liefen, waren es 2025 nur noch rund 113.500.

Mehr als 60.000 ID. Buzz reichen VW nicht

Dabei entwickelt sich der ID. Buzz auf den ersten Blick keineswegs schlecht. 2025 wurden mehr als 60.000 Exemplare produziert beziehungsweise ausgeliefert – etwa doppelt so viele wie im Jahr zuvor. In Europa erreichte der Elektro-Bulli nach VW-Angaben zeitweise einen Marktanteil von fast 25 Prozent in seinem Segment.

Für Hannover reicht das dennoch nicht. Laut Handelsblatt soll Volkswagen bei der Planung 2022 noch mit mehr als 100.000 ID. Buzz pro Jahr kalkuliert haben. Das Werk ist entsprechend auf deutlich höhere Stückzahlen ausgelegt. Zeitweise sollen die Fabrikkosten deshalb sogar einen fünfstelligen Eurobetrag je Fahrzeug erreicht haben, während Volkswagen für europäische Werke künftig rund 3000 Euro anstrebt.

Auch 2026 setzt sich diese Problemstellung bislang fort. Im ersten Halbjahr lieferte Volkswagen weltweit 27.200 ID. Buzz einschließlich Cargo aus. Damit gehört das Modell zwar weiterhin zu den meistverkauften Elektroautos des Konzerns, das Tempo des Vorjahres wird bislang aber nicht erreicht. Besonders enttäuschend verlief der ursprünglich mit großen Erwartungen verbundene US-Start. Dort setzte Volkswagen den ID. Buzz bewusst als emotionales Elektro-Aushängeschild ein. Hoher Preis und vergleichsweise geringe Reichweite bremsten jedoch die Nachfrage. Für das Modelljahr 2026 wurde der Verkauf vorübergehend ausgesetzt.

Elektrostrategie von VW grundsätzlich erfolgreicher

Die Schwierigkeiten des ID. Buzz bedeuten allerdings nicht, dass Volkswagen mit seiner Elektrostrategie generell scheitert. 2025 steigerte der Konzern seine weltweiten Elektroauto-Auslieferungen um 32 Prozent auf 983.100 Fahrzeuge. In Europa kam Volkswagen auf rund 27 Prozent Marktanteil und war damit Marktführer.

Im ersten Halbjahr 2026 entwickelte sich das Bild regional sehr unterschiedlich. Weltweit gingen die E-Auto-Auslieferungen um knapp sechs Prozent auf 438.500 Fahrzeuge zurück – vor allem wegen massiver Einbrüche in C hina und den USA. In Europa legten sie dagegen um gut acht Prozent zu. Gleichzeitig wuchs der europäische Auftragsbestand für Elektroautos gegenüber Ende 2025 um mehr als 50 Prozent.

Mit ID. Polo und weiteren günstigen Elektroautos der neuen Electric Urban Car Family will Volkswagen nun stärker in das Volumensegment vorstoßen. Genau darin liegt der Unterschied zum ID. Buzz: Der Elektro-Bulli funktioniert als eigenständiges, emotionales und vergleichsweise hochpreisiges Produkt durchaus. Als alleiniger Volumenträger für ein großes Werk wie Hannover war er jedoch offenbar zu optimistisch eingeplant. Langfristig könnte erneut ein elektrischer Bulli helfen. Nach Informationen des Handelsblatts gibt es im Konzern Bestrebungen, möglichst schnell eine neue Generation auf Basis der ab 2028 vorgesehenen einheitlichen und moderneren Elektroarchitektur zu entwickeln. Hannover will sich um deren Produktion bewerben.

Quelle: Handelsblatt – Kooperation mit Ford wird für Volkswagen zum Bulli-Bumerang

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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