Verkehrsminister Scheuer will Elektroauto-Kaufprämie erhöhen

Verkehrsminister Scheuer will Elektroauto-Kaufprämie erhöhen
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 176683400

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Wie bereits Ende März berichtet plant Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) längere und stärkere steuerliche Anreize zur Förderung der Elektromobilität. So befürwortet er eine Förderung von Elektroautos bis Ende des kommenden Jahrzehnts. Ein entsprechender Gesetzesentwurf zur weiteren steuerlichen Förderung unterstreicht die Tatsache, dass die Bundesregierung mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen bringen und Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität machen möchte.

Umweltbonus: Bis zu einem Fünftel des Kaufpreises als E-Auto Förderung

Nun scheint Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) konkreter werden zu wollen und ein deutliches Zeichen für die E-Mobilität setzen zu wollen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen zu berichten weiß, soll die Kaufprämie für E-Autos deutlich ausgeweitet werden.

„Das Ministerium will sowohl höhere Beträge als auch eine längere Förderdauer als vom Wirtschaftsministerium vorgeschlagen.“

Sollte der Vorschlag wie angedacht umgesetzt werden und nur die Bundesregierung ihren Förderanteil erhöhen, dann könnten schon bald für reine E-Autos 6.000 Euro Umweltbonus, sowie für Plug-In-Hybride 4.500 Euro fällig werden, sofern diese nicht mehr als 30.000 Euro kosten.

Elektroautos bis zu einem Wert von 60.000 Euro sollen künftig mit einem Bundesanteil von 2.500 Euro gefördert werden, also 500 Euro mehr als bislang. Des Weiteren sollen auch Taxen und Lieferwagen unabhängig vom Kaufpreis mit einer erhöhten Prämie auf 4.000 beziehungsweise 3.000 Euro profitieren.

Bis zu einem Fünftel des Kaufpreises bei „Kleinwagen“ mit dem neuen Umweltbonus zu fördern ist definitiv eine Ansage. Die bisherigen Regelungen laufen Ende Juni aus. Wirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) hatte vorgeschlagen, sie zunächst weitgehend unverändert bis Ende 2020 zu verlängern.

Zum aktuellen Zeitpunkt wollte sich das  Verkehrsministerium zu den Informationen nicht äußern und verwies auf die laufenden Abstimmungen innerhalb der Regierung. Im Umweltministerium und bei der SPD dürfte der Vorstoß zumindest auf Sympathie treffen. Aus ihren Reihen waren ebenfalls eine deutliche Verlängerung und Erhöhung der Prämie verlangt worden.

Bilanz des Umweltbonus seit Juni 2016

Seit der Einführung der Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride im Juni 2016 wurden bereits gut 110.000 Förderanträge gestellt, davon mehr als 70.000 für reine Elektroautos, die mit 4000 Euro bezuschusst werden, sowie gut 40.000 für Plug-in-Hybride, bei denen Käufer 3000 Euro erhalten. Zuletzt stiegen die Anträge für reine Elektroautos deutlich stärker als für die Teilzeitstromer. Die Fördersumme tragen der Staat und die Autohersteller zu gleichen Teilen.

Andere Stellhebel müssen ebenfalls bewegt werden

Erst kürzlich hatte Scheuer verkündet, dass bis 2030 zehn Millionen Elektro-PKW benötigt werdne, um die gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen. Des Weiteren brauche man allerdings auch noch 500.000 Elektro-Nutzfahrzeuge und 300.000 Ladepunkte, wie er auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zu verstehen gab.

Wie der Spiegel erfahren habe, will auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) etwas bewegen. So soll aus seiner Sicht nicht nur die sogenannte Dienstwagenregelung bis 2030 verlängert, sondern auch bei anderen Stellhebeln angesetzt werden.  Sinnvoll erscheint auch die von ihm angedachte Ausweitung auf Lieferwagen mit Elektroantrieb, die innerstädtisch unterwegs sind.

Quelle: T-Online.de – E-Autos: Verkehrsminister Scheuer will Kaufprämie erhöhen

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

Sebastian Henßler  —  

VDIK-Präsidentin Labbé schlägt eine staatliche Ladekarte mit Guthaben vor. Damit ließen sich Tarifchaos und umständliches Laden auf einen Schlag beseitigen.