USA: E-Auto- und Batteriehersteller stellen auf Energiespeicher um

USA: E-Auto- und Batteriehersteller stellen auf Energiespeicher um
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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Die schwache Nachfrage nach Elektroautos in den USA führt dazu, dass immer mehr Automobilhersteller und Batterieunternehmen umschwenken, um Energiespeichersysteme statt Batterien für Elektroautos zu produzieren. Die Nachfrage nach Energiespeichern dürfte laut einer Analyse von Reuters jedoch nicht schnell genug steigen, um den Überschuss an ungenutzten Produktionsflächen für Elektroautobatterien aufzufangen.

Während in den Vereinigten Staaten die Nachfrage nach Elektroautos ins Stocken geraten ist, dürfte die Nachfrage nach Speichersystemen insbesondere aufgrund des Bedarfs von Rechenzentren und Cloud-Computing, die enorme Mengen an Strom verbrauchen, weiterhin steigen. Die Speichersysteme nutzen Lithium-Ionen-Batteriezellen und speichern Strom, der häufig aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, um ihn in Zeiten hoher Nachfrage oder bei Netzbelastungen wieder abzugeben.

Energiespeicher als neue Einnahmequelle

Angesichts des drastischen Absatzrückgangs für Elektroautos beginnen Batteriehersteller in den USA mit der Umrüstung ihrer Fabriken und der Umschulung ihrer Mitarbeiter, um statt EV-Batterien künftig stationäre Stromspeicher herzustellen. Der US-Autobauer Ford erklärte, in den nächsten zwei Jahren rund zwei Milliarden Dollar (ca. 1,7 Milliarden Euro) in eine Abteilung für Batteriespeicher zu investieren, um „eine neue, diversifizierte und profitable Einnahmequelle zu schaffen“.

LG Energy Solutions (LGES), das in Nordamerika in eigenen Werken und zusammen in Joint Ventures mit General Motors, Honda und Hyundai Batteriezellen herstellt, will bis zum Jahresende 50 Gigawattstunden Batterien jährlich für Speicheranwendungen produzieren können. Dazu wird unter anderem ein Werk des Joint Ventures Ultium Cells mit General Motors umgerüstet.

Bob Lee, der die Nordamerika-Sparte von LGES leitet, rechnet weiterhin mit Überkapazitäten in der Region. Mit den geplanten 50 GWh für Speichersysteme erreicht LGES gerade einmal ein Drittel Auslastung seiner eigentlichen Kapazitäten in Nordamerika. Lee spricht von „Nachwirkungen“ des Einbruchs im Elektroautomarkt.

Umstellung kostet Zeit und Geld

Das Beratungsunternehmen Benchmark Mineral Intelligence rechnet in den USA für 2026 mit einer Nachfrage nach stationären Batterien von bis zu 76 GWh, während die Fabrikkapazität für Elektroautobatterien bei rund 275 GWh liegt. In den nächsten fünf Jahren rechnet das Unternehmen zwar mit einer annähernden Verdopplung der Nachfrage auf etwa 125 GWh, jedoch würde dies immer noch nicht ausreichen, um die für die Elektroautobranche installierten Überkapazitäten aufzufangen.

Für die Batteriehersteller wird die Umstellung zudem kosten- und zeitintensiv. Die meisten Energiespeichersysteme verwenden Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP). Die Umstellung auf die Batteriechemie, bei der aktuell China dominiert, kann bis zu 18 Monate dauern, wie Führungskräfte der Batterieindustrie gegenüber Reuters geäußert haben. Zusätzlich wird das Geschäft durch Handelsbarrieren erschwert, denn für Kathoden- und Anodenmaterial aus China werden in den USA Einfuhrzölle in Höhe von 35 Prozent fällig.

Tesla bereits erfolgreich im Geschäft

Die US-Automobilhersteller und Batterieunternehmen haben die Umstellung auf Energiespeichersysteme in den vergangenen Monaten beschleunigt und versuchen, zu Tesla aufzuschließen. Für den Elektroautohersteller stellt das Energiespeichergeschäft, das Tesla etwa ein Jahrzehnt lang aufgebaut hat, einen der am schnellsten wachsenden Geschäftsbereiche dar. Im vergangenen Jahr war der Bereich mit Bruttomargen von etwa 30 Prozent zudem profitabler als das Elektroautogeschäft mit 15 Prozent Bruttomargen.

Quelle: Reuters – Carmakers navigating the costly and tricky transition to battery storage systems

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