Rivian: Zusammenarbeit mit Redwood für Energiespeicher

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Maria Glaser
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Rivian und Redwood Materials haben vor wenigen Tagen eine neue Partnerschaft bekanntgegeben, bei der die Unternehmen ein Energiespeichersystem aufbauen wollen. Ziel ist es, damit Energiekosten zu senken und die Netzstabilität zu Spitzenlastzeiten zu unterstützen.

Das US-amerikanische Automobil- und Technologieunternehmen Rivian, das für Elektro-Modelle wie den E-SUV Rivian R2 sowie E-Lieferflotten für Unternehmen wie Amazon bekannt ist, wird in der Zusammenarbeit mehr als 100 wiederverwendete Batteriepacks zur Verfügung stellen, die in ein Energiespeichersystem integriert werden. Die Umsetzung durch das Unternehmen Redwood, das auf kritische Materialien und Energietechnologie spezialisiert ist, wird durch die firmeneigene Redwood-Pack-Manager-Technologie unterstützt. Der Energiespeicher soll im Rivian-Werk in Illinois entstehen und 10 Megawattstunden bereitstellen, die als gespeicherte Energie vor Ort einsetzbar sind.

Flexibel, sicher und bezahlbar

Der Pressemitteilung von Rivian zufolge sei dieses System schnell skalierbar und biete erhebliche Kostenvorteile durch den Einsatz sicherer und bewährter Batterien von Elektroautos. Außerdem ermögliche der Ansatz einen schnelleren und flexibleren Einsatz von Energiekapazitäten. Grundsätzlich seien an Standorten mit hohem Energiebedarf, wie beispielsweise Produktionsstätten, riesige Mengen an Energiespeichern nötig, um das erwartete Wachstum des Spitzenstrombedarfs auszugleichen – mehr als 600 Gigawattstunden bis 2030 allein in den USA. „Da der Energiebedarf wächst, muss unser Stromnetz flexibel, sicher und bezahlbar sein“, so RJ Scaringe, Gründer und CEO von Rivian. Dabei seien Elektroautos eine riesige, dezentrale und wettbewerbsfähige Energiequelle: „Unsere Partnerschaft mit Redwood ermöglicht es uns, die Batterien unserer Fahrzeuge über deren Lebensdauer hinaus zu nutzen und so zur Stabilität des Stromnetzes und zur Wettbewerbsfähigkeit Amerikas beizutragen“, sagte Scaringe.

Auch JB Straubel, Gründer und CEO von Redwood Materials, hebt die Notwendigkeit der Technologie hervor: „Der Strombedarf steigt schneller, als das Stromnetz ausgebaut werden kann, was das industrielle Wachstum einschränkt“, so Straubel. Die Bestände inländischer Batterien seien daher eine strategische Energieressource, die schnell ausgebaut werden könne, ohne jahrelang auf neue Infrastruktur warten zu müssen. Redwood, das 2017 als Recyclingunternehmen gegründet wurde, erschließt nicht nur Energiespeicher, sondern produziert in den USA auch in großem Maßstab wichtige Rohstoffe, wie Lithium, Nickel, Kobalt, Kupfer und Kathoden-Aktivmaterial.

Elektroauto-Akkus sind oft langlebiger als angenommen. Wenn ihre Kapazität für die Nutzung im Elektroauto zu niedrig ist, haben sie nicht noch nicht ausgedient. Im Gegenteil: Sie können vor dem Batterierecycling sinnvoll für ein sogenanntes zweites Leben in einem stationären Energiespeicher benutzt werden. Oft überleben sie sogar das Elektroauto und bleiben nach dessen Ausmusterung bestehen. Bei Spitzenlastzeiten, wie beispielsweise Hitzewellen durch Klimaanlagen, kann die Energie der Second-Life-Speicher sofort genutzt werden, erspart teure Kaufkosten und entlastet das Netz.

Quelle: Rivian – Pressemitteilung vom 14. April 2026

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Maria Glaser

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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