Rivian: Zusammenarbeit mit Redwood für Energiespeicher

Rivian: Zusammenarbeit mit Redwood für Energiespeicher
Copyright:

Rivian

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Rivian und Redwood Materials haben vor wenigen Tagen eine neue Partnerschaft bekanntgegeben, bei der die Unternehmen ein Energiespeichersystem aufbauen wollen. Ziel ist es, damit Energiekosten zu senken und die Netzstabilität zu Spitzenlastzeiten zu unterstützen.

Das US-amerikanische Automobil- und Technologieunternehmen Rivian, das für Elektro-Modelle wie den E-SUV Rivian R2 sowie E-Lieferflotten für Unternehmen wie Amazon bekannt ist, wird in der Zusammenarbeit mehr als 100 wiederverwendete Batteriepacks zur Verfügung stellen, die in ein Energiespeichersystem integriert werden. Die Umsetzung durch das Unternehmen Redwood, das auf kritische Materialien und Energietechnologie spezialisiert ist, wird durch die firmeneigene Redwood-Pack-Manager-Technologie unterstützt. Der Energiespeicher soll im Rivian-Werk in Illinois entstehen und 10 Megawattstunden bereitstellen, die als gespeicherte Energie vor Ort einsetzbar sind.

Flexibel, sicher und bezahlbar

Der Pressemitteilung von Rivian zufolge sei dieses System schnell skalierbar und biete erhebliche Kostenvorteile durch den Einsatz sicherer und bewährter Batterien von Elektroautos. Außerdem ermögliche der Ansatz einen schnelleren und flexibleren Einsatz von Energiekapazitäten. Grundsätzlich seien an Standorten mit hohem Energiebedarf, wie beispielsweise Produktionsstätten, riesige Mengen an Energiespeichern nötig, um das erwartete Wachstum des Spitzenstrombedarfs auszugleichen – mehr als 600 Gigawattstunden bis 2030 allein in den USA. „Da der Energiebedarf wächst, muss unser Stromnetz flexibel, sicher und bezahlbar sein“, so RJ Scaringe, Gründer und CEO von Rivian. Dabei seien Elektroautos eine riesige, dezentrale und wettbewerbsfähige Energiequelle: „Unsere Partnerschaft mit Redwood ermöglicht es uns, die Batterien unserer Fahrzeuge über deren Lebensdauer hinaus zu nutzen und so zur Stabilität des Stromnetzes und zur Wettbewerbsfähigkeit Amerikas beizutragen“, sagte Scaringe.

Auch JB Straubel, Gründer und CEO von Redwood Materials, hebt die Notwendigkeit der Technologie hervor: „Der Strombedarf steigt schneller, als das Stromnetz ausgebaut werden kann, was das industrielle Wachstum einschränkt“, so Straubel. Die Bestände inländischer Batterien seien daher eine strategische Energieressource, die schnell ausgebaut werden könne, ohne jahrelang auf neue Infrastruktur warten zu müssen. Redwood, das 2017 als Recyclingunternehmen gegründet wurde, erschließt nicht nur Energiespeicher, sondern produziert in den USA auch in großem Maßstab wichtige Rohstoffe, wie Lithium, Nickel, Kobalt, Kupfer und Kathoden-Aktivmaterial.

Elektroauto-Akkus sind oft langlebiger als angenommen. Wenn ihre Kapazität für die Nutzung im Elektroauto zu niedrig ist, haben sie nicht noch nicht ausgedient. Im Gegenteil: Sie können vor dem Batterierecycling sinnvoll für ein sogenanntes zweites Leben in einem stationären Energiespeicher benutzt werden. Oft überleben sie sogar das Elektroauto und bleiben nach dessen Ausmusterung bestehen. Bei Spitzenlastzeiten, wie beispielsweise Hitzewellen durch Klimaanlagen, kann die Energie der Second-Life-Speicher sofort genutzt werden, erspart teure Kaufkosten und entlastet das Netz.

Quelle: Rivian – Pressemitteilung vom 14. April 2026

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

Batterieboom: Wer profitiert und wer nicht?

Batterieboom: Wer profitiert und wer nicht?

Sebastian Henßler  —  

Der E-Auto-Batteriemarkt legt global um 9,1 Prozent zu. CATL baut seine Dominanz weiter stark aus – Koreas Hersteller verlieren an Boden.

Deutschland Spitze beim Batterie-Recycling – auf dem Papier

Deutschland Spitze beim Batterie-Recycling – auf dem Papier

Sebastian Henßler  —  

Patente rund um das Batterie-Recycling wachsen jährlich um stolze 42 Prozent. Asien dominiert mit 63 Prozent, BASF und Duesenfeld führen Europas Spitze an.

Batterie-Recycler Redwood Materials streicht jede zehnte Stelle

Batterie-Recycler Redwood Materials streicht jede zehnte Stelle

Tobias Stahl  —  

Redwood Materials hat rund 10 Prozent seiner Belegschaft entlassen. Der Batterie-Recycler will sich stärker auf Stationärspeicher konzentrieren.

Hält 1300 Grad aus: Forscher entwickeln ‚Brandmauer‘ für Batterien

Hält 1300 Grad aus: Forscher entwickeln ‚Brandmauer‘ für Batterien

Tobias Stahl  —  

Chinesische Forschende haben ein Isoliermaterial aus Aerogel entwickelt, das Batteriezellen vor dem thermischen Durchgehen bewahren soll.

Analyse: Batterieproduktion im Westen braucht neue Mechanismen

Analyse: Batterieproduktion im Westen braucht neue Mechanismen

Daniel Krenzer  —  

McKinsey zeigt: Ohne neue Preismechanismen droht der Westen bei der Batterieproduktion zurückzufallen – mit direkten Folgen für die Elektromobilität.

Neue Zellchemien gefährden wirtschaftliches Recycling

Neue Zellchemien gefährden wirtschaftliches Recycling

Daniel Krenzer  —  

Eine GRS-Studie zeigt, wie neue Batteriezellchemien Kosten senken, aber das Recycling vor neue Herausforderungen stellen – mit Folgen für die Elektromobilität.

Mangrove Lithium eröffnet erste Lithium-Raffinerie Kanadas

Mangrove Lithium eröffnet erste Lithium-Raffinerie Kanadas

Sebastian Henßler  —  

Mangrove Lithium eröffnet in Delta Nordamerikas erste Lithium-Raffinerie – 1000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr, genug für 25.000 Elektroautos