Umweltbundesamt will Verbrenner-Malus und E-Auto-Bonus

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Nachdem die Förderung von Elektroautos Mitte Dezember jäh gestoppt wurde, hat das Umweltbundesamt einen Vorschlag, wie Geld für einen neuen Elektroauto-Bonus generiert werden kann: Durch die Erhöhung der Steuer auf Verbrennerfahrzeuge. Autos mit hohem CO2-Ausstoß sollten nach Sicht der Umweltbehörde demnach stärker besteuert werden, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Mit den Einnahmen könnte man einen Bonus für den Kauf von kleinen und mittleren E-Autos gegenfinanzieren“, sagte Umweltbundesamt-Präsident Dirk Messner dem RND mit Blick auf eine höhere Besteuerung von Fahrzeugen mit hohem CO2-Ausstoß. Dazu führte er aus, dass die Behörde für ein Bonus-Malus-System sei, das sich am Verursacherprinzip orientiere: „Je höher der CO₂-Ausstoß eines Autos, desto größer sollte die steuerliche Belastung sein.“

Zwar sei die Abschaffung der E-Auto-Förderung sehr abrupt gekommen, insgesamt sei sie aber keine faire Lösung gewesen. „Fakt ist, dass die bisherige Förderung von E-Autos reformbedürftig war: Wir sollten stärker auf Menschen mit geringen Einkommen schauen und Fördermittel nicht mit der Gießkanne verteilen“, erläuterte Messner.

Vertrauen in Regierung erschüttert

Nachdem ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts Mitte November Teile des Bundeshaushalts für nichtig erklärt hatte, war recht schnell klar, dass die Förderung der Elektroautos auf der Kippe stehen könnte. Anfang Dezember hieß es dann tatsächlich, die Umweltprämie soll früher als geplant (2025) auslaufen, wenig später war gar vom Jahresende die Rede. Dann ging auf einmal alles ganz schnell – und am Samstag, dem 16. Dezember, wurde das Auslaufen am folgenden Sonntag, dem 17. Dezember verkündet.

Die Aufregung war groß, doch inzwischen garantieren die meisten Autohersteller, dass sie den Kunden übergangsweise den Differenzbetrag erstatten. Das Vertrauen in die Regierung wurde jedoch bei einigen schwer erschüttert. Der kurzfristige Wegfall der Förderung war im vergangenen Jahr eines derjenigen Themen, die unsere Leser am meisten umgetrieben haben.

Auch innerhalb der Regierung wurden bereits vor allem seitens der SPD Stimmen laut, eine schnelle Nachfolgelösung für die nun weggefallene Förderung von Elektroautos zu finden. In diesem Jahr sollten noch maximal 4500 Euro Förderung beim Kauf eines Elektroautos möglich sein, im vergangenen Jahr waren es noch bis zu 6750 Euro. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) als Vertreter der internationalen Fahrzeugbauer in Deutschland fordert indes eine Fortführung der Förderung emissionsarmer Fahrzeuge sowie ein langfristiges Förderkonzept.

Quelle: RND – „Umweltbundesamt will mit höherer Besteuerung von Verbrennern neuen E-Auto-Bonus finanzieren“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Dodo:

Meine Frage bezog sich auf die 25%! Nun schreibst du „alle“ Die 25% sind Unfug! Und zu deiner Frage, ja! Ladenetz wächst rasant. Wenn ich mir die Situation von vor nur wenigen Jahren und jetzt anschaue, dann sehe ich riesen Unterschied. Es gibt noch weiße Flecken mit weniger Lademöglichkeiten, aber in 10 Jahren sind die Verbrenner sicherlich nicht alle ersetzt. Wenn du kein BEV besitzt und fährst, brauchst du gar nicht mitreden, weil du das gar nicht siehst.

Thorsten G.:

Willst du ernsthaft behaupten bis 2035 wäre die Infrastruktur möglich, alle Verbrenner durch BEV zu ersetzen? Ganz sicher nicht in D

Walter Wolf:

… und in der Zwischenzeit übernehmen die Chinesen den Automobilsektor und bei uns werden zehntausende Arbeiter entlassen werden. Gefundenes Fressen für die die AFD. Bravo

Ulli der Eracer:

Die Franzosen machen es doch richtig vor! Keine Steuererhöhung für die bestehenden Verbrenner die ja schon in 2ter und 3ter Hand sind, sondern ein richtig fetten Aufschlag auf den Kaufpreis für neue Verbrenner insbesondere auf SUV’s und fett motorisierte Fahrzeuge. Denn dann würde es die treffen, die es richtig dicke haben und in unserem tollen Staat die Nutznießer der ganzen Subventionen waren all die Jahre. Da aber unsere Abgeordneten zu eben dieser Lobby mit gehören oder zumindest von denen bezahlt werden wird es das in Deutschland nie geben. Es sei denn die etablierte korrupte Lige nimmt komplett ihren Hut.

Spock:

Die Regelung in Frankreich finde ich sehr gut, von seiner Ausgestaltung her. Die Beträge z.B. Jahreseinkommen müssten natürlich auf DE angepasst werden.
Eine Verbrenner Besteuerung ohne jegliche E-Förderung fände ich persönlich aber noch besser. Sonst gehen die entsprechenden Fahrzeugpreise schnell wieder hoch und der Hersteller streicht sie ein und nicht der Kunde.

panibodo:

Ansatz! Aber auch nicht mehr. Ein erneuter Bonus für e-Autos wäre völliger Unsinn.

Volker:

Dann müssen die Rahmenbedingungen geändert werden. Blick nach Norwegen: Dort lagen die Neuzulassungen für reine E-Autos 2023 bei über 82%.

Volker:

Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Staat zu bescheißen, dann wird auch beschissen. So wie seinerzeit mit der großen Umweltprämie: Model 3 kaufen, 9.570 Euro einsacken, den Wagen nach einem halben Jahr mit operativem Gewinn verkaufen, neuen Model 3 kaufen, Prämie einsacken…
Es gab Gebrauchtwagenhändler, die sich darauf spezialisiert hatten.

Dodo:

Mehr als 25% funktioniert nicht…. Sagt wer?

Smartino:

Dann müssen eben die Rahmenbedingungen verbessert werde. Nichts tun bringt nichts.

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