Stellantis: Xpeng und Xiaomi als Retter für Opel und Fiat?

Stellantis: Xpeng und Xiaomi als Retter für Opel und Fiat?
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis prüft offenbar eine grundlegende Neuausrichtung seines Europageschäfts. Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg haben Unternehmensvertreter Gespräche mit den chinesischen Technologiekonzernen Xiaomi und Xpeng geführt. Dabei soll es unter anderem um den Erwerb von Anteilen an Stellantis-Marken wie Maserati gegangen sein – sowie um den Zugang zu Produktionskapazitäten in Europa.

Hintergrund ist die unterschiedliche Entwicklung der Konzernsparten auf beiden Seiten des Atlantiks. In Nordamerika hat Stellantis Investitionen von rund 11,3 Milliarden Euro angekündigt, um die Modellpalette von Marken wie Jeep und Ram zu erneuern. Die Nachfrage dort zieht bereits wieder an. Das Europageschäft hingegen – mit Marken wie Fiat, Opel und Peugeot – kämpft mit Überkapazitäten, intensivem Wettbewerb und den hohen Kosten der Elektromobilitätswende. Das Management sehe in den USA daher deutlich bessere Renditeaussichten, heißt es aus dem Unternehmensumfeld.

Auf eine Anfrage wollte sich Stellantis offiziell nur zurückhaltend äußern: „Im Rahmen seiner üblichen Geschäftstätigkeit führt Stellantis mit verschiedenen Branchenakteuren weltweit Gespräche zu unterschiedlichsten Themen – stets mit dem Ziel, den Kunden die besten Mobilitätslösungen zu bieten“, erklärte der Konzern. Ein Sprecher von Xpeng lehnte eine Stellungnahme ab, Xiaomi reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Stellantis dementiert Aufspaltung von US- und Europaaktivitäten

Laut Bloomberg könnten die Gespräche langfristig zu einer stärkeren Trennung von US- und Europaaktivitäten führen. Der Konzern, der 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles und der PSA-Gruppe hervorging, widerspricht jedoch entschieden: „Stellantis stellt mit allem Nachdruck klar, dass Spekulationen über die Aufspaltung des Konzerns keinerlei Wahrheitsgehalt haben“, teilte das Unternehmen mit. Ob es tatsächlich zu einem Deal mit chinesischen Partnern komme, sei offen.

Engere Beziehungen zu chinesischen Automobilherstellern sollen dem Konzern potenziell Zugang zu fortschrittlicher Elektroauto- und Softwaretechnologie verschaffen. Europäische und amerikanische Automobilhersteller hinken ihren chinesischen Wettbewerbern bei Kosten und Batterietechnologie hinterher – nicht zuletzt infolge staatlicher Subventionen aus Peking. Den chinesischen Herstellern wiederum böte sich ein verbesserter Zugang zu einem Markt, der angesichts des Preiskampfs in China zunehmend als profitables Absatzventil gilt.

Vor rund einem Monat musste Stellantis Rekordabschreibungen und Wertberichtigungen in Höhe von 22,2 Milliarden Euro vornehmen, die größtenteils mit dem Rückzug von der ursprünglichen Elektrostrategie zusammenhingen. Die Streichung von Batterieprojekten und künftigen Modellen vernichtete an einem einzigen Tag ein Viertel des Börsenwerts des Konzerns. Unter dem neuen Vorstandschef Antonio Filosa befindet sich Stellantis seither in einer umfassenden Neuaufstellung.

Leapmotor und der Investorentag im Mai

Darüber hinaus prüft Stellantis eine engere Zusammenarbeit mit dem bestehenden chinesischen Partner Leapmotor. Beide Seiten sollen gemeinsame Entwicklungen bei Elektroauto- und Softwaretechnologie für erschwingliche E-Autos in Europa ausloten. Auch Exor, die Investmentgesellschaft der Fiat-Gründerfamilie Agnelli und größter Aktionär von Stellantis, gestaltet ihr Portfolio unter CEO John Elkann schrittweise um – mit Blick über den traditionellen Automobilfokus hinaus, bei gleichzeitiger Beibehaltung industrieller Kernbeteiligungen.

Weitere Einzelheiten zu den Zukunftsplänen will Stellantis voraussichtlich am 21. Mai auf einem Investorentag in den USA bekanntgeben.

Quelle: Bloomberg – Stellantis Weighs Deals With China Rivals to Shore Up Europe / Handelsblatt – Stellantis prüft wohl Kooperation mit chinesischen Konkurrenten in Europa

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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