Stellantis gab vor wenigen Tagen die geschätzten, weltweiten Auslieferungszahlen des ersten Quartals bekannt. Demnach konnte der europäische Automobilkonzern von Anfang Januar bis Ende März knapp 1,4 Millionen Einheiten an Händler, Vertriebspartner sowie Einzelhandels- oder Flottenkunden ausliefern, was einem Wachstum von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Der Pressemitteilung zufolge haben die Verkäufe in alle Regionen zugelegt, angeführt von Nordamerika und dem Großraum Europa. In Nordamerika belief sich der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf etwa 54.000 Einheiten, was einem Plus von 17 Prozent entspricht. Stellantis führt dies auf die Auslieferungen der Modelle Ram 1500 (light-duty) HEMI V8, Jeep Grand Wagoneer sowie Jeep Cherokee zurück. Sie stünden für mehr als 100 Prozent des Wachstums, so die Pressemitteilung. Auffällig ist, dass kein reines Elektroauto unter den Verkaufsschlagern ist. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Stellantis seine Verkäufe von Elektroautos im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal verdreifacht hat, sind Fahrzeuge mit Elektromotor in den USA seit Auslaufen der Steuergutschrift im September 2025 deutlich weniger gefragt. Modelle wie der Jeep Compass, den es auch als Elektroauto gibt, sind laut Pressemitteilung weniger ausgeliefert worden.
In Europa verzeichneten die Auslieferungen im ersten Quartal eine Steigerung von knapp 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, was einem Plus von 69.000 Einheiten entspricht. Der Bereich der leichten Nutzfahrzeuge sei dabei stabil geblieben bei zirka 135.000 Einheiten. Erst kürzlich gab Stellantis eine Verkaufsaktion bekannt, bei der Elektro-Transporter zu gleichen Preisen verkauft werden, wie solche mit Verbrennungsmotor. Damit versucht der Konzern, bei der Elektrifizierung wettbewerbsfähig zu bleiben.
Zahlreiche neue Pkw-Modelle von Marken wie Fiat, Opel oder Citroën haben zu dem Wachstum beigetragen. So sei der Absatz von Modellen der Smart-Car-Plattform um etwa 48.000 Einheiten oder 85 Prozent im Jahresvergleich anstiegen. Dazu gehören auch elektrische Modelle wie der Citroën C3 Aircross oder der Fiat Grande Panda. Auch der Vertrieb der chinesischen Marke Leapmotor in Europa, an der Stellantis Anteile hält, beeinflusst den Gewinn des Konzerns. Die Lieferungen stiegen um 22.000 auf etwa 27.000 Einheiten, vor allem mit dem Modell Leapmotor T03.
Nicht nur Nordamerika und Europa haben zu einem relativen Wachstum von Stellantis in den ersten drei Monaten beigetragen, sondern auch der Nahe Osten, Afrika sowie Südamerika. In der kombinierten Region Naher Osten und Afrika seien die Auslieferungen laut Pressemitteilung um etwa 11.000 Einheiten und damit 11 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Dies ist vor allem auf die Ergebnisse in der Türkei mit einem Plus von etwa 12.000 Einheiten zurückzuführen und spiegele den verbesserten Betrieb im Land wider. Auch in Algerien konnte Stellantis Zugewinne verbuchen, während die Golfregion einen Rückgang von mehr als der Hälfte auf 3000 Einheiten verzeichnete.
In Südamerika stiegen die Auslieferungen um etwa 8000 Einheiten, was 4 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Brasilien sei dabei ein Wachstumstreiber gewesen mit einem Wachstum um 17.000 Einheiten bzw. 11 Prozent, während die Auslieferungen in Argentinien um etwa 8000 Einheiten bzw. 19 Prozent zurückgingen. Trotzdem habe Stellantis bei den Auslieferungen seine Führungsposition in der Region sowie auf den Hauptmärkten Brasilien und Argentinien behaupten können, auch wenn dort der zunehmende Konkurrenzdruck von Herstellern aus China spürbar sei.
Zwar sind die Auslieferungszahlen von Stellantis im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich gestiegen, bleiben jedoch noch deutlich hinter dem Niveau vor der Pandemie zurück. Erst kürzlich gab der Konzern daher die temporäre Schließung und den Umbau seines Werks im französischen Poissy bekannt.
Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 15. April 2026







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