Skoda Elroq erste Fahrt im kleinen Enyaq-Bruder

Skoda Elroq erste Fahrt im kleinen Enyaq-Bruder
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Skoda

Joaquim Oliveira
Joaquim Oliveira
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Auch Skoda wird zunehmend elektrisch. Die Tschechen schicken mit dem Elroq einen technischen Zwilling des VW ID.4 ins Rennen. Wir haben mit dem elektrischen SUV eine erste Runde gedreht.

Auch Skoda beschleunigt seine Umstellung auf Elektromobilität und setzt dabei verstärkt auf SUVs in verschiedenster Größe und Segmente. Erst in knapp zwei Jahren feiert der Elroq seine Publikumspremiere, dessen etwas unhandliche Bezeichnung sich aus den beiden Worten Electric und Karoq zusammensetzt. Mitte 2025 erhalten Enyaq und Enyaq Coupé eine Modellpflege und 2026 rollt der kompakte SUV Skoda Epiq (4,10 Meter lange / ab 25.000 Euro) aus dem spanischen Werk Pamplona. Nach oben abgeschlossen wird das Elektro-Portfolio mit der Serienversion der Konzeptstudie 7S.

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Der Elroq, hergestellt im Skoda-Mutterwerk Mladá Boleslav, ist eine wichtige Herausforderung für die tschechische Marke, denn er setzt die Schwestermodelle anderer Konzernmarken unter Druck und greift dabei auch den hauseigenen Enyaq als aktuell viert meistverkauftes Elektroauto Europas an. Obwohl 17 Zentimeter kürzer als sein großer Bruder bietet der Elroq die gleiche Beinfreiheit im Innenraum, da die beiden Modelle die gleiche MEB-Plattform und vor allem den identischen Radstand von 2,77 Meter haben. Immerhin bietet der erfolgreiche Enyaq 585 statt 470 Liter Laderaum, doch für viele Interessenten dürfte der neue Skoda Elroq eine mehr als nur ausreichende Wahl sein. Nicht ganz unbeachtlich: Mit einem Einstiegspreis von rund 35.000 Euro startet der Elroq mindestens 10.000 Euro unter dem Enyaq.

Das Platzangebot in dem neuen Skoda-Elektromodell ist allemal ordentlich. Die zweite Reihe hat den Vorteil, dass der Boden völlig flach ist, so dass der mittlere Fondpassagier bequem reisen kann, auch wenn er von den beiden äußeren Fondpassagieren etwas eingequetscht wird, wie es in diesem Segment üblich ist. Es gibt Lüftungsauslässe im Fond, die Temperatur kann digital reguliert werden und auf Wunsch gibt es eine Sitzheizung. Am Fahrersitz befindet sich eine kleine 5-Zoll-Instrumententafel mit begrenzten Konfigurationsmöglichkeiten und je nach Version ein Head-up-Display. Weitere Funktionen werden auf dem 13-Zoll-Infotainment-Bildschirm dargestellt, das einen breiteren Lautstärkeregler aufweist als die bisherigen MEB-Fahrzeuge. Zwischen dem Display und der Mittelkonsole befindet sich eine Schalterleiste zur Steuerung häufig verwendeter Funktionen wie Einparkautomatik, Entfrostung und Fahrerassistenzsysteme.

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Der neue Skoda wird in vier Versionen angeboten:

  • Elroq 50 mit einer 55-kWh-Batterie, Hinterradantrieb, 125 kW / 170 PS und einer Reichweite von 350 Kilometern
  • Elroq 60, 63-kWh-Batterie, Hinterradantrieb, 150 kW / 204 PS / 390 km Reichweite
  • Elroq 85, 82-kWh-Batterie, Hinterradantrieb, 210 kW / 286 PS / 560 km Reichweite
  • Elroq 85x, 82-kWh-Batterie, Allrad, 220 kW / 299 PS / 550 km Reichweite

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h für die Fahrzeuge mit den kleinen Batterien und bei Tempo 180 für die 82-kWh-Akkus. Beim Nachladen ist das AC-Tanken bis maximal 11 kW möglich und die Schnellladung beträgt je nach Version zwischen 125 und 175 kW.

Hinter dem Steuer macht der fast zwei Tonnen schwere Hecktriebler mit seinem 210 kW / 286 PS starken Elektromotor einen agilen Eindruck. Die Lenkung ist betont leichtgängig und allemal präzise. Sehr angenehm: der Elroq ist in der Stadt und gerade auf engen Parkplätzen sehr wendig, da sein Wendekreis gerade einmal 9,30 Meter beträgt. Je nach angewählten Fahrmodus verändern sich nicht nur Gaspedalannahme und Lenkung, sondern auch das Vektorverhalten der Bremse, wodurch bei sportlicher Fahrweise das kurveninnere Rad stärker abgebremst wird, um die Kurvenlage zu verbessern. Am Lenkrad lässt sich über Schaltwippen die Stärke der Rekuperation in vier Stufen variieren. Selbst im stärksten Modus gibt es keine Ein-Pedal-Fahrfunktion und die B-Position des Getriebehebels entspricht der maximalen Verzögerung, die mit den Schaltwippen hinter dem Lenkrad in Stufe drei erreicht wird.

Skoda

Beim Bremsen zeigt der Skoda Elroq, dass noch nachgeschärft werden muss, da sich das Pedal schwammig anfühlt und beim Anbremsen wie bei einigen Elektrofahrzeugen zu wenig Bremskraft aufbietet. Besser präsentieren sich bei dieser ersten Testfahrt die Geräuschdämmung des Elroq und die sportliche Abstimmung, für die nicht zuletzt die optionalen Breitreifen im Format 235/50 R20 vorne und 255/45 R20 hinten sorgen. Etwas mehr Komfort dürften die 19-Zöller bringen und wer es gerade optisch noch dynamischer möchte, wählt mächtige 21-Zöller.

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Joaquim Oliveira

Der gebürtige Brasilianer arbeitet seit Jahren als internationaler Korrespondent für verschiedene Automagazine, wie das brasilianische "Quatro rodas", das englische "AutoExpress" oder den chinesischen "Car & Driver". Für Elektroauto-News.net verfasst er regelmäßig entsprechende Fahr- und Erfahrungsberichte aktueller Elektroauto-Modelle.

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