Renault, Mobilize und The Mobility House starten V2G in Frankreich

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The Mobility House

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Zusammen mit der Renault Group und Mobilize bringt das Münchner Technologieunternehmen The Mobility House eine Weltneuheit auf den Markt. Autobatterien werden mit dem V2G-Produkt Mobilize Power in Frankreich erstmals in einem kommerziellen und skalierbaren Produkt für Endkund:innen intelligent in das Stromnetz integriert.

Dies markiert den Beginn einer neuen Ära, in der Elektroautos nicht mehr nur Energie verbrauchen, sondern auch an das Netz zurückgeben und so zu Speicherkraftwerken werden. Großbritannien folgt im Jahr 2025, während Deutschland weiterhin seinen Ansatz zur Implementierung der V2G-Technologie evaluiert und entwickelt, so The Mobility House in einer aktuellen Mitteilung.

Während die Vehicle-to-Grid-Technologie bisher nur in Pilotprojekten erprobt wurde, realisieren Mobilize und The Mobility House das bidirektionale Laden von E-Autos jetzt als marktfähiges Produkt. Das neue V2G-Produkt sei für einen breiten Kundenkreis zugänglich und werde zusammen mit dem Renault 5, dem Alpine A290, der AC-Ladestation PowerBox Verso sowie dem Energievertrag Mobilize Power angeboten.

Mit dieser Einführung verwirklicht The Mobility House seine schon vor gut 15 Jahren formulierte Vision – und ermöglicht emissionsfreies und kostenloses Fahren für alle. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Erlöse aus V2G so hoch ausfallen, dass sie die Kosten für den Fahrstrom eines E-Autos komplett abdecken können. Gründer und CEO Thomas Raffeiner betont: „Seit unserer Gründung im Jahr 2009 haben wir sowohl neue als auch herausfordernde Wege beschritten. Mit dem Launch in Frankreich haben wir ein bedeutendes Etappenziel erreicht, das beweist, dass wir technisch in der Lage sind, V2G erfolgreich umzusetzen“.

Nun gelte es, auch in Deutschland zu zeigen, dass kostenlos und emissionsfrei Elektroauto gefahren werden kann. Für die Umsetzung von V2G sind in Deutschland noch die Voraussetzungen zu schaffen: Länder wie Frankreich oder Großbritannien gehen voran, ohne doppelte Netzentgelte zu erheben, und haben landesweit erfolgreiche Prozesse für den Einsatz von Smart Metern implementiert. Zwei Voraussetzungen, bei denen in Deutschland noch Nachholbedarf besteht. The Mobility House wirke aktiv auf die notwendige regulatorische Anpassung ein, um die Umsetzung dieser Anforderungen auch in Deutschland zu erleichtern.

Mit seiner Lösung für die Aggregation und Vermarktung von Lade- und Entladeflexibilität von E-Autos will The Mobility House nicht nur Mehrwerte für Kund:innen schaffen, sondern für das gesamte Energiesystem: Der flexible Einsatz der Batterien integriert erneuerbare Energien ins Stromnetz und kann Netzausbaukosten verringern. Dies wäre ein bedeutender Beitrag zu einer effizienten und erfolgreichen Energiewende, von dem nicht nur die Fahrer:innen von Elektroautos, sondern die gesamte Gesellschaft profitiert.

Quelle: The Mobility House – Pressemitteilung vom 22.10.2024


Transparenzhinweis: EAN-Chefredakteur Michael Neißendorfer ist als freier Journalist und Autor auch für The Mobility House im PR-Bereich tätig. Auf die journalistische Berichterstattung bei EAN hat diese Zusammenarbeit keinen Einfluss.

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Smartino:

Vorbildlich, dass Renault, Mobilize und The Mobility House V2G in Frankreich starten.

Mir reicht das allerdings noch lange nicht, denn ich erwarte, dass künftig jedes Elektroauto mit V2X (Vehicle-to-everything) ausgerüstet ist oder zumindest die Vorbereitung eingebaut hat für eine nachträgliche, kostengünstige Erweiterung zu V2X:

– Ein Stromausfall im Haus könnte überbrückt oder das stromlose Rustico versorgt werden
– Ein anderes E-Auto könnte bei leergefahrener Batterie flott gemacht werden
– Geräte könnten angesteckt werden: Kaffeemaschine, Fahrradakku u.s.w.
– Bei einer grossen Strommangellage könnte den die Behörden Zeiträume empfehlen fürs Laden und Zurückspeisen von Strom
– Und im Idealfall liesse sich damit sogar Geld verdienen.

Wie wäre es, wenn die deutschen Hersteller hier wieder einmal die Vorreiterrolle übernehmen würden?

E.Wolf:

Warum wird eigentlich Vehicle-to-Grid (V2G) versucht so zu hypen ?

Vehicle-to-Home (V2H) benötigt ebenfalls nur passende eAuto’s und Wallboxen, KEIN sog. Smart Meter und vor allem keine Verträge mit Dritten !!

Es hilft sofort dem Netz und dem Kunden, kein Netzbetreiber ist involviert, keine Aggregratoren erforderlich. Es gilt die VDE-AR 4105 !

Von daher, Leute fordert BiDi – eAuto’s und BiDi- Wallboxen.

Und wer dann noch etwas weiter überlegt, wird DC-BiDi und DC-Wallboxen fordern, dann ist es nochmals viel einfacher. Dann bleibt die Technik und Kontrolle komplett im Haus. Das eAuto muß nur das DC Schütz freigeben, mehr nicht !!

Weiteres auch auf v2h-jetzt.de.

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