FAW plant Feststoffbatterien für Hongqi ab 2027

FAW plant Feststoffbatterien für Hongqi ab 2027
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Staatskonzern FAW Group treibt die Entwicklung von Feststoffbatterien voran und positioniert damit seine Premiummarke Hongqi frühzeitig im Rennen um eine Schlüsseltechnologie der Elektromobilität. Nach Berichten chinesischer Medien arbeitet FAW daran, den Schritt von der Prototypenphase hin zu einer Kleinserienfertigung bis Ende 2027 zu vollziehen. Geplant ist der Einsatz der neuen Batterietechnik zunächst in ausgewählten Limousinen und SUVs des oberen Segments. Bis zur Serie gilt es dann noch zu warten, wie führende Experten zu verstehen geben.

Im Zentrum der aktuellen Entwicklungsarbeit stehen Feststoffzellen mit einer Kapazität von 66 Amperestunden. Diese Batterien haben laut den Berichten bereits eine Phase der Versuchsfertigung durchlaufen. Parallel dazu kooperiert FAW mit 27 Industriepartnern aus den Bereichen Batteriechemie, Materialforschung, Systemintegration und Produktionstechnik. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, zentrale technische Hürden zu adressieren, darunter Energiedichte, Lebensdauer, Temperaturstabilität und die Übertragbarkeit auf industrielle Maßstäbe. Die Prototypen werden derzeit unter realitätsnahen Bedingungen getestet, um ihre Eignung für den Einsatz in langstreckentauglichen Premiumautos zu überprüfen.

Diese Aktivitäten fügen sich in ein größeres Bild ein, das von Branchenbeobachtern für den chinesischen Markt gezeichnet wird. Prognosen gehen davon aus, dass Feststoffbatterien in China ab 2026 oder 2027 erstmals in begrenzten Stückzahlen in Autos verbaut werden könnten. Die von FAW kommunizierte Zeitschiene liegt damit nahe an den allgemeinen Erwartungen der Industrie. In einer frühen Phase werden Energiedichten von etwa 350 bis 400 Wattstunden pro Kilogramm als realistisch eingeschätzt. Langfristig, so die Annahmen, könnten Werte von 400 bis 500 Wattstunden pro Kilogramm bis 2030 erreichbar sein, mit weiterem Potenzial darüber hinaus im folgenden Jahrzehnt.

Für Autohersteller ergibt sich daraus die Aussicht auf größere Reichweiten und zusätzliche Sicherheitsreserven gegenüber heutigen Lithium-Ionen-Batterien. FAW setzt dabei auf einen schrittweisen Ansatz. Zunächst sollen die Feststoffbatterien in hochpreisigen Hongqi-Modellen eingesetzt werden, wo Kosten und Produktionsvolumen eine geringere Rolle spielen als technologische Differenzierung. Mit zunehmender Reife der Technik wäre später auch eine breitere Anwendung innerhalb des Konzerns denkbar.

Der Vorstoß von FAW erfolgt in einem Umfeld, das von starkem Investoreninteresse geprägt ist. In China verzeichneten Aktien von Unternehmen mit Bezug zur Feststoffbatterie-Entwicklung in diesem Jahr teils deutliche Kursgewinne. Unterstützt wird diese Entwicklung durch politische Rahmenbedingungen. Feststoffbatterien gelten als Baustein der langfristigen chinesischen Strategie für fortschrittliche Energiespeicher im Verkehrssektor. Vor diesem Hintergrund sehen Analysten in FAWs Zeitplan einen Hinweis darauf, wann auch etablierte Hersteller in China beginnen könnten, die Technologie in Serienautos einzuführen. Damit würde sich der Abstand zu jungen Elektroauto-Marken verringern, die bislang als Treiber innovativer Batterielösungen galten.

Quelle: CarNewsChina.com – Hongqi vehicles to feature solid-state batteries by 2027, FAW reports

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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