Vor zwei Wochen hat Porsche-Chef Michael Leiters bei der virtuellen Hauptversammlung seine Strategie 2035 vorgestellt, nach der er das Unternehmen neu ausrichten will. Diese sieht neben einem schlankeren Produktportfolio auch Stellenstreichungen vor. Im Visier hat Leiters dabei schon seit längerem Top-Management-Stellen, um Geld einzusparen. Nun hat Porsche bekanntgegeben, dass der Vertrieb gestrafft wird.
Leiters hatte bei der Hauptversammlung erklärt, dass insbesondere in indirekten Bereichen wie Entwicklung und Verwaltung zu viel Personal aufgebaut worden sei. Um Geld einzusparen und die Organisation schlanker zu machen, wolle man vor allem beim Management Stellenkürzungen vornehmen.
Das Handelsblatt hatte Anfang dieser Woche berichtet, dass der Stellenabbau bei Porsche deutlich größer als bisher angenommen ausfallen könnte und bis zu 4000 Stellen auf dem Prüfstand stünden. Ein Unternehmenssprecher wollte keine Details nennen und verwies auf das Zukunftspaket, das der Autobauer Ende Juli vorstellen will. Neben den einzelnen Maßnahmen werden dann auch Zahlen zu den Stellenstreichungen genannt werden.
Konkreter äußerte sich der Autobauer jetzt zu Leiters nächster Maßnahme: die Verschlankung des Vertriebs. „Wir prüfen derzeit alle Bereiche darauf, wie wir uns schlanker und effizienter aufstellen können. Der Fokus liegt dabei zunächst bewusst auf den Management-Strukturen“, bestätigte ein Porsche-Sprecher der Automobilwoche zufolge und erklärte, dass die Zahl der Vertriebsregionen von fünf auf vier reduziert werden soll.
Der Vertriebschef für den deutschen Markt, Robert Ader, werde künftig für die gesamte Region Europa zuständig sein, während die Stelle der bisherigen Leiterin für den Markt Zentral- und Osteuropa, Iryna Kauk, sowie der Posten von Christiane Zorn, die für die Region Übersee und Wachstumsmärkte zuständig war, wegfallen sollen.
Die Vertriebsstrategie soll zudem weltweit neu ausgerichtet werden, indem große Regionen künftig nicht mehr aus der Zentrale heraus betreut werden, sondern jeweils einem Markt-CEO zugeordnet werden. Demnach soll beispielsweise der Leiter von Porsche North America, Timo Resch, in Zukunft auch die Region Lateinamerika betreuen.
Leiters treibt seinen straffen Sanierungskurs weiter und mit erhöhtem Tempo voran. Während die Halbjahreszahlen in den nächsten Tagen erwartet werden, verzeichnete der Sportwagenhersteller im ersten Quartal in allen Regionen, bis auf Deutschland, rückläufige Zahlen. Während hierzulande der Markt um vier Prozent auf 7778 Einheiten anstieg, verlor der Hersteller in Nordamerika um elf Prozent (18.344 Einheiten), in China um 21 Prozent (7519 Einheiten) und in Europa um 18 Prozent (14.710 Einheiten).
Quelle: Automobilwoche – Leiters‘ nächster Streich: Porsche-Vertrieb wird gestrafft








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