Oliver Blume: Porsche muss sich weiter anstrengen

Oliver Blume: Porsche muss sich weiter anstrengen
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Volkswagen

Laura Horst
Laura Horst
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Der VW-Vorstandsvorsitzende Oliver Blume übergibt zum Jahresende sein Amt als Porsche-Chef an seinen Nachfolger Michael Leiters, womit nach drei Jahren seine Doppelrolle endet. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung blickt Blume auf Porsches Entwicklung in den vergangenen Jahren zurück und gibt eine Einschätzung ab, wie es für die Marke in Zukunft weiterlaufen könnte.

„Mir persönlich war es wichtig, in diesem Jahr extrem anspruchsvoller Rahmenbedingungen meine Erfahrung für die Neuausrichtung von Porsche einzubringen. Das Unternehmen ist nun aufgestellt und wird sich ab dem kommenden Jahr wirtschaftlich deutlich positiv entwickeln“, erklärte Blume gegenüber der FAZ. Mit acht Rekordjahren sei die letzte Dekade wirtschaftlich „die mit Abstand erfolgreichste Phase der Porsche-Geschichte“.

Dieses Jahr allerdings gehört für den Sportwagenhersteller definitiv nicht zu den erfolgreichsten. Im dritten Quartal verzeichnete Porsche einen Milliardenverlust, und für das Gesamtjahr dürfte ebenfalls nur ein kleiner Gewinn bleiben. Dazu haben laut Blume umfangreiche Sonderbelastungen „quer über alle Marken und Bereiche“ beigetragen. Der Einbruch des chinesischen Luxusmarktes sowie die sinkende Nachfrage in den USA aufgrund der hohen Zölle haben den Gewinn geschmälert, denn beide Länder machen laut dem CEO mehr als 50 Prozent des Absatzes aus.

„Zudem haben sich die Märkte für Elektromobilität nicht so entwickelt wie erwartet. Vor diesem Hintergrund haben wir Porsche in diesem Jahr neu ausgerichtet“, sagte Blume. Die stärkere Fokussierung auf Verbrennertechnik, vor allem im dritten Quartal, trägt ebenfalls zu den schlechten Zahlen des Unternehmens bei. „Alle dafür erforderlichen Aufwendungen haben wir bewusst komplett in 2025 verbucht“, ergänzte Blume. Man habe gute Voraussetzungen dafür geschaffen, dass es in 2026 aufwärts gehe.

Macan wird um Verbrenner und Hybride ergänzt

Ob Porsche im kommenden Jahr seine Sparmaßnahmen ausweiten muss, lässt er offen. Derzeit führt der Konzern Gespräche mit dem Betriebsrat, welcher einen drastischen Stellenabbau befürchtet, zu einem erweiterten Zukunftspaket. Die Verhandlungen werden laut dem Porsche-Chef voraussichtlich bis ins neue Jahr andauern. „Qualität geht vor Schnelligkeit. Die Ergebnisse müssen wir abwarten. Klar ist aber, dass sich Porsche weiter anstrengen muss“, erklärte Blume.

„Elektromobilität bei Porsche funktioniert. Wir sind einer der stärksten traditionellen Automobilhersteller in der Transformation“, äußerte Blume. Der Kuchen sei jedoch „insgesamt zu klein“. Aus heutiger Sicht habe die Marke ihr Produktportfolio nicht flexibel genug aufgestellt. Beim Macan, der in der neuen Variante nur noch als Elektroauto angeboten wird, habe man sich verschätzt. „Mit der damaligen Datenbasis und der Einschätzung unserer Märkte würden wir es wieder so entscheiden. Heute ist die Lage anders. Und wir haben reagiert und ergänzen Verbrenner und Hybride“, erklärte der VW-Vorstandsvorsitzende.

Weniger Wachstum in China erwartet

Zum langsameren Hochlauf der Elektromobilität merkte Blume zudem an, dass man den „Effekt nicht überhöhen“ solle, denn finanziell seien die Märkte China und USA deutlich entscheidender für den Konzern. In China, wo auch der neue vollelektrische Macan schlechter angenommen wurde als erwartet, habe man auf ein zu starkes Wachstum gesetzt. „Porsche verkauft in China jährlich nur noch 40.000 Autos, statt wie noch vor wenigen Jahren fast 100.000. Mit neuem Wachstum rechnen wir aus heutiger Sicht nicht“, erklärte er. Der Konzern verkleinere daher das chinesische Vertriebsnetz und baue Kapazitäten ab, um auch mit niedrigeren Verkaufszahlen wieder „hochrentabel“ zu sein.

„Grundsätzlich sehen wir ein großes Interesse der chinesischen Kundschaft an unserer Marke. Deshalb setzen wir vor allem auf exklusive Verbrenner- und Hybrid-Sportwagen“, sagte Blume. Die Autos müssten den Kunden daher Dinge bieten, die es so am Markt nicht gibt. „Es wird immer Porsche-Liebhaber geben, die einen Verbrenner kaufen wollen. Und wenn wir mit Politikern in China sprechen, dann gehen sie fest davon aus, dass es dort auch in 10 bis 15 Jahren noch einen Markt für Verbrenner-Fahrzeuge geben wird. Die Chinesen sind pragmatisch und denken nicht in Verboten“, ergänzte der Porsche-Chef.

Investitionen in Deutschland und Europa geplant

Mit dem Ende seiner Doppelrolle wird Blume sich wieder vollständig auf die Rolle als Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns konzentrieren. Hier gelte es vor allem, „Verantwortung für den Industriestandort Deutschland“ zu übernehmen. „Und das bedeutet auch, dass wir immense Summen bereitstellen für Investitionen“, sagte er an. Von den 160 Milliarden Euro, die der Konzern in den kommenden fünf Jahren investieren will, sei ein Großteil für Investitionen in Produkte, Technologien, Werke und die Infrastruktur in Deutschland und Europa bestimmt.

Daneben finanziere Volkswagen Entwicklungen wie Software, autonomes Fahren und die Batteriezellentwicklung. Letztere sieht der VW-Chef als besonders bedeutend an, wozu er anmerkte: „Ich halte es für zwingend, dass wir Batteriezellen in Europa selbst entwickeln und fertigen. Wir dürfen bei dieser wichtigen Technologie nicht wie bisher vollständig von asiatischen Zulieferern abhängig sein.“

Quelle: FAZ – „Es wird immer Porsche-Liebhaber geben, die einen Verbrenner wollen“

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