Porsche entwickelt herstellerunabhängige Lademanagement-Lösung

Porsche entwickelt herstellerunabhängige Lademanagement-Lösung
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Tobias Stahl
Tobias Stahl
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Porsche Engineering will Autobauern künftig die Entwicklung von Hochvolt-Lademanagementsystemen für Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge abnehmen. Im Zentrum des Vorhabens steht eine Softwarelösung, die Ladeprozesse intelligent planen und weltweit mit unterschiedlichen Ladestandards kompatibel sein soll. Das soll E-Autoherstellern einen schnellen und günstigen Markteintritt ermöglichen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Das Hochvolt-Lademanagement bildet die Schnittstelle zwischen Fahrzeug, Batterie und Ladesäule. Es steuert etwa die Kommunikation des Fahrzeugs mit der Ladesäule, erkennt verfügbare Ladeleistungen und automatisiert den Ladevorgang. Auch für das Anzeigen des aktuellen Ladestands oder der Restladezeit ist das Lademanagementsystem verantwortlich. Darüber hinaus entscheidet das Lademanagement auch, mit welcher Ladeleistung über welche Zeit ein Fahrzeug lädt, basierend etwa auf den aktuellen Strompreisen bei Verwendung dynamischer Stromtarife oder den anvisierten Abfahrtszeiten.

Das Lademanagementsystem ist allerdings nicht mit dem Batteriemanagementsystem zu verwechseln, das feste Grenzen für Zellspannungen und -temperaturen oder den maximalen Lade- und Entladestrom setzt.

Nach Angaben von Porsche Engineering hat die Division bislang 13 Fahrzeugvarianten auf verschiedenen Plattformen des Volkswagen-Konzerns mit individuell angepassten Lademanagement-Lösungen ausgestattet. Grundlage ist dabei ein einheitliches Softwaresystem, das über bestimmte Parameter an den Fahrzeugtyp und Zielmarkt angepasst werden kann. „Das erleichtert den Automobilherstellern das Variantenmanagement, da für alle Elektro­- und Plug-­in­-Fahrzeuge dieselbe Software auf die Ladegerätesteuerung geladen wird“, so Dominik Langen, stellvertretender Projektleiter Ladesysteme bei Porsche Engineering. „Erst bei der Fahrzeugfertigung nimmt die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter die Adaption vor, indem sie oder er spezifische Parameter setzt.“

Ein weiterer Vorteil des Konzepts sei die effiziente Umsetzung von Softwareaktualisierungen: Ein neuer Programmcode muss demnach für alle Modelle nur einmal entwickelt, getestet und freigegeben werden. Das System ist modular aufgebaut und besteht aus sechs „Programmbausteinen“, die jeweils definierte Aufgaben übernehmen, darunter das Hochvolt-Lademanagement, intelligente Ladefunktionen, Kommunikationsaufgaben, Sicherheitsaufgaben, das Bedien- und Anzeigeprotokoll sowie „Value Added Services“, also etwaige Zusatzfunktionen.

Unterstützung zahlreicher Ladestandards und flexible Ladeplanung als zentrale Funktionen

Ein wichtiger Schwerpunkt der Entwicklung liegt dem Hersteller zufolge auf der Unterstützung internationaler Ladestandards. So sollen unter anderem ISO 15118, DIN EN 62196, Chademo, GB/T und weitere regionale Normen abgedeckt werden. „Hohe Flexibilität beim Ladeanschluss war eines unserer wichtigsten Entwicklungsziele“, erklärt Narendra Kumar Boorlagada, Projektleiter Ladesysteme bei Porsche Engineering.

Eine weitere zentrale Funktion des Systems ist die Ladeplanung: Nach dem Anschließen an die Wallbox oder Ladesäule lädt das Fahrzeug zunächst schnell auf einen Mindestladestand von 25 Prozent, um genügend Energie für unvorhersehbare Fahrten vorzuhalten. „Danach kommt unser Prognosewerkzeug für die Erstellung des Ladeplans zum Zug“, erklärt Norbert Melinat, Fachprojektleiter Ladeplanung. „Er besteht aus einzelnen Zeitabschnitten, für die jeweils eine elektrische Ladeleistung festgelegt wird. Durch Aneinanderreihung der einzelnen Abschnitte ergibt sich der Gesamtladeplan.“

Bei der Ladeplanung soll das Lademanagement sicherstellen, dass einerseits der günstigste Stromtarif genutzt wird und andererseits das Fahrzeug zum gewünschten Zeitpunkt vollgeladen ist. Dafür berücksichtigt die Ladeplanung auch Faktoren wie die aktuelle Netzauslastung, die Verfügbarkeit von beispielsweise erneuerbarer Energie aus der heimischen Solaranlage sowie die Ladeanforderungen des Fahrzeugs. So soll sich auch der Eigenverbrauchsanteil der heimischen PV-Anlage optimieren lassen, indem überschüssiger Solarstrom, der nicht anderweitig verbraucht werden kann, ins Fahrzeug geladen wird. Aktuelle Informationen zu dynamischen Stromtarifen erhält das Lademanagement über die Kommunikation mit der Infrastruktur.

Quelle: Porsche – Pressemitteilung vom 21.01.2026

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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