Northvolt benötigt mehr Kapital – Kritik an Habeck

Northvolt benötigt mehr Kapital – Kritik an Habeck
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Laura Horst
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Der finanziell angeschlagene Batteriezellhersteller Northvolt benötigt bis 2027 rund 1,3 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital. Aktuell verfügt das Unternehmen noch über genügend Geld bis Mitte oder Ende Februar, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen dem Handelsblatt mitteilten. Währenddessen wird Kritik an Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) seitens der CDU laut. Habeck hatte angekündigt, am Mittwoch in der Sache im Haushaltsausschuss des Bundestages zu sprechen.

Im Rahmen einer Veranstaltung im Januar hat Northvolt von ca. 1,29 Milliarden Dollar gesprochen, die als zusätzliches Kapital bis 2027 nötig seien, wie zwei vertraute Personen mitteilten. Der ausgeschiedene CEO und Mitbegründer Peter Carlsson hatte im November 1,2 Milliarden Dollar als notwendigen Betrag genannt, um Northvolt am Laufen zu halten.

Die mit der Sache vertrauten Personen äußerten gegenüber dem Handelsblatt, dass „eine Reihe von Parteien“ Interesse habe, Northvolt eine Finanzspritze zu geben. „Das Unternehmen und seine Berater führen produktive Gespräche sowohl mit strategischen Investoren als auch mit Finanzinvestoren“. In der Branche hält man Batteriehersteller aus China, Südkorea oder Japan für potenzielle Northvolt-Partner.

Innerhalb der Bundesregierung sorgt die Northvolt-Krise für Debatten, denn sie könnte sowohl den Bund als auch das Land Schleswig-Holstein teuer zu stehen kommen. Rund 600 Millionen Euro hat die staatliche Förderbank KfW, für die Bund und Land je zur Hälfte bürgen, dem Batteriezellhersteller bereitgestellt. Das Kapital ist laut Medienberichten fest an den Bau der Batteriefabrik im norddeutschen Heide gebunden, wo die Bauarbeiten laut einem Unternehmenssprecher voranschreiten.

Das Handelsblatt berichtete am Dienstag, dass Robert Habeck in den Haushaltsausschuss des Bundestages kommen will, nachdem die Bild-Zeitung zunächst geschrieben hatte, die CDU habe Habeck in den Ausschuss bestellt. Laut der Bild-Zeitung ärgere die CDU und auch die FDP, dass der Wirtschaftsminister bei der Aufklärung rund um die Northvolt-Krise mauere und ein wichtiges Gutachten von Wirtschaftsprüfern als geheim eingestuft habe. Die nachträgliche Geheimeinstufung nannte FDP-Vize Wolfgang Kubicki gegenüber der Bild-Zeitung rechtlich nicht zulässig. Die Bild berichtet, in dem Gutachten stehe unter anderem, Northvolts Batterien wiesen viele Mängel auf.

Während Andreas Mattfeldt (CDU) der Bild sagte, Habeck habe die Förderung auf ein Gutachten gestützt, das „trotz Schönmalerei“ die erheblichen Risiken für den Bau des Northvolt-Werks in Heide aufgezeigt habe. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums hingegen teilte mit, dass der Bund die Rückzahlungsperspektive einer Wandelanleihe an die Northvolt AB geprüft habe und das Risiko als vertretbar eingeschätzt habe. Dem Gutachten sei eine Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorausgegangen.

Zu dem Gutachten selbst erklärte die Sprecherin, dass es Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse des Batterieherstellers enthalte, durch deren Offenbarung dem Unternehmen Nachteile drohten. Außerdem sei eine Einstufung als „VS-Vertraulich“ gesetzlich gerechtfertigt. Abgeordnete könnten das Dokument ohnehin in der Geheimschutzstelle des Bundestags einsehen.

Habeck selbst hatte die Kritik an den Subventionen bereits im Dezember zurückgewiesen und hält an der Northvolt-Förderung fest, unter anderem, da Deutschland bei der Batterieproduktion zu 80 Prozent abhängig von China sei. Er sieht die Chance, das angeschlagene Unternehmen könne wieder aufstehen und die Fördergehälter blieben somit erhalten.

Quelle: Handelsblatt – Deshalb sucht Northvolt dringend Investoren

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