Nachhaltigkeit in der Logistik bei Audi, BMW und Mercedes

Nachhaltigkeit in der Logistik bei Audi, BMW und Mercedes
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BMW

Patrick Solberg
Patrick Solberg
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Nahezu alle Autohersteller arbeiten mit Hochdruck daran, in den kommenden Jahren CO₂-neutral zu werden. Dabei kommt nicht nur den Fahrzeugen auf der Straße, sondern speziell den Bereichen Produktion und Logistik eine zentrale Bedeutung zu, denn die Fertigung ist energieintensiver denn je.

Nicht allein die Entwicklungsabteilungen der weltweiten Autohersteller kämpfen bei der Entstehung der neuen Modelle um jedes Gramm CO₂, sondern die gesamten Lieferketten stehen ebenso auf dem Prüfstand wie Zulieferer, Recycling oder Energiegewinnung in den Fertigungsanlagen. Einer der Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit ist seit Jahren Audi.

Audi nimmt sich dem nachhaltigen Wasserkreislauf an

Der Premiumhersteller baut an seinem Standort in Neckarsulm derzeit einen nachhaltigen Wasserkreislauf für das gesamte Werk. Das soll speziell im Bereich der Lackiererei bis zu 70 Prozent Wasser einsparen. „Mit der umfassenden Erneuerung der Lackiererei stärken wir den Standort und richten ihn für die Zukunft aus, wir gehen mit den neuen Anlagen den richtigen und wichtigen Schritt in Richtung Elektromobilität und leisten mit neuen, umweltverträglichen Verfahren einen Beitrag in Richtung Mission Zero“, sagt Audi-Werkleiter Fred Schulze.

Ziel der Marke mit den vier Ringen ist es, bis zum Jahr 2035 den Wasserverbrauch im gesamten Produktionsprozess zu halbieren. Dabei setzt Audi auf einen geschlossenen Wasserkreislauf mit der am Werk angrenzenden Kläranlage des Zweckverbandes Unteres Sulmtal. Das von der Kläranlage gereinigte Wasser wird von Audi für die Produktion mithilfe von Filteranlagen und Membranen aufwendig weiter aufbereitet. Anschließend fließt das Betriebswasser in die Kläranlage zurück. Ab 2025 soll das Betriebswasser für das gesamte Werk in einem geschlossenen Kreislauf geführt und somit bis zu 70 Prozent an Frischwasser eingespart werden.

BMW: Wärme aus Biomasse regelt

Auch bei BMW steht das Thema Nachhaltigkeit in der Fertigung stärker denn je im Fokus. Das Vorzeigewerk in Dingolfing bezieht ab dem Jahr 2025 unter anderem die Hälfte seines Heißwasserbedarfs durch Wärme aus regionaler Biomasse und eigenen Restholzbeständen. Die dadurch erzielte CO₂ Einsparung der Fertigung gegenüber der Nutzung konventioneller fossiler Energien beträgt dabei rund 20.000 Tonnen pro Jahr. „Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Baustein in unserem Energiemix der Zukunft. Wir werden damit regionaler, regenerativer und resilienter. Neben grünem Strom ist grüne Wärme der Schlüssel, unseren ökologischen Fußabdruck weiter zu verbessern“, sagt Christoph Schröder, Werksleiter in Dingolfing, „durch die Nutzung von Biomasse als regenerativem Energieträger und durch diesen Nahwärme-Liefervertrag senken wir unsere CO₂-Gesamtemissionen gegenüber heute pro Jahr um circa 10 bis 15 Prozent.“

Produziert wird die Wärme in einem neu entstehenden Biomasse-Heizwerk auf dem Werkgelände zwischen dem Dynamikzentrum und der Autobahn A92. Das Heizwerk wird über drei ganzjährig laufende Heizkessel sowie einen eigenen Paletten- und Restholz-Schredder verfügen. Mittels unterirdischer Leitungen soll die vor Ort produzierte Wärme in die Energiezentrale des Fahrzeugwerks gelangen und über das werksinterne Netz standortweit verteilt werden. Der Baubeginn ist für Ende dieses Jahres geplant.

Bei dem verfeuerten Holz wird es sich zu etwa einem Viertel um BMW-eigenes, unbehandeltes Restholz handeln, etwa aus Einweg-Paletten und Transportkisten. Der Hauptanteil des Holzes stammt jedoch aus regionaler Forstwirtschaft, das heißt aus einem durchschnittlichen Radius von 60 Kilometern um Dingolfing, und aus nachhaltig bewirtschafteten PEFC-zertifizierten Wäldern. Verfeuert wird Waldrest- und Gipfelholz, das anderweitig nicht genutzt werden kann, in großen Mengen vorliegt und in Form von Hackschnitzeln bis dato oftmals ins Ausland exportiert wird.

Mercedes setzt auf partnerschaftliche Zusammenarbeit

Mercedes will die eigene Ökobilanz unter anderem mit einer neuen Logistikzentrale verbessern. Zusammen mit Dienstleister BLG wurde vor kurzem das neue Logistikzentrum C3 Bremen in Betrieb genommen. „Das Logistikcenter C3 Bremen ist in vielerlei Hinsicht als Blaupause für den Bau und die Gestaltung von Logistikimmobilien der Zukunft zu sehen“, sagt Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender von BLG. Nachhaltigkeit stand bei der Planung und Errichtung der neuen Anlage an zentraler Stelle. Neben einem ganzheitlichen Energiekonzept für Heizung, Warmwasser und Lüftung, einer umfassenden Gebäudeisolierung und intelligenter Lichtsteuerung ist vor allem auch die Eigenenergieerzeugungskapazität des Gebäudes dabei maßgeblich.

Auf der über 80.000 Quadratmeter umfassenden Dachfläche des Gebäudes wurde die größte zusammenhängende Dach-Photovoltaikanlage auf einer deutschen Industrieimmobilie installiert. Durch die 23.000 Photovoltaik-Module und 52 Wechselrichter werden jährlich 8,4 Millionen Kilowattstunden Solarstrom erzeugt.

Das neue C3-Zentrum in Bremen bündelt die Logistikaktivitäten für das globale Mercedes-Produktionsnetzwerk. Fahrzeugteile werden nach der Completely-Knocked-Down-Methode (CKD) für den Versand über die großen deutschen Seehäfen weltweit vorbereitet. „Die Transportlogistik ist ein maßgeblicher Teil der automobilen Wertschöpfungskette. Durch Prozessoptimierung CO₂-Emissionen zu vermeiden und zu reduzieren, steht damit für Mercedes-Benz auf dem Weg zur bilanziellen CO₂-Neutralität entsprechend klar im Fokus“, erläutert Jörg Burzer, Produktionsvorstand von Mercedes.

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