Tesla hat seine Unternehmensmission angepasst und dabei eine Formulierung gestrichen, die über Jahre präsent war. Künftig verzichtet der Elektroauto- und Energiekonzern auf den Begriff „nachhaltig“ und spricht stattdessen von „Amazing Abundance“. Die Änderung machte CEO Elon Musk kurz vor Weihnachten öffentlich. Auf seiner Plattform X erklärte er, die neue Wortwahl klinge freudvoller und passe besser zu der langfristigen Vision des Unternehmens.
Ausgangspunkt der Anpassung ist eine Verschiebung im Selbstverständnis des Konzerns. Ursprünglich hatte Tesla das Ziel formuliert, den Übergang zu nachhaltigem Transport zu beschleunigen. Mit dem Einstieg in Solarenergie und Energiespeicher wurde diese Mission später auf nachhaltige Energie ausgeweitet. In den vergangenen Jahren rückte schließlich der Gedanke eines „Sustainable Abundance“, also eines nachhaltigen Überflusses, in den Mittelpunkt der öffentlichen Selbstdarstellung.
Nun wird dieser Begriff ersetzt. Musk begründete den Schritt nicht mit inhaltlicher Kritik an Nachhaltigkeit, sondern mit einer veränderten Tonalität. Die Zukunft soll positiv, inspirierend und von technologischem Fortschritt geprägt dargestellt werden. Wenige Tage zuvor hatte er auf X geschrieben, dass Künstliche Intelligenz und Roboter einen Überfluss für alle ermöglichen würden. Die neue Mission greift diese Vorstellung auf, verzichtet jedoch auf die explizite Betonung ökologischer Aspekte.
Parallel zur sprachlichen Neuausrichtung hat sich auch das Geschäft von Tesla stark verändert. Das Unternehmen begann als Hersteller von Elektroautos, baute aber früh ein internationales Schnellladenetzwerk auf und erweiterte sein Angebot um Lösungen zur Energieerzeugung und -speicherung. Mit dem Einstieg in den Bereich der schweren Nutzautos kam eine weitere Sparte hinzu, die den Konzern breiter aufstellte.
In den vergangenen Jahren verlagerte sich der Fokus erneut. Fortschritte beim autonomen Fahren rückten Software, Rechenleistung und Daten stärker ins Zentrum. Darauf aufbauend gewannen Künstliche Intelligenz und Robotik an Bedeutung. Besonders der humanoide Roboter Optimus steht sinnbildlich für den Anspruch, Technologien nicht nur digital, sondern auch physisch wirksam zu machen.
Diese Entwicklung spiegelt sich im „Master Plan Part IV“ wider, den Tesla im September veröffentlichte. Darin beschreibt der Konzern seine langfristige Strategie und betont neben Elektroautos und Energiesystemen vor allem KI und Roboter. In dem Dokument heißt es, das nächste Kapitel der Unternehmensgeschichte solle helfen, eine Welt zu schaffen, die bisher nur in Ansätzen vorstellbar sei. Produkte und Dienstleistungen würden entwickelt, um Künstliche Intelligenz in die physische Welt zu bringen.
Quelle: Focus – Elon Musk streicht „nachhaltig“ aus der Tesla-Mission







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