China-Problem für Mercedes: Elektrischer CLA bleibt Ladenhüter

China-Problem für Mercedes: Elektrischer CLA bleibt Ladenhüter
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Mercedes-Benz

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der elektrische Mercedes CLA gilt technisch als eines der wichtigsten Elektroautos des Stuttgarter Herstellers. Im besonders wichtigen chinesischen Markt scheint der Hoffnungsträger bislang jedoch kaum Käufer zu finden. Laut einem Medienbericht von Auto Motor und Sport soll die Produktion der dort angebotenen Langversion CLA L vorübergehend sogar gestoppt worden sein. Mercedes-Benz hat dies allerdings bislang weder bestätigt noch näher kommentiert.

Im ersten Halbjahr 2026 sollen in China demnach lediglich 627 Exemplare verkauft worden sein. Nachdem im März zwischenzeitlich 358 Neuzulassungen registriert wurden, brach die Nachfrage anschließend wieder ein. Für Juni wird sogar keine einzige Neuzulassung ausgewiesen. Ob dies bereits eine Folge des möglichen Produktionsstopps ist oder andere Gründe hat, bleibt offen.

Dabei hat Mercedes erheblichen Aufwand betrieben, um den CLA an den chinesischen Markt anzupassen. Der Radstand wurde um vier Zentimeter verlängert, lokale digitale Dienste wurden integriert, und auch bei den Assistenzsystemen setzt der Hersteller auf chinesische Partner. Technisch bringt der CLA L unter anderem eine 800-Volt-Architektur, eine Reichweite von bis zu 866 Kilometern nach dem großzügigen chinesischen CLTC-Zyklus und schnelles Laden mit.

Im Test sehr überzeugend

Dass der CLA grundsätzlich ein sehr gutes Elektroauto ist, bestätigte bereits unser ausführlicher Test. Der europäische CLA 250+ überzeugte mit einem Autobahnverbrauch von etwa 15 bis 16 kWh je 100 Kilometer bei moderater Fahrweise. Von 10 auf 80 Prozent ließ sich der Akku unter optimalen Bedingungen in lediglich 18 Minuten laden. Hinzu kamen ein hoher Fahrkomfort, eine zuverlässige Routenplanung und eine präzise Prognose des Ladestands am Ziel. Das Fazit fiel entsprechend positiv aus: Der CLA ist sparsam, modern und ausgesprochen langstreckentauglich. Auch Green NCAP lobte das Modell.

Der schwache Start in China ist daher weniger ein Beleg für mangelnde Elektroauto-Kompetenz. Vielmehr zeigt er, dass Effizienz, Reichweite und Ladeleistung dort längst nicht mehr ausreichen. Die chinesischen Hersteller haben technisch massiv aufgeholt und kombinieren ihre Elektroautos häufig mit umfangreicher digitaler Ausstattung und aggressiven Preisen.

Der CLA L startete in China bei 249.000 Yuan (32.200 Euro). Das Tesla Model 3 kostete zum Marktstart des Mercedes ab 235.500 Yuan (30.500 Euro), der bald wohl auch in Deutschland erhältliche Xiaomi SU7 sogar ab 215.900 Yuan (28.000 Euro). Damit lag der Mercedes etwa sechs Prozent über dem Tesla und rund 15 Prozent über dem Xiaomi.

Der CLA steht damit beispielhaft für die aktuelle Lage vieler deutscher Automobilhersteller: Der technische Rückstand bei Elektroautos wird deutlich kleiner, teilweise setzen Modelle wie der CLA bei Effizienz und Ladegeschwindigkeit sogar Maßstäbe. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis können die Hersteller mit der chinesischen Konkurrenz jedoch noch nicht durchgehend mithalten. Gerade in China reicht der gute Ruf einer deutschen Premiummarke offenbar immer seltener aus, um diesen Aufpreis zu rechtfertigen.

Quelle: Auto Motor und Sport – Mercedes CLA floppt in China: Produktion des Hoffnungsträgers offenbar gestoppt

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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