Welche E-Auto-Marken in Europa besonders gewachsen sind – und wer schrumpft

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Zahlen, Daten und Fakten sind so eine Geschichte. Es kommt immer auf den Blickwinkel und die Interpretation der Zahlen an. Dies zeigt sich besonders deutlich, dass laut Auswertung von Automobil-Analyst Matthias Schmidt der E-Auto-Absatz von Honda in Europa im ersten Halbjahr um auf den ersten Blick durchaus beeindruckende 1105 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen ist. In absoluten Zahlen hat Honda seine Elektroauto-Verkäufe allerdings nur von 392 auf 4725 Einheiten gesteigert. Das ist in etwa das, was Seat / Cupra alleine im Juni (4483 Einheiten) abgesetzt hat.

In Summe wuchs der Absatz von E-Autos in Westeuropa in den ersten sechs Monaten um 1,3 Prozent. Betrachtet man einzelne Hersteller, zeigen sich deutliche Verschiebungen. E-Auto-Primus Tesla musste einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Im ersten Halbjahr brachten es die Amerikaner auf -13,7 Prozent verkaufte Stromer. Waren es im ersten Halbjahr 2023 noch 180.794 Einheiten, waren es im gleichen Zeitraum 2024 lediglich 155.977 Einheiten.

In absoluten Zahlen stand nach dem ersten Halbjahr der VW-Konzern an der Spitze des westeuropäischen Elektroautomarktes. Dieser brachte es auf 169.674 Einheiten gegenüber 199.282 im Vorjahr, was einem Rückgang von 14,9 Prozent entspricht. Der Blick auf die Details und die einzelnen Konzernmarken ist hierbei besonders spannend. Volkswagen verzeichnete einen Rückgang von 24,2 Prozent (-23.734 Einheiten), Porsche hingegen musste einen Rückgang von sogar 54,7 Prozent hinnehmen (-4984 Einheiten). Lediglich Seat/ Cupra ist es gelungen, ein Prozent Absatzwachstum zu erreichen (+176 Einheiten).

Stellantis, auf Platz Drei im Top-Ranking der Marken nach Absatz, verbuchte lediglich einen Rückgang von 7,2 Prozent im Absatz. So konnte die Volumenmarke Peugeot 3269 mehr Einheiten zulassen (+8,2 Prozent). Wohingegen Fiat (-26,5 Prozent), Opel/ Vauxhall (-26,4 Prozent), Citroën (-17 Prozent) sowie DS (-49,7 Prozent) allesamt ein Absatzrückgang verzeichneten. Hier könnte in Zukunft Jeep die Lücke füllen oder zumindest für Stellantis den Rückgang einzelner Marken mindern. Ihren Absatz im ersten Halbjahr 2024 hat die Geländewagenmarke auf 9294 Einheiten von zuvor 2211 Einheiten (+320,4 Prozent) gesteigert.

Blicken wir noch auf die chinesischen Marken, die ihren Weg nach Europa suchen und deren Marktentwicklung:

  • SAIC/ MG: -11,3 Prozent (-5547 Einheiten)
  • BYD: +437,6 Prozent (+13.123 Einheiten)
  • XPeng: 2023 noch nicht in Europa (+2223 Einheiten)
  • Great Wall Motors: +86,6 Prozent (+881 Einheiten)
  • Nio: +0,9 Prozent (+7 Einheiten)

Quelle: Matthias Schmidt – H1 2024 – European Electric Car Market Intelligence Study

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Pedro G.:

Stellantis hat einige Produkte im nächsten halben/ganzen Jahr in der Pipeline darum verkauft man auch keine alten Produkte !
Was nützt es ein Produkte anzukündigen und dann nicht liefen können wegen diversen Problemen !

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