MAN erhält 24,2 Millionen Euro Förderung für E-Lkw und E-Busse

MAN erhält 24,2 Millionen Euro Förderung für E-Lkw und E-Busse
Copyright:

Foto: MAN

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Am MAN-Standort Nürnberg hat der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder (CSU) vier Förderbescheide der Staatsregierung in Höhe von zusammen mehr als 24 Millionen Euro symbolisch an das Unternehmen übergeben, berichtet MAN in einer Pressemitteilung. Die Summe sei Teil einer umfassenden Technologieförderung für die Weiterentwicklung von Hochvoltbatterien für E-Lkw und -Busse. Damit seien von fünf Förderprojekten aktuell vier durch die Bayerische Staatsregierung beschieden und zugesagt. Das noch ausstehende Teilprojekt befinde sich derzeit noch in der Antragsphase.

Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident, sagte: „Gute Nachrichten für Nürnberg bei der heutigen Betriebsversammlung: MAN geht in die Zukunft und das mit starker Unterstützung des Freistaats Bayern. Versprochen – gehalten: Wir investieren zusammen 30 Millionen Euro in die Förderung für Entwicklung und Forschung der Batterietechnologie bei MAN. Das ist der Startschuss für eine echte Gigafactory der Batterietechnologie in Nürnberg. Wir betreiben in Bayern Industriepolitik durch Investitionen in Forschung. MAN ist eine der großen und erfolgreichen Firmen, die Bayern und auch Nürnberg wirtschaftlich groß und stark gemacht haben. Damit das auch so bleibt, beginnt die Zukunft jetzt.“

Starkes Bekenntnis zu Standort Nürnberg

Vor rund einem Jahr hatte MAN Truck & Bus seine Entscheidung bekannt gegeben, ab 2025 Nutzfahrzeug-Batterien in Großserie am Standort Nürnberg zu bauen. Mit den Batteriepacks sollen die elektrisch angetriebenen Lkw und Busse von MAN bestückt werden. Während der elektrische Stadtbus MAN Lion’s City E bereits seit 2020 serienmäßig produziert werde und eine starke Nachfrage erfahre, beginne die Auslieferung der neuen MAN eTrucks im Jahr 2024. MAN werde für Entwicklung und Produktion der Batteriepacks in Nürnberg rund 100 Mio Euro investieren. Hinzu kämen Investitionen in Logistik, Infrastruktur, Gebäude und Fertigungsanlagen. Die Entscheidung für Nürnberg als Standort für die MAN-Batterieproduktion sei Resultat eines engen Schulterschlusses zwischen Vertretern von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sowie der Politik.

„MAN hat Zukunft – das hat Ministerpräsident Söder vor einem Jahr auf das erste Battery-Pack aus Nürnberg geschrieben. Das gilt auch für unseren Standort Nürnberg, den wir zu einem Innovations- und Produktionszentrum für alternative Antriebe transformieren. Dass wir auf diesem Weg die nötige Unterstützung erhalten, freut mich sehr. Ich danke der Bayerischen Staatsregierung, der Stadt Nürnberg, aber auch der Arbeitnehmerseite und allen weiteren involvierten Stellen für die pragmatische und konstruktive Zusammenarbeit, für die vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre und die schnellen Entscheidungsprozesse. Deutschland kann Zukunft – wenn, wie hier, Politik und Wirtschaft ein gemeinsames Ziel verfolgen“, sagte Alexander Vlaskamp, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus SE.

Schon jetzt Gedanken über Ausbaustufen

„Die vor uns liegende Transformation ist eine große Herausforderung, die nur gelingen kann, wenn Unternehmen mit Betriebsräten, Gewerkschaft und der Politik zusammenarbeiten. Von daher ist es ein gutes Zeichen für die Metropolregion Nürnberg und den Freistaat Bayern, dass die Batterieserienfertigung hier im MAN Werk Nürnberg unterstützt wird“, sagte Markus Wansch, MAN-Betriebsratsvorsitzender Nürnberg und stellvertretender Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats.

Die Produktion der Battery-Packs in Vor- und Kleinserie in kleinerem Maßstab sei bereits im Jahr 2021 gestartet. Ab 2025 werde die Batterieproduktion mit einer neuen Produktionsanlage und in einer neuen Halle schrittweise hochgefahren. Der Spatenstich dafür soll im Herbst 2023 erfolgen. Rund 100.000 Batterien pro Jahr könnten dann in Großserie gefertigt werden – es sei die Basis für die Industrialisierung von Elektroantrieben bei MAN. Damit könnten etwa 15.000 bis 25.000 E-Lkw bestückt werden – je nach Konfiguration.

Sollte der Hochlauf der E-Mobilität im Truckbereich so erfolgen wie wir annehmen, reicht die jetzt geplante Produktionskapazität am Ende dieses Jahrzehnts nicht mehr aus. 2030 sollen etwa 50 Prozent aller neu zugelassenen MAN-Trucks in Europa batterieelektrisch sein – das wären etwa 40.000 Einheiten. Daher fangen wir bereits jetzt an, uns über weitere Ausbaustufen Gedanken zu machen“, stellt Vlaskamp fest.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 22.06.2023

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

MAN steigert Absatz: E-Busse treiben Wachstum

MAN steigert Absatz: E-Busse treiben Wachstum

Tobias Stahl  —  

MAN hat seine Absatzzahlen für 2025 veröffentlicht: Vor allem der Absatz von elektrischen Bussen und E-Lkw entwickelte sich positiv.

MAN will kräftig sparen, um noch kräftiger investieren zu können

MAN will kräftig sparen, um noch kräftiger investieren zu können

Michael Neißendorfer  —  

Nur mit einen strikten Sparkurs kann MAN in Deutschland eine Milliarde Euro investieren. Kündigungen soll es nicht geben, MAN setzt auf natürliche Fluktuation.

DAF zeigt neue Elektro-Lkw XG und XG+ Electric

DAF zeigt neue Elektro-Lkw XG und XG+ Electric

Michael Neißendorfer  —  

Die vollelektrische Lkw-Baureihe von DAF bietet maßgeschneiderte Lösungen für eine breite Palette an Anwendungen – und viel Komfort für Fahrer.

Experte: Warum Speditionen trotz E-Lkw weiter Diesel kaufen

Experte: Warum Speditionen trotz E-Lkw weiter Diesel kaufen

Sebastian Henßler  —  

Trotz besserer Verfügbarkeit von Elektro-Lkw bleibt die Nachfrage schwach: Hohe Strompreise und schlechte Ladeinfrastruktur bremsen den Umstieg weiter aus.

E-Lkw: Neue Fallstudien zeigen Lösungen für Fernverkehr und Depots

E-Lkw: Neue Fallstudien zeigen Lösungen für Fernverkehr und Depots

Michael Neißendorfer  —  

Zwei neue Fallstudien des Öko-Instituts kommen zu dem Ergebnis, dass die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs grundsätzlich technisch machbar ist.

Renault Truck stellt Intralogistik rein elektrisch auf

Renault Truck stellt Intralogistik rein elektrisch auf

Michael Neißendorfer  —  

Der Werksverkehr von Renault Trucks wird rein elektrisch. Mit mehr als 800 Kilometern Strecke im Rundlauf und einem cleveren System.

EU gibt 1,6 Milliarden Euro für E-Lkw-Ladestationen frei

EU gibt 1,6 Milliarden Euro für E-Lkw-Ladestationen frei

Michael Neißendorfer  —  

Mit dem Geld soll der Aufbau von bis zu 1410 Ladepunkten für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge an mehr als 120 Autobahnrastplätzen gefördert werden.