MAN baut Batteriefertigung in Nürnberg auf

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der Lkw- und Bushersteller MAN will ab Anfang 2025 Hochvolt-Batterien für E-Lkw und ‑Busse in Großserie am Standort Nürnberg fertigen. Dafür investiert das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren rund 100 Millionen Euro am traditionsreichen Fertigungsstandort für Verbrennungsmotoren, so MAN in einer aktuellen Mitteilung. Die Fertigungskapazitäten sollen auf mehr als 100.000 Batterien pro Jahr ausgebaut werden.

Durch die Investitionen in den Aufbau der Batterieproduktion sollen perspektivisch 350 zukunftsträchtige Arbeitsplätze gesichert werden. Die wichtige Investitionsentscheidung erfolgte im engen Schulterschluss zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer-Vertretung sowie durch Unterstützung der bayerischen Politik. Mit der Entscheidung wird dem Traditionsstandort Nürnberg eine Perspektive für die Zukunft gegeben.

Zunächst sollen die Batterien, die neben den Motoren das Herzstück der elektrischen Nutzfahrzeugantriebe bilden, im Nürnberger MAN-Werk in einer Kleinserienproduktion etwa zweieinhalb Jahre manuell gefertigt werden. Der Baubeginn der Großserienfertigung ist für Mitte 2023 und deren Fertigstellung für Ende 2024 geplant. Damit will MAN die Grundlage legen für die großflächige Industrialisierung von Elektroantrieben bei Lkw und Bussen.

Unterstützung erhält der Nutzfahrzeughersteller dabei durch die Bayerische Staatsregierung, die für den Zeitraum 2023 bis 2027 zur Energieforschungs- und Technologieförderung einen Beitrag in Höhe von rund 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt hat, soweit die zuwendungsrechtlichen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen. Diese Mittel sollen zur Forschung in den Bereichen Batterie-Montage, Zell-Chemie und ‑Entwicklung, Batterie-Sicherheit und schließlich Batterie-Recycling eingesetzt werden, um die Nachhaltigkeit der Antriebsart sicherzustellen.

MAN-E-Lkw-E-Bus-Batterie
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Wir beginnen nun mit der Industrialisierung der Elektromobilität und setzen unseren Weg zur klimaneutralen Mobilität bei Nutzfahrzeugen fort. Es ist eine wegweisende Standort- und Investitionsentscheidung für die nächsten Jahrzehnte. Zugleich ist es ein Stück gelebte Transformation von MAN hin zum Anbieter nachhaltiger Transportlösungen“, sagt Alexander Vlaskamp, Vorsitzender des Vorstands von MAN Truck & Bus. Damit sei jetzt der Weg frei für ein Nutzfahrzeug-E-Cluster ‚Made in Bavaria‘, das aus der Fertigung der E-Lkw bei MAN in München, der Batterie-Produktion in Nürnberg, der Forschung & Entwicklung an beiden Standorten sowie der Zusammenarbeit mit ansässigen Hochschulen, Universitäten und Instituten besteht. „Mit unserer Investitionsentscheidung sichern wir rund 350 Arbeitsplätze am Standort Nürnberg und Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Arbeitsplätze in Deutschland ab. Solche wichtigen Weichenstellungen sind nur im Schulterschluss mit allen Beteiligten von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sowie der Politik möglich“, so Vlaskamp weiter.

Die Batterien sind das Ergebnis einer aufwendigen Montage und echte Kraftpakete: Sie werden aus Hunderten Batteriezellen hergestellt, die wiederum zu Modulen gruppiert und in einzelnen Layern zu einem Batteriegehäuse (Pack) zusammengeführt werden. Dafür sind ein hoher Grad an Know-how und strikte Sicherheitsstandards notwendig. Ein schwerer E-Lkw benötigt, je nach Reichweite, bis zu sechs dieser Battery-Packs. Die E-Lkw von MAN sollen damit zunächst auf Reichweiten von 600 bis 800 Kilometern kommen. In der nächsten Generation der Batterietechnologie seien laut MAN ab etwa 2026 Reichweiten von bis zu 1000 Kilometern zu erwarten. Damit soll der E-Lkw endgültig fernverkehrstauglich werden.

MAN fertigt ab 2024 E-Lkw in Serie

Etwa Mitte des laufenden Jahrzehnts werden die Gesamtbetriebskosten für einen E-Lkw und einem mit Dieselantrieb gleichauf sein. MAN rechnet daher damit, dass spätestens dann die Nachfrage der Kunden nach E-Fahrzeugen deutlich ansteigen wird – eine entsprechende Ladeinfrastruktur vorausgesetzt.

Die Produktion von schweren E-Lkw startet bei MAN Anfang 2024 in München. Eine Kleinserie hat der Hersteller bereits 2019 auf die Straße gebracht. Auch vollelektrische Stadtbusse und Transporter hat MAN bereits seit Längerem im Markt.

Das Werk Nürnberg schaut auf eine lange Tradition zurück. Mit seiner rund 180-jährigen Geschichte ist es eine der Wurzeln von MAN. Seit mehr als hundert Jahren werden in Nürnberg Lastwagen oder -Komponenten gefertigt. So ist der Standort mit seinen gut 3600 Mitarbeitern heute für Entwicklung, Produktion und externen Vertrieb aller MAN-Diesel- und Gasmotoren verantwortlich.

Mit seiner Elektrifizierung beginnt nun ein neues Kapitel für den Nürnberger Produktions- und Entwicklungsstandort, der vermehrt auch Aufgaben innerhalb der Traton Group übernehmen soll: Mit dem Start der Batterie-Produktion will MAN Truck & Bus seine Position innerhalb der Gruppe als Kompetenz-Partner für das Thema Elektromobilität festigen.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 29.06.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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