In Zeiten wie diesen: Kostenvorteil von E-Autos wächst!

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Volvo

Felix Katz
Felix Katz
  —  Lesedauer 3 min

Die Energiepreise sind derzeit hoch wie nie – so ein Mist! Doch das bedeutet auch, dass der Kostenvorteil von E-Autos nie größer war. Wer ein Elektroauto fährt, tankt deutlich günstiger als Besitzer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Die Ersparnis im Vergleich zu Benzinern beläuft sich aktuell auf 59 Prozent, im Vergleich zu Diesel sind es 57 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das Vergleichsportal Verivox. Elektroauto-news.net hat sich die Berechnung angeschaut.

Der durchschnittliche Stromverbrauch der zehn Elektroauto-Modelle, die im Jahr 2020 am häufigsten zugelassen wurden, liege laut Verivox im Schnitt bei 19 Kilowattstunden (kWh) pro 100 km. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 37,02 Cent/kWh ergeben sich somit Kosten von 7,04 Euro. Auf eine jährliche Fahrleistung von 15.000 km hochgerechnet ergibt das Unterhaltskosten von 1.055 Euro.
Benziner verbrauchen laut Verivox auf 100 km im Schnitt 7,7 Liter (Anm. d. Redaktion: erfahrungsgemäß oft sogar mehr). Bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von unglaublichen 2,20 Euro pro Liter ergibt sich ein finanzieller Aufwand von 16,94 Euro. Dies entspricht laut Verivox 2.541 Euro für 15.000 km. Legt man bei Diesel-Pkw einen durchschnittlichen Verbrauch von 7 Litern pro 100 km zugrunde, kommt man bei einem aktuellen Literpreis von 2,317 pro Liter auf 16,22 Euro. Bei der selben jährlichen Fahrleistung (15.000 km) summieren sich die Kosten somit auf 2.433 Euro. Zudem lässt sich auch feststellen, dass konventionelle Verbrenner-Varianten höhere Kosten beim Unterhalt verursachen – also etwa Wartung, Verschleiß oder Steuer. Zwei zu null fürs Elektroauto.

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Verivox

Selbst ein sparsamer Diesel kann nicht mithalten

„Angesichts der hohen Preise für Benzin und Diesel sparen alle, die ein E-Auto fahren, momentan richtig viel Geld. Die durchschnittlichen Kosten für Benzin und Diesel sind aktuell mehr als doppelt so hoch“, erklärt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Und weiter: „Wie sich die Energiekosten in den nächsten Monaten entwickeln, hängt in erster Linie vom Krieg in der Ukraine und einem möglichen Importstopp von Gas und Öl aus Russland ab.“ Dass die Stromkosten für das Tanken deutlich niedriger liegen als die Spritkosten, zeige auch der Vergleich ähnlicher Automodelle, den der ADAC herangezogen hat: So verbraucht der VW e-Golf (136 PS) laut „ADAC Ecotest“ (05/2019) rund 17,3 kWh auf 100 Kilometern. Werd der aktuelle Durchschnittspreis für Haushaltsstrom berücksichtigt, entspreche das Kosten von rund 6,40 Euro. Ein vergleichbarer moderner Benziner wie der mild-hybridisierte VW Golf 1.5 eTSI mit 150 PS verbrauche demnach 6,1 Liter Benzin auf 100 Kilometern, was zu einer Tankquittung in Höhe von 13,42 Euro führt (ADAC Ecotest 03/2020). Beim gleich starken Diesel-Golf mit 2.0-TDI-Motor und einem Verbrauch von 4,8 Litern auf 100 km liegen die Kosten bei 11,12 Euro und damit ebenfalls deutlich über den Stromkosten des vergleichbaren Modells (ADAC Ecotest 09/2021).

Laut Verivox habe eine Erhebung des Beratungshauses „EUPD Research“ ergeben, dass 77 Prozent der Ladevorgänge von Elektroautos zu Hause stattfinden. Daher ist für einen Kostenvergleich der durchschnittliche Strompreis für Haushalte (37,02 Cent/kWh) ausschlaggebend. Nicht vergessen werden darf, dass an öffentlichen Ladesäulen je nach Anbieter und Aufladungsart aber schnell auch deutlich höhere Kosten entstehen können. Die durchschnittlichen Benzin- und Dieselpreise entsprechen laut clever-tanken.de dem bundesweiten Durchschnitt vom 13.03.2022 und schwanken regelmäßig. So oder so ergibt sich ein Kostenvorteil für Elektroautos, der noch nie höher war wie in zurzeit. Und jetzt sind Sie dran …

Quellen: ADAC.de, clever-tanken.de, Verivox.de

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Felix Katz

Felix Katz

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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Torsten:

Hier wird immer mit Benzin- und Diesel-Autos verglichen. Leider fehlt bei solchen Berechnungen immer der Vergleich zu LPG-angetriebenen Autos. Die sind bei den „Spritkosten“ immer noch günstiger als E-Autos. Auch die Anschaffungskosten sind nur halb so hoch, wie bei einem vergleichbaren E-Auto. Allein bei den Wartungskosten ist ein E-Auto besser als alle anderen KfZ. Auch scheinen mir die Ladekosten schöngerechnet zu sein. Mir fehlt hier die Vergleichsrechnung bei 100prozentiger Nutzung öffentlicher Ladesäulen. Nach wie vor sind E-Autos was für Eigenheimbesitzer idealerweise mit eigener PV-Anlage und/oder kostenloser Lademöglichkeit. Aber das ist nur eine kleine Minderheit aller Autofahrer. E-Autos für Alle ist also noch Zukunftsmusik, zumal ja alle E-Autohersteller aktuell extrem lange Lieferzeiten haben. Eine Steigerung der Nachfrage bei E-Autos ist also im Moment gar nicht sinnvoll. Sobald die E-Autoförderprämie ausläuft, bricht sowieso die Nachfrage nach E-Autos ein. Auch ist ein Sinken der Preise für E-Autos in naher Zukunft eher nicht zu erwarten. Erst wenn die Lieferketten wieder zuverlässig funktionieren und das Angebot von E-Autoakkus bei den Herstellern größer als die Nachfrage ist, werden die Preise sinken. Und das wird noch ein paar Jahre dauern.

Daniel W.:

Die Fragen sind wohl nicht ernsthaft gemeint oder doch? – hier trotzdem Antworten:

Autobahnen und Schnellstraßen – nur Fahrzeuge, die bauartbedingt schneller als 60 km/h fahren, also für Fahrräder / Pedelecs, L6e-Fahrzeuge (45 km/h) usw. verboten.

Ferienhaus Toscana – wer unbedingt mit einem Pedelecs da runter fahren will, warum nicht, ansonsten leiht man sich vorort ein Pedelecs, in Zukunft auch überdachte Pedelecs mit 2, 3 oder 4 Rädern.

Überdachte Pedelecs – als Option gibt es (bei 3 oder 4 Rädern) meistens auch einen seitlichen Wetterschutz, damit man trocken am Ziel ankommt. Warme Bekleidung im Winter empfohlen.

Stellplatz – in der Firma gibt es sicherlich auch einen Platz um Fahrräder / Pedelecs abzustellen.

Bodo Panitzki:

Darf man mit dem Pedelec auch auf der Autobahn fahren? Allemal müsste man als Käufer so eines Geräts sicher seinen Chef um drei Wochen Urlaubsverlängerung bitten, wenn man z.B.sein Ferienhaus in der Toscana hat .
Ich hab’s mir gerade angeschaut. Sieht toll aus. Aber irgendwie finde ich das Bike nicht wirklich überzeugend. Dieses schwere Ding muss man erstmal bewegen. Und wenn man denn die Mukis dazu hat, wird man vermutlich relativ jung sein und vielleicht auch nicht wasserscheu. Wenn’s dann also im Regen sein muss, Regenzeug anziehen und rauf auf’s halb so teure 22 kg Pedelec. Handtuch nicht vergessen. Oder im Büro lagern ;-).

Bodo Panitzki:

Ihr ‚Beitrag‘ ist doch total sinnfrei. Ähnlich albern wäre es, wenn ich schriebe „was interessieren mich bei meinem Einkommen von 300.000.- € die Spritpreise“ .
SIE haben ein eigenes Dach, aber Auto-Normalo nicht.
Aber ich finde es schon toll, dass Sie die Möglichkeit haben, Ihren eigenen Strom zu erzeugen. Allemal vor dem Hintergrund, dass die aufgemachte Rechnung sich schon sehr bald überholt hat. Die E-Fritzen werden uns brutal schröpfen, wenn wir erstmal alle elektrisch unterwegs sind. Außerdem bin ich auf unsere nächste Stromabrechnung gespannt. Da werde ich über 30 Cent pro kWh wohl nur noch lachen können oder vielleicht eher weinen.

Fridolin:

Ich muss noch einen Gedanken zum genannten Durchschnittsverbrauch von 19 kwh nachtragen. Aus meiner Sicht ist das ein idealisierter WLTP-Wert. Der tatsächliche Durchschnittsverbrauch wird höher sein. Hinzu kommen erhöhende Faktoren wie z.B. Winterbetrieb, Ladeverluste, etc.
Damit verschlechtert sich der Kostenvorteil für E-Fahrzeuge aufgrund der Betriebskosten noch einmal.

Fridolin:

Ich sehe mich durchaus als Fan der Elektromobilität.
Die Darstellung stellt meiner Meinung nach die Tatsachen nicht korrekt dar. Die genannten 37 ct sind nur für Heimlader realistisch. Zudem berücksichtigen sie nicht die anteiligen Grundgebühren. Bei weiteren Fahrten kommen die Kosten der Ladesäulen hinzu. 37 ct wären da ein Schnäppchen.
Kurzum der Kostenunterschied ist aus meiner Sicht weit geringer.

Daniel W.:

Mit 7.299 Euro auf dem Preisniveau von Citroen Ami (nicht in Deutschland) und Opel Rocks-e, zwar langsamer, aber sparsamer im Verbrauch und radwegetauglich, zudem kein Versicherungskennzeichen erforderlich. Mit Abstrichen ein kleines „Stadtauto“, das sehr wenig Resourcen verbraucht.

Daniel W.:

Bei Twizy wird gerne vergessen, dass in 10 Jahren 6.000 Euro nur für die Batteriemiete anfallen.

Platzbedarf des Hoppers – Länge: 200 cm / Breite: 88 cm – so viel wie für ein 3-rädriges Lastenrad.

Da der Hopper dem Fahrrad gleichgestellt ist, darfst Du direkt vor der Haustür parken und den Fahrradweg durch den Park nutzen.

(Quelle: hopper-mobility.com/faq/)

Ein normales Fahrrad (bzw. 2-Rad-Pedelec) ist ähnlich lang und breit mit Lenker, nur dass sich die Lenker hier überlangern können und die Fahrräder somit weniger Breite brauchen.

Der Hopper so breit wie ein Fahrrad ist und ähnlich schnell, so dass er kein größeres Hindernis als ein Fahrrad darstellt und da er viel auffälliger ist, wird auf normalen Straßen nicht so leicht übersehen.

brainDotExe:

Ist aber effektiv (für die gebotene Leistung) ein teures Vergnügen welches nur in der (Groß-)Stadt Sinn macht.
Sobald man sich außerhalb der Stadt oder generell auf dem (platten) Land bewegen will/muss ist es eh keine Alternative.

Bernhard:

Das ist das Problem von vielen solchen StartUp-Lösungen. Viel zu teuer. Das Ding benötigt eine Grundfläche, bei der das Abstellen schon ein Problem darstellt Das stellst Du nicht mehr in den Fahrradständer auf dem Gehweg vor dem Geschäft. Und nicht überall gibt es breite Radwege. Damit wird man dann des öfteren zum Verkehrshindernis. Da ist dann z.B. eine Twizzy zu gleichem Geld bzw. als gebrauchtes Teil für deutlich weniger meiner Meinung nach wesentlich sinnvoller.

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