Autokosten: E-Autos und Plug-in-Hybride sind günstiger als Verbrenner

Autokosten: E-Autos und Plug-in-Hybride sind günstiger als Verbrenner
Copyright:

LeasePlan

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Flotten- und Fuhrparkunternehmen LeasePlan hat seinen Car Cost Index 2021 veröffentlicht. Er zeigt, wie viele andere Untersuchungen zuvor auch, dass der Unterhalt für Elektrofahrzeuge vom Kleinwagen bis zur gehobenen Mittelklasse günstiger ist als für herkömmliche Antriebe. Der jährlich erscheinende Autokosten-Index von LeasePlan, der mittlerweile in seiner sechsten Ausgabe vorliegt, beleuchtet die Gesamtbetriebskosten (TCO) von Fahrzeugen – einschließlich Treibstoff/Strom, Wertverlust, Steuern, Versicherung und Instandhaltung – in insgesamt 22 europäischen Ländern. Im Index 2021 werden alle Kosten über die ersten vier Jahre gemittelt und gehen von 30.000 km Fahrleistung pro Jahr aus.

In den meisten europäischen Ländern können demnach Elektrofahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse in puncto Kosten mit Benzinern und Verbrennern mithalten. Und in den wenigen Ländern, in denen E-Autos preislich noch nicht in derselben Liga wie Verbrenner spielen, hat sich der Preisunterschied zwischen E-Autos und Dieseln/Benzinern deutlich verringert. Setzt sich der Trend weiter fort, werden Elektrofahrzeuge in allen untersuchten Ländern, einschließlich osteuropäischen Märkten wie Rumänien und Polen, Mitte der 2020er Jahre auf demselben Kostenniveau liegen, so LeasePlan in einer aktuellen Mitteilung.

Im vergangenen Jahr lag der Unterhalt für ein Elektroauto in Deutschland im Schnitt noch knapp über dem Diesel und dem Benziner. Jetzt ist ein reiner Stromer in der gehobenen Mittelklasse mit 760 Euro monatlichen Kosten genau 200 Euro günstiger als ein Diesel (960 Euro), mehr als 100 Euro als ein Benziner (878 Euro). Auch ein Plug-in-Hybrid liegt mit insgesamt 851 Euro Unterhalt deutlich unter dem Diesel, ist vergleichbar mit dem Benziner, aber fast 100 Euro teurer als ein reines E-Auto. Dieses Bild zeigt sich auch in bei den Kleinwagen (Elektro: 570 Euro, Diesel: 618 Euro, Benziner: 589 Euro) und in der Kompaktklasse (Elektro: 618 Euro, Diesel: 735 Euro, Benziner: 715 Euro). Der komplette LeasePlan Car Cost Index 2021 kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Elektrofahrzeuge sind in Deutschland endlich erschwinglich und wettbewerbsfähig“, sagt Roland Meyer, Geschäftsführer von LeasePlan Deutschland. „Aber die Maßnahmen für die Infrastruktur lassen weiterhin an vielen Stellen zu wünschen übrig“, bemängelt er. Wichtig sei es nun, in eine Ladeinfrastruktur zu investieren, die der Null-Emissionen-Ambition gerecht wird. „Solange es zu wenig Ladestationen gibt, haben wir keine Chance, dieses Ziel zu erreichen. Wir müssen hier jetzt unbedingt mehr Gas geben!

Die wichtigsten Ergebnisse aus dem Car Cost Index 2021 von LeasePlan zeigen:

  • Die durchschnittlichen Kosten für das Fahren eines Autos über alle Antriebsarten fallen in Europa sehr unterschiedlich aus und reichen von 743 Euro in Griechenland bis zu 1138 Euro in der Schweiz. Deutschland ist mit 838 Euro das viertgünstigste Land.
  • Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sind die Gesamtbetriebskosten für das Autofahren in der Schweiz und in Portugal am höchsten und für Autofahrer in Dänemark und Deutschland am niedrigsten.
  • Was die Kosten betrifft, sind E-Autos der gehobenen Mittelklasse im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in folgenden 17 Ländern voll wettbewerbsfähig: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Slowakei, Spanien, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich.
  • E-Fahrzeuge aus dem Mittelklassesegment können in 14 Ländern kostenmäßig mit Verbrennern mithalten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich.

Quelle: LeasePlan– Pressemitteilung vom 2z.10.2021

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Kommentar: Schwächere CO2-Ziele sichern keine Jobs

Kommentar: Schwächere CO2-Ziele sichern keine Jobs

Sebastian Henßler  —  

Die Union will die CO2-Ziele weiter senken. Doch die Frage, wie viele Jobs das sichert, bleibt unbeantwortet. Eine Einordnung der Fakten dahinter.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.

Ford Transit City: Neue E-Transporter ab Ende 2026

Ford Transit City: Neue E-Transporter ab Ende 2026

Sebastian Henßler  —  

Mit dem Transit City ergänzt Ford die Transporter-Familie um ein urbanes Modell: in drei Varianten, mit 56-kWh-Batterie und bis zu 1275 Kilo Nutzlast.

Union will mehr Verbrenner – Klimaziele wackeln

Union will mehr Verbrenner – Klimaziele wackeln

Sebastian Henßler  —  

Die EU-Kommission hat die Emissionsregeln für Neuwagen bereits gelockert. CDU und CSU reicht das nicht, sie fordern eine Absenkung auf 80 Prozent.

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

Sebastian Henßler  —  

VDIK-Präsidentin Labbé schlägt eine staatliche Ladekarte mit Guthaben vor. Damit ließen sich Tarifchaos und umständliches Laden auf einen Schlag beseitigen.

Polestar erhöht Anteil an recyceltem Kobalt in Batterien

Polestar erhöht Anteil an recyceltem Kobalt in Batterien

Maria Glaser  —  

In den Batterien der Modelle Polestar 2 und 3 der schwedisch-chinesischen Marke sind nun mindestens 50 Prozent an recyceltem Kobalt enthalten.

Citroën bleibt der Formel E treu – auch in Gen4-Ära

Citroën bleibt der Formel E treu – auch in Gen4-Ära

Sebastian Henßler  —  

CEO Xavier Chardon bekräftigt Citroëns Bekenntnis zur Formel E. Das Rennsport-Know-how soll die Elektrifizierung vorantreiben.