Fahrbericht: Mercedes GLC EQ meistert den Wüsten-Härtetest

Fahrbericht: Mercedes GLC EQ meistert den Wüsten-Härtetest
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Mercedes-Benz

Stefan Grundhoff
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Der Druck ist groß für den elektrischen Mercedes GLC, denn kaum ein Fahrzeug dürfte für den Autobauer aus Sindelfingen in den vergangenen Jahren derart wichtig sein wie der neue Mittelklasse-Crossover. Wir waren mit dem Elektro-SUV auf ungewöhnlich weichem Terrain in der Wüste Kaliforniens unterwegs.

Der GLC hat die C-Klasse bereits vor Jahren als beliebtestes Modell im Hause Mercedes abgelöst. Nachdem die bisherigen Elektromodelle nicht annähernd an die Erfolge der Verbrennergenerationen herankommen konnten, blickt nunmehr alles auf den neuen GLC EQ, einer der großen Stars auf der Internationalen Automobil Ausstellung in München. Er stand jedoch nicht allein wegen seiner technischen Daten im Schatten des direkten Konkurrenten BMW iX3.

Das Team rund um den scheidenden Entwicklungsvorstand Markus Schäfer will jedoch zeigen, dass der Mercedes GLC EQ seinem Kernwettbewerber in nichts nachsteht und diesen in vielen Bereichen sogar locker überflügeln kann. Bestes Beispiel hierfür die Einsatzmöglichkeiten im Gelände, denn der elektrische GLC soll hier für einen SUV von der Stange neue Maßstäbe setzen und sogar so machen echten Offroader in die Wüste schicken.

Mercedes GLC EQ: Härtetest in den Dumont Dunes

Das lässt sich besonders einfach eben genau dort zeigen und so werkelt eines der Mercedes-Entwicklungsteams unter Dr. Christoph Böhm seit rund einer Woche an den Dumont Dunes herum, um den Abstimmungen von Fahrwerk und Regelsystemen des GLC, jedoch auch Motor- und Batteriekühlung den letzten Schliff zu verleihen. Am Wochenende sind die Dumont Dünen rund zwei Stunden westlich von Las Vegas ein beliebtes Freizeitziel.

Ein gigantischer Sandkasten für die mehr oder weniger erwachsene Offroadfans, die mit Geländewagen, Quads und Baja-Rennern die bis zu 180 Meter hohen Dünenkämme heraufdonnern. Die Stimmung ist auch bei den Entwicklern prächtig, doch die Tage sind lang, denn auch wenn der Dünendrift im neuen Mercedes GLC Laune macht, ist das Programm vor dem Marktstart straffer denn je.

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So geht es mit Entwicklungsingenieur Michael Heisig auf dem Beifahrersitz zur nächsten Testrunde im neuen GLC EQ. „Wir haben den Luftdruck der Reifen auf 1,1 bar gesenkt“, erläutert Heisig entspannt, „sonst ist dieser GLC im Serientrimm.“ Heißt der weiße Mercedes GLC EQ 400 bietet nicht nur Allradantrieb, sondern auch Luftfederung und Hinterachslenkung. Starterknopf gedrückt und ab geht die wilde Fahrt.

Auf dem Zentralbildschirm das Terrain-Programm angesteuert und der Elektro-Schwabe erledigt den Rest. Vorteil Elektroantrieb: ohne zeitliche Verzögerung liegen das maximale Drehmoment von gigantischen 800 Nm und die stattlichen 360 kW / 489 PS Leistung an, mit denen der rund 2,5 Tonnen schwere Koloss die erste Düne erklimmt.

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Der Schub ist gewaltig, die Räder lenken leicht und problemlos durch den weichen Sand der Dumont Dunes. Das hohe Gewicht des Elektromodells macht sich nur beim Anfahren und den schnellen Bergabpassagen bemerkbar. Immerhin sorgt das 94 kWh schwere Batteriepaket zwischen den Achsen für einen niedrigen Schwerpunkt und so verursacht selbst die starke Neigung der 4,85 Meter langen Karosse beim Fahrer für keine nassen Hände. Die Vorteile, die Luftfederung und Hinterachslenkung mit einem Einschlagwinkel von bis zu 4,5 Grad im Alltag mit sich bringen, verpuffen hier im kalifornischen Wüstensand nahezu komplett.

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Das Zusammenspiel von E-Motoren, Bremseingriffen und Kraftverteilung verschiebt die Grenzen der Fahrdynamik eindrucksvoll, ohne dass ein Verbrenner aufheult oder man sich Sorgen um Kühlung von Achsen und Motor machen muss. So düst der elektrische GLC im seitlichen Drift den nächsten Sandberg hinauf und auf der Schattenseite wieder herunter. Kein Wunder, dass an besonders beliebten Wochenenden aus dem San Bernadino Valley oder Las Vegas Tausende von Wüstenfans an den Dumont-Spielplatz kommen.

Technik mit Anspruch – der elektrische GLC zeigt, was möglich ist

Wer hätte gedacht, dass ein Elektro-SUV hier derart glänzen kann, denn was ein normales Straßenfahrzeug hier mit Serienreifen, Offroadprogramm und etwas weniger Luft in den Pneus zeigt, ist allemal eine große Schau. Zugegeben: Die Qualitäten im weichen Geläuf werden den geneigten Kunden kaum interessieren, wenn der Mercedes GLC EQ im zweiten Quartal 2026 auf die internationalen Märkte rollt.

Dann zählen neben dem Design insbesondere der edle Innenraum und das längst überfällige 800-Volt-Bordnetz, das zum Start immerhin Ladetempi von 330 kW ermöglichen soll. Kein absoluter Topwert gegen so machen Wettbewerber, aber endlich auf dem Niveau, das man von einem Mercedes erwartet.

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Hier dümpelten Modelle wie EQE, EQC oder EQS bisher weit hinter der Konkurrenz und den eigenen Ansprüchen hinterher. Dass mit einem prall gefüllten Akkupaket dann ohne harten Wüsteneinsatz mehr als 700 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp drin sein sollen, ist bei einem Elektroauto, das bei stattlichen 72.000 Euro startet, zu erwarten.

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Der Mercedes-Fan wird beim GLC erstmals ernsthaft ins Grübeln kommen, ob die Elektroversion nicht die bessere Wahl ist. Das Design des E-Modells wird gefälliger, die Proportionen auch Dank des 2,97 Meter langen Radstandes gelungener und neben dem edlen Interieur gefallen die bequemen Sitze, die einen auch den Wüstendrift genießen lassen sowie das stattliche Großdisplay, das sich vor den Insassen in der ersten Reihe aufbaut. Dabei lässt es sich auch bestens im Fond aushalten, während das Gepäckvolumen im Fond zwischen 570 und 1740 Litern sich mit dem knapp 130 Liter großen Frunk erweitern lässt.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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