EU-Flottengesetz könnte deutsche Autohersteller stärken

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten bedeuten kein „Verbrenner-Aus durch die Hintertür“, wie von Teilen der Industrie behauptet. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse von T&E. Sie zeige, dass die Unternehmensflottenziele selbst hinter den Ambitionen der aufgeweichten CO2-Flottengrenzwerte zurückblieben. Gleichzeitig werde deutlich, dass vor allem deutsche Hersteller und der deutsche Automobilstandort von einer schnellen Elektrifizierung der Unternehmensflotten profitieren würden.

Mit der Clean Corporate Vehicles Regulation (CCVR) hat die EU-Kommission Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten auf Ebene der Mitgliedstaaten vorgeschlagen. Aktuell sieht der Gesetzentwurf vor, dass für 2030 ein Ziel ausschließlich für E-Autos (45 Prozent) und ein kombiniertes Ziel für E-Autos und Plug-in-Hybride (69 Prozent) gelten soll. Demnach liegt das reine E-Auto-Ziel des Entwurfs 2 Prozent unter dem aufgeweichten Entwurf für Flottengrenzwerte für 2030, den die EU-Kommission im Dezember vorgestellt hat.

T&E

Die T&E-Analyse zeigt zudem, dass der aktuelle Vorschlag den Absatz von E-Autos nicht zwingend erhöhen, sondern lediglich in den gewerblichen Markt verschieben würde. Dies würde dennoch zu Einsparungen von Emissionen im Verkehrssektor führen, da Firmenwagen im Schnitt längere Strecken fahren, CO₂-intensiver sind als Privatwagen und durchschnittlich schon nach drei Jahren auf dem Gebrauchtwagenmarkt landen (im Vergleich zu neun Jahren bei Privatwagen) – und so schneller zur Dekarbonisierung der Bestandsflotte beitragen.

Susanne Goetz, Referentin für E-Mobilität bei T&E Deutschland, sagt: „Die Autoindustrie klagt über Nachfrage am E-Automarkt, kanzelt aber fälschlicherweise den Lösungsvorschlag der EU als ‚Verbrenner-Aus durch die Hintertür’ ab. Dabei ist er wenig ambitioniert und bleibt bei der E-Auto-Quote für 2030 selbst hinter den Flottengrenzwerten zurück“. Damit argumentiere die Autoindustrie „mit verdrehten Tatsachen und wirft die Frage auf, ob sie ernsthaft an einem steigenden E-Autoabsatz interessiert ist, oder einfach weiter Verbrenner verkaufen will?“, so Goetz.

Das Flottengesetz für Unternehmen hat noch mehr Potential

Ein Großteil der in Europa zugelassenen elektrischen Firmenwagen wird in deutschen Werken produziert, und deutsche Hersteller verkaufen einen erheblichen Teil ihrer Neuwagen als Firmenwagen. Eine ehrgeizigere Elektrifizierung von großen Unternehmensflotten käme nicht nur deutschen Herstellern und deutschen Werken, sondern nicht zuletzt dem Klima zugute.

T&E fordert daher, Plug-in-Hybride aus dem Gesetz zu streichen. Sie sind nämlich fast genauso umweltschädlich wie Verbrenner und emittieren im Schnitt fast fünfmal so viel wie in offiziellen Tests angegeben, wie schon mehrere Analysen realer Fahrdaten bewiesen haben. Stattdessen sollte das Ziel von 69 Prozent für 2030 ausschließlich für E-Autos gelten. So könnte über die Hälfte der E-Auto-Verkäufe in der EU gesichert werden, die die Hersteller für die Flottengrenzwerte 2030 benötigen. BMW (72 Prozent) und Volkswagen (61 Prozent) würden am meisten profitieren.

T&E

Susanne Goetz sagt: „Über ambitioniertere Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten könnten wir eine Win-Win-Situation für deutsche Hersteller, Jobs und das Klima schaffen. Schon heute sind Firmenwagen aus deutschen Werken bei europäischen Unternehmen beliebt. Warum nutzen wir das Marktpotenzial vor der eigenen Haustür nicht weiter aus?“

Quelle: T&E – Pressemitteilung vom 23.02.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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