THG-Quote: ZDK fordert Stärkung von E-Mobilität und E-Fuels zugleich

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Michael Neißendorfer
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Der Verband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt den im Bundestag eingebrachten Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) als wichtigen Impuls für mehr Investitions- und Planungssicherheit im Verkehrssektor. Zugleich macht der ZDK deutlich: Entscheidend für den Erfolg sei auch eine technologieoffene, praxisnahe und verbraucherfreundliche Ausgestaltung.

„Die Fortschreibung der THG-Quote bis 2040 schafft grundsätzlich Investitionssicherheit. Unsere Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen – sowohl für Investitionen in den Hochlauf der Elektromobilität als auch für Service rund um Fahrzeuge, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden“, erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn anlässlich der ersten Lesung des Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Weiterentwicklung der THG-Quote.

Die geplante schrittweise Anhebung der Quote auf bis zu 59 Prozent bedeute einen tiefgreifenden Umbau des Kraftstoffmarktes. Für das Kfz-Gewerbe sei dabei zentral, dass der direkte Einsatz von Strom im Straßenverkehr eine tragende Rolle behält: „Elektromobilität ist ein entscheidender Baustein zur CO₂-Minderung. Viele Autohäuser investieren erheblich in Ladeinfrastruktur, Qualifizierung und neue Geschäftsmodelle. Diese Vorleistungen müssen sich auch künftig in einem stabilen und verlässlichen THG-System widerspiegeln“, so Peckruhn. Zugleich verweist der ZDK auf die unverzichtbare Rolle erneuerbarer Kraftstoffe für den Fahrzeugbestand, der aktuell bei rund 50 Millionen Pkw liegt, davon sind etwas mehr als zwei Millionen rein elektrisch unterwegs.

„Technologieoffenheit bleibt das Gebot der Stunde. Millionen Bestandsfahrzeuge werden noch lange auf unseren Straßen unterwegs sein. Ohne nachhaltige Biokraftstoffe und strombasierte Kraftstoffe als Beimischung zu fossilen Kraftstoffen werden wir die Klimaziele im Verkehr nicht erreichen“, betont Peckruhn. Wichtig sei, dass Nachhaltigkeitsanforderungen und Kontrollmechanismen zwar wirksam, aber praktikabel und bürokratiearm ausgestaltet werden.

Mit Blick auf mögliche Preiswirkungen warnt der ZDK vor zusätzlichen Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher: „Klimaschutz im Verkehr darf Mobilität nicht zum Luxusgut machen. Klimapolitik muss alltagstauglich, sozial ausgewogen und bezahlbar bleiben“, so Peckruhn. Der ZDK will das parlamentarische Verfahren konstruktiv begleiten und sich weiterhin für eine ausgewogene, marktwirtschaftliche und mittelstandsfreundliche Ausgestaltung der THG-Quote einsetzen.

Quelle: ZDK – Pressemitteilung vom 27.02.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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