Die Bundesregierung will den Verkauf von Elektroautos ankurbeln und hat dafür eine Förderung ins Leben gerufen. Einige Autobauer wollen diesen Rückenwind nutzen und gewähren Rabatte. Wir klären auf, wo es die besten Stromer-Deals gibt.
Die neue staatliche Förderung für Elektroautos wird nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt, sondern ist an ganz klare Bedingungen geknüpft. Daher zunächst einmal die Grundlagen. Die Höhe des Bonus richtet sich nicht nach dem Modell, sondern nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen und danach, ob Kinder unter 18 Jahren im Haushalt leben.
Förderberechtigt sind Privathaushalte mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro. Mit Kindern erhöht sich die Grenze um 5000 Euro pro Kind auf maximal 90.000 Euro. Entscheidend ist außerdem das Datum der Erstzulassung: Förderfähig sind Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026 (Kauf oder Leasing ist möglich). Der Antrag erfolgt über ein Online-Portal und soll im Mai dieses Jahres starten. Die Förderung gilt dann rückwirkend. Bei reinen Batterie-Elektroautos reicht die Spanne von 3000 bis 6000 Euro. Bei Plug-in-Hybriden beziehungsweise Fahrzeugen mit Range-Extender sind 1500 bis 4500 Euro drin.
Volkswagen koppelt seine Zusatzprämie an die ID.-Familie und gewährt einen Preisnachlass von bis zu 5000 Euro für ID.-Neuwagen, der sofort beim Kauf gewährt wird. Der Preisnachlass gilt bis zum 31.03.2026. Die staatliche Förderung kommt, falls die Voraussetzungen erfüllt sind, zusätzlich obendrauf. Beim VW ID.3 bis ID.5 sind es aktuell 4000 Euro, beim ID.7 dann 5000 Euro.
Seat ergänzt die staatliche Förderung mit einer eigenen e-Hybrid Prämie von 1500 Euro bis zum 31.03.2026 – unabhängig von der staatlichen Unterstützung. Das Programm betrifft den Seat Leon e-Hybrid (PHEV). Die Prämie wird als Aktionsbonus direkt bei der Rechnungsstellung beziehungsweise in der Leasingratenkalkulation abgezogen.
Anders sieht es bei Škoda aus. Die tschechische VW-Tochter gewährt den Škoda E-xtra-Bonus als individuellen Nachlass für den Elroq, den Enyaq, das Enyaq Coupé und ausgewählte Plug-in-Hybride bei teilnehmenden Händlern – unabhängig vom staatlichen Zuschuss. Eine einheitliche Bonus-Tabelle für Kunden gibt es nicht; stattdessen verweist Škoda auf unverbindliche Beispielrechnungen, in denen der Bonus als Prozentsatz vom Fahrzeugpreis (UVP) abgezogen wird. Je nach Modell liegen diese Werte im zweistelligen Prozentbereich und ergeben Nachlässe von mehreren Tausend Euro.
Opel setzt weniger auf Bares auf der Haube und mehr auf einen greifbaren Gegenwert: Für Privatkunden ist Opel „Electric All In“ beim Kauf eines vollelektrischen Opel-Pkw (ausgenommen Rocks Electric) bis zum 31.03.2026 an eine eProWallbox Move im Wert von 649 Euro gekoppelt.
Nissan führt konkrete Modelle auf und addiert den hauseigenen Zuschuss zur staatlichen Förderung. Als förderfähige Elektroautos nennt der japanische Hersteller ausdrücklich Micra, Leaf, Ariya und den Townstar EV Kombi. Das ‚Hersteller-Plus‘ steckt bei Nissan in den Angebotskalkulationen: Beim Ariya etwa weist der Automobilhersteller einen Rabatt von 6958 Euro aus – die staatliche Förderung kommt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, zusätzlich dazu.
„Wir verdoppeln die staatliche Förderung“, kündigt Citroën an. Der französische Autobauer gewährt zusätzlich zur staatlichen Förderung eine eigene Prämie, die von 3000 Euro bis 6000 Euro reichen kann. Der Hersteller koppelt seinen Bonus an die gleichen Nachweise wie bei der staatlichen Förderprämie. Das bedeutet: Hat man Anspruch auf 6000 Euro, gibt Citroën weitere 6000 Euro Nachlass – also im Idealfall bis zu 12.000 Euro. Gewährt der Staat 4000 Euro, legen die Franzosen noch einmal 4000 Euro drauf.
Renault wirbt mit der staatlichen Elektroprämie (und legt als eigene Aktion vor allem ein befristetes Lade-Guthaben von 400 bis 500 Euro je nach Modell) sowie Aktions-Leasingkonditionen über die hauseigene Mobilitäts- und Dienstleistungsdivision Mobilize obendrauf. Weitere Angebote, die am 31.03.2026 enden, sind günstigere Leasing- beziehungsweise Finanzierungsraten. Einen zusätzlichen Preisnachlass in Euro bietet die Rhombus-Marke jedoch nicht.
Tesla verknüpft das Thema an den Auto-Konfigurator. Somit ist es auch bei den Amerikanern eine Kombination aus Staat und Hersteller. Beispiel Model Y: Das ist laut Tesla für die staatliche E-Auto-Förderung von bis zu 6000 Euro berechtigt, und zusätzlich winkt ein „Tesla Bonus“ von maximal 3000 Euro. Vermutlich ist die Höhe der firmeneigenen Zusatzleistung an bestimmte Modell- beziehungsweise Ausstattungsvarianten geknüpft, die über den Konfigurator freigeschaltet werden. Beim Model 3 findet man aktuell nur den Passus: „Bestimmte Modelle sind für die staatliche E-Auto-Förderung von bis zu 6000 Euro berechtigt.“
Kia macht es ähnlich und installiert den Bonus nicht mit einer fixen Zuzahlung, sondern über günstige Leasing- und Finanzierungsangebote. In der Praxis werden die hohen Leasingsonderzahlungen oft als Puffer für die Förderung beziehungsweise als Anzahlung genutzt. Bei der Schwestermarke Hyundai läuft es ähnlich. Allerdings sind auch dort die Sonderkonditionen bislang bis zum 31. März 2026 befristet.
BMW weist keinen pauschalen Euro-Rabatt aus. Die zusätzliche Preiswirkung läuft bei den Münchnern in der Praxis über bis Ende März befristete Leasingangebote. Audi agiert ähnlich. „Etwaige Rabatte beziehungsweise Prämien sind im Angebot bereits berücksichtigt“, heißt es auf der Audi-Homepage. Noch restriktiver handelt Mercedes. Der Sternen-Hersteller bietet bis zum 31. März lediglich einen Jubiläumszins von 1,40 Prozent.
Bei Peugeot ist es bei den E-Auto-Neuzulassungen ebenfalls eine Doppelstrategie aus Staat und eigenem Rabatt. Die Franzosen geben je nach Modell und Angebot einen eigenen Preisvorteil dazu. Beim Anschaffungspreis ist der Peugeot Elektrobonus von 5000 Euro bereits berücksichtigt. Je nach Ausstattung kann er variieren.
Fiat setzt ebenfalls auf eine Kombination aus Staat und eigenem Angebot. Die Italiener lancieren ihre Elektro-Deals als Aktions-Leasing (privat) und nutzen dazu den staatlichen Elektrobonus. Die Leasingsonderzahlung wird im Angebot exakt auf typische Förderstufen gesetzt. Beim Fiat 500 Elektro und beim Grande Panda Elektro sind es beispielsweise 5000, 4000 oder 3000 Euro. Die Logik ist bekannt: Die Leasingsonderzahlung kann bis zum 31. März durch die staatliche Förderung von bis zu 6000 Euro ganz oder teilweise übernommen werden.
Der chinesische Autobauer BYD verspricht einen E-Bonus von maximal 21.000 Euro – zusätzlich zur staatlichen Förderung. Diese effektheischende Summe ist allerdings modellabhängig, greift erst bei teuren Autos wie dem E-SUV Tang (75.000 Euro) und gilt im Aktionszeitraum bis 31.03.2026 nur bei teilnehmenden BYD-Händlern. Ein konkretes Beispiel ist der BYD Dolphin Surf mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 22.900 Euro. BYD bietet ihn für 18.900 Euro an. Kommen dann noch 6000 Euro Staatsförderung dazu, kostet der kleine Stromer nur noch 12.900 Euro.
Darum legen die Automobil-Hersteller drauf
Die Frage lautet, warum die Autobauer Ende März den Schlussstrich ziehen. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gilt diese Förderung für Neuzulassungen ab dem 1. Januar und kann rückwirkend beantragt werden. Die Antragstellung ist aber voraussichtlich erst ab Mai online möglich. Bis dahin wollen die Autobauer ihre Verkäufe ankurbeln. Kunden, die abwarten, bis die Prämie greift, würden die Hersteller vor Probleme stellen. Dabei geht es um die Produktion, die Logistik und natürlich um die Finanzen. Stichwort: Cashflow. Deshalb bieten die Hersteller eine zeitlich begrenzte „Brücken“-Prämie an, um Kosten und Stückzahlen zu kontrollieren und die Aktion danach neu zu kalkulieren, sobald die staatlichen Details endgültig feststehen.
„Während die komplexen Bedingungen der neuen staatlichen E-Auto-Prämie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit noch diskutiert werden, schafft Ford Fakten“, lässt der Kölner Autobauer verlauten. Christoph Herr, Managing Director Ford Deutschland, Österreich und der Schweiz, fasst zusammen: „Wir wollen nicht, dass unsere Kunden erst komplizierte Tabellen studieren müssen, um zu wissen, ob sie sich ein Elektroauto leisten können“, sagt er. „Unser Versprechen lautet: 5000 Euro Bonus für alle.“







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