Hyundai testet Abo für E-Auto-Batterien in Pilotprojekt

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Daniel Krenzer
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Nun greift auch der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai ein bekanntes Konzept der Elektromobilität auf: Batterien sollen künftig auch im Abo verfügbar sein. Damit folgt der südkoreanische Konzern einem Ansatz, den Hersteller wie Renault vor Jahren bereits ausprobiert haben und den unter anderem Nio aktuell inklusive Batteriewechselstationen weiterentwickelt.

Konkret testet die Hyundai Motor Group laut koreanischen Medienberichten innerhalb eines Pilotprojekts ein Modell, bei dem Fahrzeug und Batterie wirtschaftlich getrennt werden. Kunden kaufen das Elektroauto ohne Batterie und zahlen stattdessen eine monatliche Gebühr für deren Nutzung. Zum Start kommt das Angebot zunächst in einer kleinen Flotte von Hyundai Ioniq 5 als Taxis im Raum Seoul zum Einsatz – ein Umfeld, in dem sich Batteriedegradation und Austauschzyklen besonders schnell und realitätsnah beobachten lassen.

E-Auto-Anschaffung wird so günstiger

Der Ansatz zielt auf einen der größten Hemmschuhe der Elektromobilität: die im Vergleich zu Verbrennern noch etwas höheren Anschaffungskosten. Indem die Batterie als teuerste Einzelkomponente ausgelagert wird, sinkt der Einstiegspreis für das Fahrzeug deutlich. Gleichzeitig entfällt für Nutzer das Risiko rund um Alterung, Kapazitätsverlust oder teuren Ersatz – im Abo-Modell übernimmt das der Anbieter. Muss die Batterie getauscht werden, stellt Hyundai eine neue zur Verfügung, während die alte in den eigenen Kreislauf zurückgeführt wird.

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Renault hatte bereits in den frühen Jahren der Elektromobilität – etwa beim Zoe – auf Batteriemiete gesetzt, ist davon später aber wieder abgerückt. Gründe waren unter anderem eine begrenzte Kundenakzeptanz und die zunehmende Verbesserung der Batterielebensdauer. Nio hingegen treibt das Modell aktuell konsequent weiter: Mit seinem „Battery as a Service“-Ansatz kombiniert das Unternehmen die Abo-Idee mit einem dichten Netz an Batteriewechselstationen und schafft so zusätzliche Flexibilität im Alltag.

Hyundai positioniert sich nun auf dem ehemaligen Renault-Kurs. Anders als bei Nio steht zunächst kein flächendeckendes Wechselnetz im Fokus, sondern die finanzielle Entlastung und Risikominimierung für Kunden. Möglich wird der Pilotversuch durch eine regulatorische Ausnahme in Südkorea, da Batterie und Fahrzeug bislang rechtlich als Einheit galten. Erst eine sogenannte „Regulatory Sandbox“ erlaubt es Hyundai, das Modell in der Praxis zu erproben.

Erfolgreicher als seinerzeit Renault?

Strategisch geht es dabei um mehr als nur ein neues Finanzierungsmodell. Die Batterie wird vom einmal verkauften Bauteil zum langfristig verwalteten Asset. Für Hersteller eröffnen sich damit zusätzliche Einnahmequellen über die gesamte Lebensdauer hinweg – inklusive Second-Life-Nutzung und Recycling. Gleichzeitig könnten Elektroautos noch länger genutzt werden, da sich die technisch entscheidende Komponente einfacher austauschen lässt.

Noch befindet sich das Konzept in einer frühen Testphase. Hyundai plant jedoch, das Angebot perspektivisch auch auf Privatkunden auszuweiten. Ob das Konzept auch für Kunden in Europa verfügbar gemacht werden könnte, ist noch nicht klar. Sollte sich zeigen, dass sich die Einstiegskosten spürbar senken lassen und die Akzeptanz steigt, könnte das Batterie-Abo jedoch eine Renaissance erleben – diesmal unter anderen Vorzeichen. Denn was einst als Übergangslösung galt, könnte nun zum festen Bestandteil der Elektromobilität werden: ein Modell, das Flexibilität schafft, Risiken verteilt und die Kostenstruktur von Elektroautos grundlegend verändert.

Quelle: Korea JoongAng Daily – Hyundai Motor Group to launch pilot EV battery subscription program; The KoreaTimes – Hyundai launches battery subscription plan to reduce EV purchase costs

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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