Ioniq-Offensive: Hyundai wagt den Neustart in China

Ioniq-Offensive: Hyundai wagt den Neustart in China
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Hyundai hat seine vollelektrische Ioniq-Modellreihe erstmals auf dem chinesischen Markt eingeführt. Im Vorfeld der Auto China 2026 in Peking präsentierte der südkoreanische Automobilhersteller zwei eigens für das Land entwickelte Konzeptfahrzeuge – eine Limousine und einen Familien-SUV. Beide sollen als Designausblick auf künftige Serienmodelle dienen und signalisieren einen strategischen Neuanlauf in einem der weltweit wichtigsten Märkte für Elektroautos.

Die beiden Studien tragen die Namen Venus und Earth. Das Venus Concept ist als Limousine konzipiert und setzt auf eine auffällige Lackierung in „Radiant Gold“ sowie ein durchgehendes, rahmengestütztes Dach mit transparentem Spoiler. Im Innenraum soll ein fahrerorientiertes Cockpit mit mehrschichtiger Stimmungsbeleuchtung und einem Materialmix aus Wildleder und chrom-goldenen Verkleidungen ein hochwertiges Ambiente schaffen.

Das Earth Concept hingegen ist als robuster Familien-SUV angelegt, dessen Exterieur in „Aurora Shield“ scharfe Kanten mit geometrischen Formen kombiniert. Innen kommen sogenannte „Air-Hug“-Sitze aus weichen Luftmodulen zum Einsatz, ergänzt durch dezente Stimmungsbeleuchtung und versteckte Kartenmuster der Stadt Peking.

Beide Konzepte folgen einem Designansatz, den Hyundai intern als „The Origin“ bezeichnet. „Es ist der Punkt, an dem unsere Bewegung beginnt. Unser Ziel ist es, eine neue Richtung vorzugeben“, erklärte Simon Loasby, Senior Vice President und Leiter des Hyundai Design Centers. Das Gestaltungsprinzip basiert auf einer einzigen durchgehenden Kurvenlinie, die jedem Modell ein sofort erkennbares Profil verleihen soll.

Hinzu kommt eine für China eigens entwickelte Namensstrategie. Künftige Ioniq-Modelle auf dem chinesischen Markt werden nach Planeten benannt – ein symbolischer Verweis darauf, dass der:die Kund:in den Mittelpunkt des neuen Ioniq-Ökosystems bilden soll. Hyundai versteht die Marke dort nicht nur als Produktpalette, sondern will sie zu einem umfassenderen Mobilitätserlebnis ausbauen. Dabei sollen lokalisierte Technologien, Dienstleistungen und Nutzererlebnisse speziell auf den chinesischen Markt für New Energy Vehicles zugeschnitten werden.

Autonomes Fahren und Reichweitenverlängerung im Fokus

Neben den Konzeptfahrzeugen gab der Automobilhersteller einen Ausblick auf kommende Technologien. Geplant sind unter anderem autonome Fahrsysteme, die gemeinsam mit lokalen Partnern entstehen, sowie Elektroautos mit verlängerter Reichweite – sogenannte Range-Extender. Letztere verbinden einen Elektroantrieb mit einem zusätzlichen Verbrennungsmotor zur Stromerzeugung und erfreuen sich in China wachsender Beliebtheit.

Li Fenggang, Präsident von Beijing Hyundai Motor Company, betonte die langfristige Ausrichtung des Engagements: „Auf der Grundlage der Prinzipien von Ioniq in Bezug auf führende Sicherheit und Qualität werden wir in Kürze Serienmodelle einführen, die das von chinesischen Kunden erwartete intelligente Fahrerlebnis und die intelligente Innenraumausstattung nahtlos miteinander verbinden.“ Wann genau die ersten Serienfahrzeuge auf Basis der gezeigten Konzepte verfügbar sein werden, ließ Hyundai offen.

Der Schritt zurück auf den chinesischen Markt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem dort heimische Hersteller wie BYD, Nio oder Xpeng die Elektroauto-Sparte dominieren und internationalen Marken zunehmend Marktanteile abnehmen. Hyundai setzt mit der Ioniq-Offensive erkennbar darauf, durch Lokalisierung und ein auf chinesische Bedürfnisse abgestimmtes Angebot wieder Boden gutzumachen. Ob die Planeten-Strategie aufgeht, wird sich erst mit den kommenden Serienmodellen zeigen.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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