Nio beginnt in diesen Tagen damit, seine Batteriewechselstationen der 5. Generation in China intern zu testen. Die flächendeckende Einführung dieser neuen Batteriewechselstationen wurde auf den Sommer verschoben. Zuvor, zwischen Mai und Juni, sollen zunächst bis zu zehn Pilotstationen aufgebaut werden.
Beim Batteriewechsel müssen Elektroauto-Akkus nicht an einer Ladestation geladen werden, sondern können an entsprechenden Stationen gegen volle Akkus ausgetauscht werden. Dies ist zum einen schneller als das oft langwierige Laden und zum anderen nachhaltiger, da die Akkus in den Tauschstationen langsam und damit schonender geladen werden können. In China ist die Technologie bereits weitverbreitet, Nio ist einer der Vorreiter auf dem Markt. Derzeit betreibt das Unternehmen über 3700 Batteriewechselstationen in China. Auch in Deutschland bietet das Unternehmen den Batteriewechsel inzwischen an, allerdings ist das Netzwerk noch sehr überschaubar.
Verzögerte Einführung der neuen Generation
Die aktuellen Batteriewechselstationen der vierten Generation sind seit Juni 2024 in Betrieb und wurden mit 23 Batteriefächern ausgestattet, was eine tägliche Servicekapazität von 480 Batteriewechseln ermöglicht. Die Dauer pro Servicevorgang wurde im Vergleich zur Vorgängerversion um 22 Prozent verkürzt. Die vierte Generation hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sie kann zwar Elektroautos der Hauptmarke Nio und ihrer Tochtermarke Onvo bedienen, nicht jedoch die Tochtermarke Firefly aufgrund ihres kürzeren Radstands. Seit 2025 sind Firefly-Modelle auch in Europa verfügbar.
Dies wurde nun geändert, denn die fünfte Generation unterstützt alle drei Marken des Unternehmens. Die zugrunde liegende Architektur sei neugestaltet worden, um eine größere Bandbreite an Fahrzeugradständen zu unterstützen, so Nio-Gründer und CEO William Li. So können in der Station die Akkus von großen Elektroautos, wie dem kommenden ES9, aber auch von kompakten Elektroautos der Marke Firefly gewechselt werden.
Die umfassende Umstrukturierung der Ladestationen ist auch der Grund dafür, dass die flächendeckende Einführung der fünften Generation im Vergleich zu früheren Zeitplänen verzögert wurde. Sie ist derzeit für Juli und August geplant.
Bis dahin hat Nio allerdings noch einiges vor. Ende März sollen die internen Tests der Gen-5-Stationen beginnen, bevor ab Mai fünf bis zehn Pilotstationen errichtet werden. Diese Teststandorte werden für Nutzer:innen zugänglich sein. Im September 2025 erklärte Nio, dass diese Teststandorte noch vor Weihnachten 2025 in den Probebetrieb gehen würden. Außerdem wurde angekündigt, dass die Kapazität einer einzelnen Station im Vergleich zur vierten Generation um 20 Prozent steigen soll.
An dem ursprünglichen Ziel, bis zum Jahresende 1.000 neue Batteriewechselstationen einzurichten, hält Nio fest. Diese sollen vor allem strategisch an Autobahnausfahrten positioniert werden – ein Ansatz, der sich als effektiv erwiesen hat. Produziert werden Nios neue Batteriewechselstationen der fünften Generation im Optics Valley in Wuhan.
Die Entwicklung von Nio in den letzten Jahren war durchwachsen. Um die Investitionsausgaben zu kontrollieren, musste der Hersteller beispielsweise in den vergangenen beiden Jahren seine Infrastrukturerweiterung verlangsamen. Zugleich konnte Nio im vierten Quartal 2025 erstmals Gewinne verzeichnen und so hat sich das Unternehmen für dieses Gesamtjahr die Rentabilität als Ziel gesetzt. Außerdem wurde kürzlich eine neue, europäische Unternehmensstrategie angekündigt, die auch auf dem Heimatmarkt verfolgt wird. Dabei setzt das Unternehmen zunehmend auf ein Asset-Light-Modell und ersetzt damit den Direktvertrieb. Außerdem sollen Partnerschaften zur Aufteilung von Kosten und Einnahmen beitragen.
Quelle: CnEVPost – Nio to start internal testing of 5th-gen swap stations in late Mar to support Firefly








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