Upvan: Günther Schuhs neuer E-Transporter

Upvan: Günther Schuhs neuer E-Transporter
Copyright:

StreetRunner

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 4 min

Der neue, elektrische Kastenwagen von Streetrunner soll nächste Woche öffentlich vorgestellt werden. Unter dem Namen Upvan wird das emissionsfreies Zustellfahrzeug am 24. Juni in Düren präsentiert und hat neben einem stattlichen Zuladegewicht und viel Stauraum noch einiges mehr für Unternehmen zu bieten.

Der Upvan ist ein Projekt von Günther Schuh. Der Professor an der Hochschule RWTH in Aachen war zuvor Mitbegründer des elektrischen Transporters Streetscooter – ein Projekt, das jedoch scheiterte – und arbeitete auch an einem elektrischen Mini unter dem Namen E.Go. Bei dem Upvan wiederum setzt Schuh diesmal nicht auf Eigenentwicklung, sondern Streetrunner nutzt das Elektroauto der Firma U Power Tech aus China, passt es für den deutschen Markt an und übernimmt den Vertrieb.

Der Upvan ordnet sich mit seinen Maßen in das Fahrzeugsegment der kompakten Transporter ein und konkurriert dabei mit Modellen wie Transportern von Volkswagen, dem Ford Transit Custom oder Mercedes Vito. „Gerade für Unternehmen, die auf nachhaltige und effiziente urbane Lieferkonzepte setzen, bietet der besonders wirtschaftliche UpVan eine zukunftsweisende Lösung für Ihre Flotte“, so Günther Schuh, CEO bei Streetrunner. Die Preise für das Modell sind derzeit noch nicht bekannt.

Ausstattungsmerkmale des Elektro-Vans

Mit dem schlichtem, kantigen Design wirkt der Upvan modern, fast futuristisch. Außerdem bietet der Kastenwagen eine gleichmäßige, große Lagerfläche und einige Ausstattungsmerkmale, um die Nutzung für Fahrer:innen besonders angenehm zu gestalten.

Der Upvan basiert auf der UP Super Board-Plattform von U Power aus China, die nach Angaben von Streetrunner besonders flexibel, effizient und wirtschaftlich sein soll. Daran, aber auch an dem Energiemanagement des Elektro-Vans sowie an der Rekuperationstechnologie liegt es, dass der Upvan einen niedrigen Energieverbrauch von weniger als 19 Kilowattstunden pro 100 Kilometer hat.

Die Reichweite wird entsprechend maximiert, auch durch die Möglichkeit des Schnellladens. Für Unternehmen dürfte der Upvan ein interessanter Marktzugang sein, denn die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugflotten nimmt immer weiter zu.

Das Elektroauto erfüllt die strengen europäischen N1-Sicherheitsstandards und ist mit Fahrassistenzfunktionen wie dem automatischen Notbremssystem (AEB), elektronischer Stabilitätskontrolle (ESC) und einem intelligenten Bremsassistenten (ibooster) ausgestattet. Für zusätzlichen Schutz beim Rangieren und Parken sei eine umfassende Rundum-Sensorik verbaut worden, so der Hersteller.

Zu der Ausstattung gehören außerdem ein zentrales Infotainment-Display mit 12,3 Zoll, die Möglichkeit der Steuerung per App und ein intelligentes Cockpit mit Echtzeitdaten.

Drei Varianten des Upvan

Der Upvan ist in drei verschiedenen Größen erhältlich: Standard, Plus und Pro. Mit 4806 Millimetern Länge ist die Standardversion kürzer als die beiden anderen mit 5136 Millimetern. In der Breite sind alle drei Versionen mit 1900 Millimetern gleich, während die Standard- und Plus-Ausführung mit 1990 Millimetern gleich hoch sind. Lediglich die Pro-Version weicht mit 2270 Millimetern Höhe ab.

Alle drei Varianten gibt es mit 42 Kilowattstunden, die Plus- und Pro-Version aber auch mit 54 Kilowattstunden, wodurch die Reichweite zwischen 301 und 387 Kilometern variiert. Ebenfalls von der Batteriekapazität abhängig ist die maximale Zuladung von 1400 bis 1620 Kilogramm. Das zulässige Gesamtgewicht liegt zwischen 3,2 und 3,4 Tonnen, wodurch ein Führerschein der Klasse B ausreicht, um das Elektroauto zu fahren.

Das Ladevolumen sei nach Herstellerangaben mehr ausgereizt worden, als bei herkömmlichen Transportern dieser Klasse, und kommt auf 7,6 bis 10,0 Kubikmeter. Die Skateboard-Plattform ermöglicht es, dass der gesamte Fahrzeugboden als ebene Ladefläche zur Verfügung steht, wodurch wiederum 20 Prozent mehr Nutzvolumen entstehen. Damit bietet der Upvan mit blattgefederter Hinterachse ausreichend Platz für drei Standard-Europaletten, wobei durch die stabile Konstruktion auch schwere oder sensible Güter transportiert werden können.

Außerdem kann das Elektroauto durch die geringe Bodenhöhe von 49 Zentimetern bequem beladen werden und der Wendekreis von zwölf Metern ermöglicht Beweglichkeit für Fahrmanöver, auch in der Stadt. Der Upvan erreicht durch den Elektromotor mit 147,5 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und beschleunigt in 4,9 Sekunden auf 50 km/h.

Quellen: Streetrunner – UpVan / Van Experten – Streetrunner Upvan: Nachfolger für den Streetscooter? / electrive – StreetScooter 2.0 – Günther Schuh plant mit StreetRunner UpVan sein Comeback

worthy pixel img
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in China Elektroauto

Australien zeigt, was offene Märkte für China-Autos bedeuten

Australien zeigt, was offene Märkte für China-Autos bedeuten

Sebastian Henßler  —  

China hat Japan als größten Fahrzeuglieferanten Australiens abgelöst. Der Marktanteil könnte bis 2035 auf 43 Prozent steigen – mit Folgen auch für Kanada.

Nio testet Gen-5-Stationen für Batteriewechsel

Nio testet Gen-5-Stationen für Batteriewechsel

Maria Glaser  —  

Nio beginnt damit, seine neuen Batteriewechselstationen intern zu testen, damit die flächendeckende Einführung im Sommer beginnen kann.

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Daniel Krenzer  —  

Die ersten Festkörperbatterien sollen noch in diesem Jahr in einem Elektroauto getestet werden, halbfeste Batterien gehen zeitnah in Serie.

Roland Berger: China entwickelt E-Autos 30 Prozent schneller

Roland Berger: China entwickelt E-Autos 30 Prozent schneller

Sebastian Henßler  —  

33 statt 49 Monate für ein neues Auto: Roland Berger zeigt, wie groß Chinas Entwicklungsvorsprung gegenüber den europäischen Herstellern wirklich ausfällt.

China und Europa: Vom Invasions-Mythos zur Integrationslogik

China und Europa: Vom Invasions-Mythos zur Integrationslogik

Sebastian Henßler  —  

Die Debatte über eine „China-Invasion“ auf Europa greift zu kurz. Der Wettbewerb findet im selben System statt – über Restwerte, Finanzierung und Service.

Volkswagen: Erste chinesische Modelle als Hoffnungsträger

Volkswagen: Erste chinesische Modelle als Hoffnungsträger

Laura Horst  —  

Volkswagen bringt in diesem Jahr die ersten in China entwickelten und gefertigten Modelle auf den Markt und will damit Marktanteile zurückgewinnen.

Kostendruck: Stellantis erwägt Einsatz von Leapmotor-Technik in Europa

Kostendruck: Stellantis erwägt Einsatz von Leapmotor-Technik in Europa

Tobias Stahl  —  

Insidern zufolge erwägt Stellantis den Einsatz von Leapmotor-Technik in europäischen Elektroautos. Die Entscheidung würde einen Wendepunkt darstellen.