Großbritannien will Elektroautos mit Steuererleichterungen attraktiver machen

Großbritannien will Elektroautos mit Steuererleichterungen attraktiver machen
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Michael Neißendorfer
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Die Regierung Großbritanniens will an einigen steuerlichen Stellschrauben drehen, um emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge zu fördern. Zum Beispiel ist geplant, dass der geldwerte Vorteil für die private Nutzung von rein elektrischen Dienstwagen im Jahr 2020 nicht mehr und in den Jahren darauf mit nur sehr geringen Sätzen besteuert wird. Auch für Elektrotaxis sind Steuererleichterungen geplant.

Für Elektroautos und Wasserstoffautos, die ab dem 6. April nächsten Jahres zugelassen werden, wird die Steuerlast gegenüber dem derzeitigen System um zwei Prozentpunkte gesenkt. De facto bedeutet dies einen Prozentsatz von Null. Dieser Steuersatz gilt auch für Hybride und Plug-in-Hybride mit einer Reichweite von mindestens 130 Meilen (209 Kilometer) und einem CO2-Ausstoß nach dem neuen WLTP-Standard zwischen 1 und 50 g/km – allerdings gibt es derzeit keine derartigen Modelle.

Für einen Plug-in-Hybrid mit CO2-Emissionen von weniger als 50 g/km und einer rein elektrischen Reichweite von weniger als 30 Meilen (48 km) gilt im Jahr 2020 ein Steuersatz von 12 Prozent. Zum Vergleich: Je mehr CO2 ein Fahrzeug ausstößt, desto höher steigt in Großbritannien auch der zu versteuernde geldwerte Vorteil. Der Steuersatz für Fahrzeuge, welche den künftig geltenden CO2-Grenzwert der EU von 95 g/km erreichen, beträgt bereits 22 Prozent. Bei besonders schmutzigen Fahrzeugen mit mehr als 170 g/km werden 37 Prozent fällig.

Die kostenlose Fahrten mit dem rein elektrischen Dienstwagen wird es für Elektroauto-Nutzer jedoch nicht sehr lange geben. Der Steuersatz soll bis 2021/22 auf 1 Prozent und bis 2022/23 auf 2 Prozent zu erhöht werden. Allerdings stehe diese Entscheidung weiterhin auf dem Prüfstand. In einer Erklärung teilt die britische Regierung mit, dass die neuen Steuersätze den Unternehmen „die Möglichkeit geben, fundiertere Entscheidungen über den Übergang zu emissionsfreien Flotten zu treffen“.

Ashley Barnett, Leiter der Fuhrparkberatung bei Lex Autolease, sagte dem Fachblatt Fleetnews, die Ankündigung gebe „Firmenwagenfahrern und Flottenmanagern ein gewisses Maß an Sicherheit, die dringend benötigt wird.“ Bislang waren Fuhrparkleiter im Unklaren, wie emissionsfreie und -arme Fahrzeuge künftig besteuert werden sollen. In Verbindung mit der Ankündigung einer besseren Elektroauto-Ladeinfrastruktur seien die neuen Steuersätze ein „willkommenes Zeichen für das Engagement der Regierung, die Akzeptanz von Firmenwagen zu fördern und neuere, sauberere Fahrzeuge auf den Straßen einzuführen“.

Steuererleichterungen auch für Elektrotaxis

Die britische Regierung senkt auch die Steuer auf Elektrotaxis, um die Akzeptanz von rein elektrischen Fahrzeugen zu erhöhen. Dadurch sparen sich Taxifahrer, die sich ein Londoner Taxi LEVC TX eCity anschaffen, gut 320 Pfund pro Jahr, umgerechnet etwa 355 Euro.

Die Entscheidung zielt darauf ab, die Kosten für Taxifahrer und Unternehmen zu senken, damit sie emissionsfreie Taxis anstelle umweltschädlicherer Alternativen wählen. Die Entscheidung folgt einer Reihe anderer Maßnahmen, um die Akzeptanz umweltfreundlicherer Fahrzeuge zu erhöhen. Die Regierung hat zum Beispiel bereits mehr als 20 Millionen Pfund (mehr als 22 Millionen Euro) für die Installation von Ladestationen für Taxis zur Verfügung gestellt. Ein staatlicher Zuschuss senkt die Angebotspreise der Fahrzeuge um bis zu 7500 Pfund, mehr als 8300 Euro.

Quellen: Autocar – Electric car users to pay no company car tax in 2020 // Fleetnews – No company car tax on electric vehicles, says Government // Motor 1 – Government cuts tax on electric taxis in bid to increase uptake

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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