E-Auto-Förderung: Bereits mehr als 50.000 Anträge

E-Auto-Förderung: Bereits mehr als 50.000 Anträge
Copyright:

g215 / Shutterstock / 328551347

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Die aktuelle E-Auto-Förderung der Bundesregierung stößt offenbar auf großes Interesse. Laut eines Berichts der FAZ mit Informationen der Deutschen Presseagentur wurden inzwischen bereits mehr als 50.000 Förderanträge gestellt. Verkehrsminister Patrick Schnieder (SPD) wertet dies als klar positives Signal für den Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland. „Die Zahlen zeigen, dass die soziale Staffelung des Förderprogramms wirkt“, sagte er zudem. Denn eine große Zahl an Haushalten mit weniger als 45.000 Euro Jahreseinkommen habe die Prämie bereist beantragt – Käuferkreise, die sich bislang eher selten für ein E-Auto entschieden haben.

Seit Mai können Käufer die neue Förderung beantragen. Unterstützt werden vor allem reine Elektroautos, teils aber auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extender. Die Bundesregierung verfolgt damit das Ziel, die Elektromobilität weiter zu beschleunigen und gleichzeitig die Automobilindustrie im Transformationsprozess zu stabilisieren.

Aus Sicht des Verkehrsministeriums zeigt die hohe Zahl der Anträge, dass die Nachfrage nach Elektroautos weiterhin vorhanden ist. Gerade nach dem abrupten Ende der früheren Umweltprämie Ende 2023 galt es als offen, wie schnell sich der Markt wieder erholen würde. Tatsächlich haben batterieelektrische Fahrzeuge zuletzt wieder deutlich Marktanteile zurückgewonnen.

Meinungen gehen auseinander

Allerdings gibt es rund um die neue Förderung durchaus unterschiedliche Einschätzungen. Kritiker verweisen darauf, dass staatliche Kaufprämien nicht zwangsläufig vollständig beim Kunden ankommen. So zeigen Analysen des Center Automotive Research (CAR), dass viele Automobilhersteller ihre Rabatte auf Elektroautos zuletzt reduziert haben. Dadurch könnten Teile der Förderung indirekt durch geringere Nachlässe kompensiert werden.

Genau diese Entwicklung hatte zuletzt auch innerhalb der Branche für Diskussionen gesorgt. Händler äußerten sich teils zurückhaltend zur Wirkung der neuen Förderung, berichteten von kaum gestiegener Nachfrage. Offenbar konnten vor allem kleinere und neuere Hersteller von der Prämie besonders stark profitieren – unter anderem aus China. Entsprechend unterschiedlich fällt derzeit die Bewertung des Programms aus: Während das Bundesverkehrsministerium die hohe Zahl an Förderanträgen als Erfolg interpretiert, sehen andere Marktbeobachter die Wirkung der Prämie differenzierter.

Unabhängig davon zeigt sich jedoch, dass die Elektromobilität in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnt. Neben staatlichen Anreizen spielen dabei inzwischen zunehmend auch Faktoren wie niedrigere Betriebskosten, neue Modellangebote, Fortschritte bei der Ladeinfrastruktur sowie strengere CO₂-Vorgaben eine wichtige Rolle. Die monatlichen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes im Verlauf des weiteren Jahres werden in diesem Zusammenhang interessant sein.

Quelle: FAZ – Mehr als 50.000 Anträge auf Förderung

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Bundesregierung kürzt bei E-Bussen und E-Lkw

Bundesregierung kürzt bei E-Bussen und E-Lkw

Daniel Krenzer  —  

Für Elektromobilität soll offenbar weniger Geld vom Bund fließen. Besonders stark kürzt die Bundesregierung bei E-Bussen und E-Lkw.

Klimaziele verfehlt: Deutschland drohen 38 Milliarden Euro Kosten

Klimaziele verfehlt: Deutschland drohen 38 Milliarden Euro Kosten

Daniel Krenzer  —  

Deutschland könnte seine EU-Klimaziele deutlich verfehlen. Vor allem der Verkehrssektor sorgt für eine Milliardenrechnung von bis zu 38 Milliarden Euro.

China: Erste Provinz verbietet Benziner-Verkauf bis 2030

China: Erste Provinz verbietet Benziner-Verkauf bis 2030

Maria Glaser  —  

Hainan mit 10 Millionen Einwohnenden will als erste chinesische Provinz den Verkauf von Fahrzeugen mit Benzinantrieb bis 2030 verbieten.

Pflicht zur Umweltplakette soll für E-Kennzeichen entfallen

Pflicht zur Umweltplakette soll für E-Kennzeichen entfallen

Arun Niemann  —  

Das E-Kennzeichen soll künftig als Nachweis für Umweltzonen reichen. Wer darauf verzichtet, braucht aber wohl weiterhin eine grüne Plakette.

E-Auto-Förderung: Auch chinesische Hersteller profitieren

E-Auto-Förderung: Auch chinesische Hersteller profitieren

Sebastian Henßler  —  

Laut Umweltministerium entfallen weniger als 15 Prozent der Förderanträge auf chinesische E-Auto-Hersteller, der Rest verteilt sich auf andere Marken.

GEIG-Novelle beschlossen: Neue Ladepflichten für Gebäude ab 2027

GEIG-Novelle beschlossen: Neue Ladepflichten für Gebäude ab 2027

Daniel Krenzer  —  

Bundestag und Bundesrat haben die GEIG-Novelle beschlossen. Ab 2027 gelten strengere Vorgaben für Ladepunkte und Ladeinfrastruktur an Gebäuden.

Eon-Chef verteidigt umstrittene Solar-Reform

Eon-Chef verteidigt umstrittene Solar-Reform

Arun Niemann  —  

Zu viel Solarstrom trifft auf zu geringe Netzkapazitäten. Leonhard Birnbaum erklärt, warum aus seiner Sicht neue Regeln für die Energiewende nötig sind.