China verschärft Normen für Range-Extender-Antriebe

China verschärft Normen für Range-Extender-Antriebe
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Leapmotor

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

China aktualisiert seinen nationalen Industriestandard für Range-Extender-Systeme in reichweitenverlängerten Elektroautos. Der neue Standard QC/T1086-2026 tritt am 1. November in Kraft und löst eine acht Jahre alte Regelung ab. Er führt messbare Leistungsanforderungen in den Bereichen Steuerungsgenauigkeit, elektromagnetische Verträglichkeit, Geräusch- und Schwingungsverhalten sowie Langlebigkeit ein.

Der bisherige Standard aus dem Jahr 2017 arbeitete überwiegend mit qualitativen Anforderungen und herstellerdefinierten Spezifikationen. Die neue Fassung überführt viele dieser Vorgaben in konkrete, prüfbare Grenzwerte. So muss die Regelgenauigkeit der Generatorleistung bei Systemen bis 50 kW künftig innerhalb von plus/minus 1,5 kW liegen. Bei leistungsstärkeren Systemen gilt ein Toleranzband von plus/minus drei Prozent. An der Erarbeitung beteiligte Branchenvertreter gaben an, die Schwellenwerte seien auf Basis von Produktionsdaten führender Fahrzeughersteller und Zulieferer festgelegt worden, um realistische Ziele für Serienlieferanten zu schaffen und gleichzeitig schwächere Designs vom Markt zu drängen.

Der überarbeitete Geltungsbereich umfasst auch integrierte Elektroantriebe, die Erzeugungs- und Antriebsfunktionen in einer gemeinsamen Getriebeeinheit vereinen. Damit trägt der Standard der zunehmenden Antriebsintegration in modernen Fahrzeugarchitekturen Rechnung.

Elektromagnetik und Akustik rücken in den Fokus

Eine der bedeutendsten Neuerungen ist die Einführung dedizierter Anforderungen für elektromagnetische Verträglichkeit und Geräuschverhalten. Frühe Range-Extender fungierten vorwiegend als bordeigene Generatoren, die bei niedrigem Akkustand zuschalteten. Moderne Systeme sind dagegen in das gesamte Energiemanagement eingebunden und interagieren mit Akkupack, Elektromotoren und Fahrzeugelektronik. Diese veränderte Rolle macht Abschirmung, Vibrationsisolierung und akustisches Management zur technischen Grundvoraussetzung.

Die Entwicklung spiegelt sich auch in neueren Fahrzeugen wider. Hima brachte den Aito M9 mit bis zu 664 kW (890 PS) zu einem Einstiegspreis von rund 60.000 Euro auf den chinesischen Markt. IM Motors stellte den LS8 EREV mit einer elektrischen Reichweite von 430 km (CLTC) ab etwa 31.100 Euro vor. Geelys Marke Zeekr treibt die Technologie mit dem Zeekr 9X und dem Zeekr 8X weiter voran. Der 9X überstieg innerhalb weniger Monate nach dem Launch 50.000 Auslieferungen und ist für Exporte in den Nahen Osten, Zentralasien und Europa vorgesehen. Der 8X soll später im Jahr folgen.

Besondere Aufmerksamkeit zog die Einführung zweier Dauerhaltbarkeitstests auf sich: ein 750-stündiger Wechsellasttest und ein Prüfzyklus mit 100.000 Start-Stopp-Vorgängen. Laut Beteiligten am Normungsprozess wurden die Anforderungen nicht aus bestehenden internationalen Standards übernommen, sondern auf Basis von Fahrzeugbetriebsdaten und Schadensäquivalenzmodellen entwickelt. Das Prüfregime soll rund 300.000 km realen Einsatz simulieren, einschließlich häufiger Motorneustarts im urbanen Stauverkehr.

Wachsender Markt als Treiber der Revision

Solche Vorgaben deuten darauf hin, dass reichweitenverlängerte Elektroautos künftig weniger als Übergangstechnologie betrachtet werden, sondern als vollwertige Alltagsfahrzeuge mit entsprechend hohen Anforderungen an die Langzeitzuverlässigkeit.

Der Zeitpunkt der Überarbeitung fällt mit der rasanten Expansion des chinesischen Range-Extender-Markts zusammen. Branchenvertreter verweisen auf Verkaufszahlen von mehr als einer Million Einheiten im Jahr 2024 sowie über 1,2 Millionen im Jahr 2025. Zu den Herstellern, die ihre Range-Extender-Programme ausgebaut haben, zählen Seres, Li Auto, Deepal und Leapmotor. Premiummodelle wie der Aito M9 haben die Technologie zudem in höheren Preissegmenten etabliert.

Quelle: CarNewsChina – China upgrades range extender rules as EREV market surpasses 1 million annual sales

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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