Fünf Elektro-Sportwagen, die den Markt aufmischen wollen

Fünf Elektro-Sportwagen, die den Markt aufmischen wollen
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Audi

Patrick Solberg
Patrick Solberg
  —  Lesedauer 4 min

Die Sportwagenjünger dürfen durchatmen, denn ganz so schlimm kommt es für sie dann erst einmal nicht. Anders als vor Jahren von vielen Verbrennerfans befürchtet, dauert der komplette Umstieg in die Elektromobilität länger als angenommen und viele Märkte dürften noch länger auf Benziner setzen. Trotzdem werden sich einige Sportwagen schneller als gedacht ins Elektrolager verabschieden.

Die Aussage von Porsche-CEO Michael Leiters ließ vor einigen Wochen viele Sportwagenfans beruhigt durchatmen. Hatte sein Vorgänger Oliver Blume einst unterstrichen, dass das letzte Auto, das ein Elektroauto werde, ein Porsche 911 sei, ging Leiters in die vollen: einen Porsche 911 werde es nicht mit Elektromotor geben. Eingedenk dessen, dass niemand weiß, wie sich die Märkte mittel- bis langfristig entwickeln und man einen Elektro-Elfer zumindest auf lange Sicht kaum ganz ausschließen kann. Bis dahin bleibt es bei der bekannten Konstellation aus Sechszylinder-Boxermotor im Heck und Antrieb über die Hinterachse oder alle vier Räder.

Die kleinen Brüder des Porsche 911 hat es jedoch bereits erwischt, denn Cayman und Boxster, die mit dem Namensannex 718 noch immer fremdeln, sind als Verbrenner nicht mehr im Angebot und sollen mit einiger Verzögerung im kommenden Jahr als Elektromodelle auf die Märkte surren. Das ist schon deshalb überraschend, weil weder 718 Boxster noch Cayman in einem Haushalt das einzige Fahrzeug sein dürften. Vielmehr in einer gegebenenfalls bereits elektrisierten Garage das Spaßauto Nummer zwei oder gar drei, in dem am Wochenende kurvige Kilometer genossen werden. Anzunehmen ist, dass die meisten Kunden hier einen munter drehenden Sechszylinder-Boxer begehren, der den Genuss hinter dem Steuer emotional untermalt. Bereits der zwischenzeitlich eingeführte Vierzylinder-Motor des auslaufenden Boxsters hatte trotz solider Leistungsdaten für einen nennenswerten Imageverlust geführt.

Ob jetzt nach der seit vergangenem Jahr andauernden Produktionsunterbrechung alle potenziellen Fans auf den herannahenden Elektroexpress aufspringen werden, darf bezweifelt werden. Fraglos dürfte ein elektrischer Boxster oder ein ebensolcher Cayman neue E-Kunden locken können. Ein MG Cyberster hat trotz seines stattlichen Übergewichts gezeigt, dass er seine Fans findet.

Gut möglich ist, dass der elektrische Porsche Boxster nach Cyberster-Vorbild mit Hinterrad- und Allradantrieb verfügbar sein wird. Porsche würde der E-Hecktriebler wohl reichen; doch Audi kommt beim Serienmodell des Concept C um einen elektrischen Allradantrieb kaum herum. Das Leistungsspektrum dürfte entsprechend sein, denn unter 295 kW/ 400 PS würde man ihm die Sportwagengene kaum abnehmen. Denkbar ist auch, dass eine Allradgetriebene Sportversion mit deutlich mehr als 368 kW/ 500 PS unterwegs wäre. Mehr wäre problemlos möglich, doch dann würde der Doppelpack aus 718 Cayman und 718 Boxster am Aushängeschild des Porsche 911 Turbo kratzen – und das kann sich der wankende Sportwagenbauer aktuell nicht erlauben.

Audi Concept C wird zum elektrischen TT-Nachfolger

Auf der gleichen technischen Plattform wie die neuen Porsche Sportwagen kommt das Serienmodell des Audi Concept C als Nachfolger des ausgelaufenen TT. Neben dem größeren Nuvolari ist der künftige TT ein Abbild der neuen Audi-Designsprache mit einem vertikalen, steil stehenden Grill und schmalen Lichteinheiten, die sich eben auch in künftigen Limousinen, Kombis und Crossovern wiederfinden sollen. Der Purismus außen setzt sich auch im Innern fort, wo die Ingolstädter trotz historischer Remiszenzen zum Beispiel auf die rotbraunen Mokassin-Ledersitze verzichteten und die beiden Insassen auf seelenlosen Sitzschalen nach Polestar- oder Volvo-Vorbild Platz nehmen. Wahrscheinlich ist, dass die Serienversion des Concept C 2027 mit Hinterrad- und Allradantrieb in einem Leistungsspektrum zwischen 400 und 700 PS auf den Markt kommen wird

Ebenfalls offen und ebenfalls rein elektrisch angetrieben rollt der Polestar 6 auf uns zu. Bereits die Studie des offenen Polestar sorgte 2022 nicht allein durch das Design und eine flexibel einsetzbare Drohne für Gesprächsstoff. Das 800-Volt-Bordnetz und ein Leistungsspektrum bis 650 kW/ 884 PS sorgen dafür, dass sich auch ausgemachte Sportwagenfans für den Powerroadster begeistern dürften. Der 2+2-Elektroroadster verfügt über eine verkürzte Version der Aluminiumplattform, die das britische Entwicklungsteam für den Polestar 5 entworfen hat.

Polestar

Denza Z: 1180 kW für kaum mehr als 160.000 Euro

Ebenfalls ohne Verbrennerhistorie oder entsprechende Vorgänger kommt der neue Denza Z als Edelmodell des BYD-Konzerns aus. Der 4,78 Meter lange Sportler, wahlweise als Coupé, Cabriolet und R-Version zu bekommen, pulverisiert mit seiner Symbiose aus Fahrleistungen, schmuckem Design und einem Preis von kaum mehr als 160.000 Euro die etablierte Konkurrenz.

Denza

Zwei Motoren an der Hinterachse (jeweils 340 kW/ 460 PS) und ein weiterer vorn (500 kW/ 680 PS) sorgen nicht nur für 1180 kW/ 1604 PS, sondern insbesondere für ein gigantisches Drehmoment von 1240 Nm. Aus dem Stand geht es in zwei Sekunden auf Tempo 100 und erst bei 300 km/h ist Schluss mit Vortrieb für den 2,2 Tonnen schweren Allradler. Das Komfortniveau ist beeindruckend – auch weil das Fahrwerk des Z nicht nur über eine Doppelquerlenker-Aufhängung vorn und Mehrlenkerachse hinten, sondern dank E3-Plattform auch über eine Luftfederung verfügt. Dank Flash-Charging erstarkt das 78 kWh große Batteriepaket im Unterboden mit maximal 1500 kW von 10 auf 97 Prozent in weniger als zehn Minuten.

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