E-Auto-Boom bei VW könnte CO2-Strafe verhindern

E-Auto-Boom bei VW könnte CO2-Strafe verhindern
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Volkswagen

Arun Niemann
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  —  Lesedauer 3 min

Eigentlich hatte man bei Volkswagen bereits fest mit einer EU-Strafe wegen verfehlter CO₂-Vorgaben gerechnet. Für diese waren für den Zeitraum 2025 bis 2027 bereits rund 500 Millionen Euro an Finanzmitteln zurückgestellt worden. Nun könnte aber die E-Auto-Sparte dafür sorgen, dass diese Strafe doch nicht gezahlt werden muss und VW mehr finanziellen Spielraum hat, als zuvor angenommen.

Konzernchef Oliver Blume ging bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am vergangenen Freitag überhaupt nicht mehr auf seine ursprüngliche Forderung nach einer Abmilderung der CO₂-Vorgaben ein. Stattdessen fokussierte er sich lieber auf die dringend nötige Ausweitung der EU-Sonderzölle gegen chinesische Plug-in-Hybride. Dies hat vor allem den Grund, dass VW in Europa deutlich mehr E-Auto-Bestellungen erhält als erwartet.

Der besondere Erfolgsträger ist dabei die „New Urban Car Family“ des Autobauers. Dabei handelt es sich um den in Spanien gefertigten ID.Polo sowie dessen Schwestermodelle von Škoda und Cupra. Es sind die kleinsten Modelle von VW mit einem Elektromotor, welche eine bisher noch unbesetzte Lücke im europäischen Massenmarkt füllen, in der es offenbar deutlich mehr Nachfrage gibt als angenommen.

Schließlich hat der Finanzchef Arno Antlitz bereits verkündet, dass es allein für diese Modelle bereits rund 70.000 Vorbestellungen gibt. Hinzu kommen noch die Bestellungen für den ID.Cross und insgesamt liegt man damit nur wenige Wochen nach Marktstart bereits „deutlich über den Erwartungen“. Im Konzern wuchsen die europäischen E-Auto-Bestellungen um 50 Prozent und inzwischen ist fast jedes dritte bestellte Fahrzeug ein E-Auto. Dabei hilft unter anderem auch die deutsche Kaufprämie für Elektroautos.

Was das für die drohende Strafzahlung bedeutet

Die deutlich gewachsene Nachfrage nach E-Autos könnte nun dazu führen, dass der Konzern in dieser Periode doch keine Strafe zahlen muss, da der CO₂-Flottenausstoß mit dem wachsenden E-Auto-Anteil deutlich sinkt. Für Finanzvorstand Antlitz heißt das, dass die Rückstellung von 500 Millionen Euro an Finanzmitteln voraussichtlich wieder freigegeben werden kann.

Die VW-Strategie mit neuen, attraktiveren und günstigeren Elektroautos scheint also aufzugehen und starkes Interesse bei Kunden auszulösen. Gleichzeitig sind E-Autos auf einem guten Weg, für VW genauso profitabel zu werden wie Verbrenner. Allerdings will Blume noch keine vollständige Entwarnung geben. Die neuen Vorgaben der EU, welche ab 2030 gelten sollen, seien nach wie vor kaum erreichbar, solange Brüssel nicht doch wieder Mehrjahresdurchschnitte anrechne, wie es bereits zuvor geschehen war.

Doch auch mit den unerwarteten Erfolgen bei E-Autos hat die Halbjahresbilanz von VW eine klare Kehrseite: Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete der Konzern schließlich einen stagnierenden Umsatz von 158 Milliarden Euro, während der operative Gewinn sogar um 12 Prozent auf nur noch 5,9 Milliarden Euro sank. Ein weiterer Belastungsfaktor entsteht durch den Produktionsstopp des ID.4 in den USA. Die Produktion musste eingestellt werden, da Präsident Trump die bisher geltenden E-Auto-Förderung gestrichen hatte.

Quelle: WELT – VW erlebt eine Elektro-Überraschung – und könnte ohne EU-Strafe davonkommen

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Arun Niemann

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Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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