Der Preis allein entscheidet auf dem deutschen Automarkt längst nicht mehr über Kauflust oder Kaufverzicht. Für Automobilhersteller und Handel liegt ein wesentlicher Hebel zur Belebung der Nachfrage in besser ausgestatteten, anspruchsvolleren Neuwagen. Das zeigt das aktuelle Automobilbarometer von Consors Finanz. Besonders ausgeprägt ist dieser Anspruch bei Besitzer:innen von E-Autos und Hybridfahrzeugen, die Design und Ausstattung überdurchschnittlich stark gewichten.
Hintergrund ist der anhaltende Druck auf die europäische Autobranche. Asiatische Hersteller punkten im wachsenden E-Automarkt mit Kostenvorteilen und technologischer Stärke, was das Anspruchsdenken der deutschen Käufer:innen verändert. Viele der aktuell aufgerufenen Preise werden als nicht gerechtfertigt empfunden, nur knapp die Hälfte der Befragten zeigt sich mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden. Für mehr als ein Drittel führt der Weg aus der Krise deshalb nicht über niedrigere Preise, sondern über ein attraktiveres Angebot zum gleichen Preis.
Ästhetik entscheidet zunehmend mit
Der Preis bleibt zwar das wichtigste Kaufkriterium der Deutschen, gleichzeitig achten sieben von zehn Befragten auch auf die Optik. Ästhetik und Design spielen damit eine zentrale Rolle bei der Kaufentscheidung. Bei E- und Hybridwagenfahrer:innen liegt dieser Wert noch höher: 80 Prozent legen großen Wert auf Form, Farbe und Linienführung. Bemerkenswert ist zudem, dass Halter:innen batteriebetriebener Autos zufriedener mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis ihres Wagens sind als Verbrennerfahrer:innen, mit 61 zu 49 Prozent.
„Offensichtlich schaffen es E-Autos, neuen Spaß am Fahren zu wecken“, ordnet Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz, die Ergebnisse ein. Ein E-Auto fühle sich anders an, technologische und optische Innovation sowie das Gefühl, nachhaltiger unterwegs zu sein, würden zu einer höheren Zufriedenheit bei den Besitzer:innen beitragen.
Auch bei der Suche nach einem möglichen nächsten Auto spielt das Straßenbild eine Rolle. 59 Prozent der Befragten lassen sich von anderen Modellen inspirieren, die ihnen im Alltag begegnen. Unter E-Auto-Fahrer:innen liegt dieser Anteil mit 62 Prozent noch einmal deutlich über dem Durchschnitt. Laut Brauer lassen sich Autokäufer:innen nach wie vor gerne verführen, wobei vor allem die Optik das Interesse wecke. Stimmten dann auch Preis und Qualität, könne dies den Verkaufserfolg für Hersteller und Autohäuser deutlich erhöhen.
Technik bleibt zentraler Faktor der Kaufentscheidung
Neben dem Design bleibt auch die technische Ausstattung ein gewichtiges Argument. 72 Prozent der Befragten nennen sie als wichtigen Faktor beim Autokauf, für 63 Prozent spielt zudem die Motorleistung eine entscheidende Rolle. Unter Elektro- und Hybridautobesitzer:innen liegt dieser Wert mit 71 Prozent noch höher. Für Brauer zeigt sich darin der enge Zusammenhang zwischen Autofahren und Technikbegeisterung in Deutschland: Das Preisniveau werde zwar insgesamt als zu hoch empfunden, Auto und Autofahren blieben aber eng mit Gefühl, Komfort und technischem Fortschritt verknüpft. Hersteller und Handel stünden entsprechend weiter vor der Aufgabe, sich neu zu erfinden, um diesen Erwartungen gerecht zu werden.
Für das Automobilbarometer befragte das Marktforschungsinstitut Harris Interactive zwischen dem 30. Juni und 11. Juli 2025 rund 16.000 Personen ab 18 Jahren in 13 Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, das Vereinigte Königreich, China, Japan und die USA. Die Teilnehmer:innen wurden über eine Online-Befragung (CAWI) aus einer jeweils national repräsentativen Stichprobe ausgewählt.
Quelle: Presseportal – E-Autos heben die Messlatte: Deutsche wollen mehr als nur einen guten Preis









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