Oldtimer mit Elektroantrieb mögen vielleicht zunächst wie ein Widerspruch klingen, doch für Clemens Hummel aus Villingen stellt genau das die Zukunft der klassischen Mobilität dar. Mit seiner Firma Legend Motors hat er sich mit der Elektrifizierung alter Klassiker bereits bundesweit einen Namen gemacht.
Hummel schraubt laut eigenen Angaben bereits seit seiner Kindheit, half seinem Nachbarn mit dessen Stockcar-Autos und hatte mit 16 seine erste eigene Werkstatt. Das Unternehmen Legend Motors startete er zunächst nebenberuflich in einer 50-Quadratmeter-Halle seines Vaters. Aus der Überzeugung für die Elektromobilität heraus gab er 2021 jedoch seinen sicheren Job bei einem Automobilzulieferer auf, um sich voll auf die Selbstständigkeit zu fokussieren.
Schon bald folgte der erste Umzug in eine 300 Quadratmeter große Halle, wo er auch seinen ersten Mitarbeitenden fest anstellte. Er erwarb zu dieser Zeit zudem ein 3500 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet Neuer Markt auf Herdenen für einen Neubau, der bald folgen sollte. Doch der Ukraine-Krieg brachte die erste Krise für das junge Unternehmen. Durch gestiegene Zinsen und Baupreise war der geplante Neubau nicht mehr realisierbar. Stattdessen zog Hummel erneut in eine 300-Quadratmeter-Halle, wo er inzwischen vier Mitarbeiter beschäftigt.
Bundesweite Bekanntheit durch einen umgebauten Porsche
Das erste Umbauprojekt von Legend Motors war ein Porsche 914, und dieser verschaffte dem jungen Unternehmen direkt bundesweite Bekanntheit. Dank Artikeln in zahlreichen Fachzeitschriften, Social-Media-Beiträgen und Mundpropaganda konnte sich die Schwarzwald-Firma schon bald kaum noch vor neuen Aufträgen retten. Ein Fernsehbeitrag im SWR sorgte dann im vergangenen Jahr noch einmal für einen weiteren Anfrage-Boom.
Das aktuelle Beispielprojekt des Unternehmens ist ein Autobianchi Baujahr 1962, dessen Dreizylinder-Viertaktmotor durch einen 15-Kilowatt-Elektromotor ersetzt werden soll. Wichtig ist an dieser Stelle zur Einordnung zu sagen, dass etwa die Hälfte des Geschäfts nach wie vor vom klassischen Restaurations-, Reparatur- und Umbaugeschäft von Oldtimern mit Verbrennungsmotor kommt und die Elektrifizierung der Klassiker bisher nur eine Ergänzung zum Kerngeschäft darstellt.
Familienbetrieb auf Expansionskurs
Inzwischen läuft das Geschäft zwar sehr gut, doch zeitweise sicherte Hummels Ehefrau Marlene Hummel mit ihrem eigenen Gehalt als Betriebswirtin die finanzielle Stabilität der Familie. Inzwischen arbeitet sie ebenfalls voll im Unternehmen mit, unterzieht die Ideen ihres Ehemanns jedoch immer noch einem klaren „Realitätscheck“.
Für Ende 2026 ist dann endlich die Expansion in Form eines Umzugs in eine neue, größere 500-Quadratmeter-Halle geplant. Dies bringt zwar ein Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro mit sich, doch Zukunftssorgen gibt es bei Legend Motors keine. Schließlich ist die Auftragslage gut und auch Fachkräftemangel gibt es keinen. Schließlich bewerben sich viele potenzielle neue Mitarbeitende gezielt wegen des Interesses an E-Oldtimern.
Für die Zukunft hat Hummel bereits viele weitere Ideen zur Elektrifizierung verschiedenster Fahrzeugtypen. Das neue Grundstück sollte Hummel zufolge auf jeden Fall groß genug sein, um einen bereits angedachten Erweiterungsbau zu realisieren, falls sich das Wachstum der Firma weiter fortsetzt.
Quelle: Südkurier – Vom Schrauber zum Pionier: Dieser Villinger macht Oldtimer zu Elektroautos und hat bundesweit Erfolg








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