Ford fährt Produktion des F-150 Lightning deutlich zurück

Cover Image for Ford fährt Produktion des F-150 Lightning deutlich zurück
Copyright ©

Ford

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Ford hat beschlossen, die Produktion seines Elektro-Pick-ups F-150 Lightning in den USA zurückzufahren. Ab Januar 2024 sollen im Rouge Electric Vehicle Center in Dearborn, Michigan, nur noch etwa 1600 Autos pro Woche hergestellt werden. Dies entspricht einer Halbierung der ursprünglich geplanten Produktionsrate von 3200 Einheiten pro Woche. Wie Automotive News berichtet, handelt der Automobilhersteller auf eine eher verhaltene Kundennachfrage hin.

Ursprünglich war geplant, dass Ford im Jahr 2024 seine E-Autoproduktion verdoppelt. Nun deutet die jüngste Entwicklung darauf hin, dass der Autohersteller seine Ziele zurückschraubt. Eine Sprecherin von Ford äußerte sich nur vage und betonte, dass die Produktion an die Nachfrage angepasst werde, ohne spezifische Details zu nennen.

Im August nahm Ford nach einer sechswöchigen Unterbrechung die Fertigung des F-150 Lightning wieder auf. Mittlerweile musste jedoch eine der drei Schichten im Werk aufgrund verschiedener Probleme, einschließlich Lieferkettenengpässen, gestrichen werden. Ford gab Ende Oktober auch bekannt, dass geplante Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro für neue Produktionskapazitäten bei E-Autos und Batterien verschoben werden.

Konkrete Auswirkungen dieser Entscheidung sind bereits sichtbar: Eine geplante Batteriezellfabrik in den USA wird kleiner ausfallen als ursprünglich vorgesehen. Weiterhin werden die Pläne für ein gemeinsames Batteriewerk in der Türkei sowie eine zweite Batteriefabrik in Kentucky auf Eis gelegt.

Diese Entscheidungen sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass Ford bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal einen Verlust im Milliardenbereich in seiner Elektrosparte Model e bekannt gab. Der Hersteller erklärte, dass viele nordamerikanische Kunden, die an Elektroautos interessiert sind, nicht bereit seien, dafür mehr zu bezahlen als für Benziner oder Hybride. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Preise und Rentabilität der Elektroautos.

Während der Bau von Blue Oval City, Fords neuem Produktionscampus für E-Autos in Tennessee, planmäßig fortgesetzt wird, sind andere Projekte von den Kürzungen betroffen. Diese Verzögerungen und Reduzierungen reflektieren die aktuelle Marktlage und Herausforderungen, mit denen sich der Autohersteller konfrontiert sieht.

Quelle: Automotive News – Ford cutting 2024 F-150 Lightning production plans by half, suppliers told

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Marc:

Du weißt ganz genau, dass jenseits dessen, dass die Hersteller alle Möglichkeiten prüfen, das nicht kommen wird. Denn diese komplizierte, extrem teure und mit unkalkulierbar Ausfallraten und Wartungskosten versehene Wasserstofftechnik, ist genau das, was niemand braucht. Aber besonders nicht, wenn es um niedrige Preise geht. Gewicht, das solltest du langsam gelernt haben, ist kein Problem – bei einem 5,70 m Pickup erst recht nicht. Der Silverado EV hat in den USA bereits eine Preisliste, ab $80,000 mit dem 220 kWh Akku. Die Akku Preise fallen und wenn man die 220 kWh nach 15 Jahren nicht mehr im Truck nutzt, wandert der Akku für weitere 20 Jahre in einen stationären Speicher. Dann wird zu 99% recycelt.

Wolfbrecht Gösebert:

Zitat EAN vom 29. April 2022:
„Der Startpreis des F-150 Lightning ist mit weniger als 40.000 US-Dollar (etwa 36.000 Euro) außerdem äußerst attraktiv.“

Von einem günstigen Startpreis ist aktuell anscheinend nicht viel zu sehen – es werden v.a. „Besserausstattungen“ angeboten!

Das führt AFAIS beim Angebot in Norwegen zu einem „Startpreis“ von über 100.000 €. Dabei ist übrigens für die *entnehmbare* elektrische Leistung an Steckdosen von den über 9 kW in USA wohl nicht mal 3 kW in Europa übriggeblieben: Das reicht für keine anständigen Werkzeuge im (Holzhaus-)Bau und ist erst recht nicht ausreichend für die in Massen verbreiteten Ferien-/Holzhäuschen im Wald und an den vielen Seen …

Jakob Sperling:

Habe noch schnell nachgeschaut, bzw. nachgerechnet:
Eine Batterie mit 220 kWh Energie wiegt etwa 1.5 Tonnen.
Bei einem eh schon sehr schweren Fahrzeug ist das wirklich blödsinnig.

Jakob Sperling:

Mit 220 kWh könnte man 7 FCEV-Stationswagen mit je 30 kWh ausrüsten und hatte mit gleich viel Chemie 7 statt 1 dieser überdimensionierten Stationswagen CO2-frei.
Dazu ein kleine Brennstoffzelle und etwa 10 kg Wasserstoff, was zusammen mit der Batterie auch etwa 220 kWh ergäbe.

So, wie es die letzten paar Monate aussieht, gehen die Amerikaner auch eher diesen Weg. Sowohl Toyota (Hilux H2) wie auch Stellantis (RAM) haben schon FCEV-Stationswagen angekündigt.

Eine 30kWh-Batterie, eine 50kW-Brennstoffzelle und ein Tank für 10 kg Wasserstoff sind sehr bald, vermutlich schon nächstes Jahr, billiger als eine 220kWh-Batterie. Leichter und schneller ladbar sowieso.

brainDotExe:

Du kennst also das Platzangebot von allen Gemeinden und privaten Stellplätzen in Deutschland?

Ich bin jetzt auch kein Freund von solch großen Fahrzeugen, aber deswegen würde ich doch nicht anderen das schlecht reden.

Jeder soll sich das Auto kaufen, was einem zusagt.

Thomas:

Was heißt angemessene Preise..?..Ford hat nichtmal ein angemessenes Model in Petto! Saarlouis hingerichtet und Valencia versklavt…aber wo ist das E Auto was Valencia versprochen wurde??? Das einzige Auto mit dem noch Mage gemacht wird ist der Focus dessen verlängerung der Produktion längstens November 25 im Gespräch ist. Fazit: Ford Manager geht nach Hause!

Walter Gutmann:

ich kann nur hoffen, daß solche Fahrzeuge nicht nach Deutschland kommen, der Platzbedarf ist viel zu groß, es reicht, wenn viele Wohnmobile am Straßenrand herumstehen.

Marc:

Der Wagen hat eine offizielle Zulassung für die EU, das heißt, man muss den Lightning nicht mit Einzelzulassung in den Markt bringen. Aber das hätte ja vielleicht ein freier Importeur für einen gemacht. Viel wichtiger ist, er hat einen Schnellladeanschluss mit europäischem CCS und auch die Steckdosen für elektrische Verbraucher im Frunk sind mit europäischen Anschlüssen versehen, Er wird in Norwegen angeboten und ist auch demnächst in der Schweiz zu haben. Man hat sich seitens Ford nur noch nicht richtig drum bemüht, den Wagen in Europa attraktiver zu machen. Ich denke schon, dass er auch in Schweden und Finnland eine gute Chance hat. Vor allem ist in diesen Ländern mit viel Landschaft, auch der Nutzen größer, versorgungsunabhängig arbeiten zu können. Das könnte ihn auch für einige Gewerke in Spanien und Frankreich attraktiv machen, auch das sind Flächenländer mit wenig Infrastruktur in den dünner besiedelten Teilen. Das Problem des Lightning in Amerika ist die generelle Kaufzurückhaltung. GM hat seine Boliden auf nächstes Jahr verschoben. Der Silverado und Escalade EV hätten durchaus Chancen, bei denen, die alles wollen: Sie haben 220 kWh.

Jakob Sperling:

Das Problem ist und bleibt die Batterie.
Riesige Fahrzeuge, die zudem noch riesige Distanzen bewältigen sollen, brauchen riesige Batterien.
Riesige Batterien sind nach wie vor sehr teuer (und sehr schwer, und sehr umweltbelastend).

Frank:

Wie kannst Du Tesla mit Ford vergleichen, wenn Ford nur noch die hälfte der Löhne zahlt werden die auch wirtschaftlich, Du musst doch erst die Fakten kennen bevor Du sowas schreibst.

Ähnliche Artikel

Cover Image for Alpitronic CEO: „Laden muss immer funktionieren“

Alpitronic CEO: „Laden muss immer funktionieren“

Sebastian Henßler  —  

Im exklusiven Interview verrät Philipp Senoner, warum 400 kW für den Massenmarkt reichen, 850 kW und darüber hinaus aber als Sonderlösung kommen werden.

Cover Image for Diese 7 günstigen E-Autos unterstützen Plug & Charge

Diese 7 günstigen E-Autos unterstützen Plug & Charge

Daniel Krenzer  —  

Stecker rein und einfach losladen: Diese unkomplizierte Art des E-Auto-Ladens gibt es für immer mehr Modelle. Doch welche sind die günstigsten?

Cover Image for Volkswagen richtet Produktion auf KI-gestützte Zukunft aus

Volkswagen richtet Produktion auf KI-gestützte Zukunft aus

Michael Neißendorfer  —  

Effizienter, intelligenter und resilienter will Deutschlands größter Autohersteller werden: Dafür setzt der VW-Konzern in der Produktion verstärkt KI ein.

Cover Image for Neuer Volvo XC70: Der Plug-in-Hybrid für die Langstrecke

Neuer Volvo XC70: Der Plug-in-Hybrid für die Langstrecke

Michael Neißendorfer  —  

Im stadtnahen CLTC-Zyklus fährt der neueste Plug-in-Hybrid von Volvo 200 Kilometer weit. Ob er nach Europa kommt, ist noch offen.

Cover Image for Nio: 200.000 Akku-Wechsel in Europa, aber kaum neue Stationen

Nio: 200.000 Akku-Wechsel in Europa, aber kaum neue Stationen

Daniel Krenzer  —  

Mit der Anzahl der getauschten Akkus geht es für Nio in Europa voran, doch von den 170 geplanten Standorten gibt es bislang nur 60.

Cover Image for EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

Daniel Krenzer  —  

In Deutschland steigt der Anteil von Elektroautos in diesem Jahr besonders stark an. Frankreich hingegen schwächelte.