Europa: Neue Elektroautos erreichen schnell hohe Volumina

Europa: Neue Elektroautos erreichen schnell hohe Volumina
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Matthias Schmidt hat die europäischen Elektroauto-Zulassungen von Januar bis Ende Dezember 2025 nach Modell ausgewertet. Die Zahlen liefern ein präzises Bild davon, wie sich der Markt innerhalb eines Jahres verschiebt. An der Spitze steht weiterhin das Tesla Model Y mit 142.000 Zulassungen, allerdings verlor es deutlich an Attraktivität: Gegenüber 2024 liegt das Model Y mit 30,8 Prozent Im Minus. Der Marktanteil innerhalb der Elektroauto-Zulassungen fällt von 10,6 Prozent auf 5,7 Prozent. Das ist zwar ein harter Schnitt, ändert aber nichts daran, dass das Model Y in absoluten Stückzahlen weiter vorne liegt.

Viel interessanter ist die Bewegung dahinter. Volkswagen platziert gleich mehrere Modelle in der Spitzengruppe und baut die eigene Präsenz sichtbar aus. Die Schwestermodelle ID.4 und ID.5 kommen zusammen auf über 90.000 Zulassungen und erreichen 3,6 Prozent Marktanteil. Das bedeutet ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zu 2024. Der ID.3 folgt mit 77.200 Zulassungen und wächst sogar um 45,2 Prozent. Noch stärker ist der Sprung beim ID.7. Dieses Modell landet bei 74.800 Zulassungen, was einem Zuwachs von 141,8 Prozent entspricht. In Summe bringen die drei VW-Baureihen in der Liste 9,7 Prozent Marktanteil zusammen.

Auch Škoda spielt in dieser Auswertung eine zentrale Rolle. Der Enyaq bleibt stabil. 73.500 Zulassungen stehen für 3 Prozent Marktanteil, nahezu identisch zum Vorjahr mit minus 0,3 Prozent Veränderung. Dazu kommt der Elroq als neuer Faktor. Mit 88.000 Zulassungen und 3,5 Prozent Marktanteil steigt er direkt weit oben ein. Ein solches Debüt verschiebt die Kräfteverhältnisse, weil es nicht nur zusätzliche Nachfrage abbildet, sondern oft auch Käufe innerhalb eines Konzerns neu verteilt.

Tesla verliert Marktanteil, neue Modelle setzen Akzente

Ein Blick auf Tesla zeigt, dass sich der Druck nicht nur auf ein Modell konzentriert. Das Model 3 fällt auf Platz vier zurück. 81.200 Zulassungen ergeben 3,3 Prozent Marktanteil nach 5,3 Prozent im Jahr 2024. Zusammengenommen verlieren Model Y und Model 3 in dieser Liste 6,9 Prozentpunkte Marktanteil. Damit bleibt Tesla wichtig, aber die Dominanz früherer Jahre spiegelt sich hier nicht mehr.

Renault gelingt parallel ein bemerkenswerter Auftritt. Der R5 erreicht 78.600 Zulassungen und 3,2 Prozent Marktanteil. Im Vorjahr brachte es der Stromer „nur“ auf 13.000 Zulassungen, was allerdings damit zusammenhängt, dass er erst zum Jahresende hin erhältlich war. 2025 hat dann gezeigt: Das Modell trifft einen Nerv und landet sofort in direkter Nähe zum Model 3 und zum ID.3. Für viele Käufer:innen ist das relevant, weil ein zusätzlicher Volumenanbieter die Auswahl erhöht und den Preisdruck im Markt verändern kann.

Bei den weiteren Neueinsteigern fällt der Kia EV3 auf. 63.500 Zulassungen und 2,6 Prozent Marktanteil stehen einem sehr kleinen Vorjahreswert gegenüber. Auch hier aufgrund der Einführung spät im Jahr 2024. Citroën setzt mit dem ëC3 ebenfalls ein Ausrufezeichen. 49.400 Zulassungen entsprechen 2 Prozent Marktanteil. Zusammen zeigen diese beiden Modelle, dass frische Baureihen nicht erst langsam „anlaufen“ müssen, sondern in einem Jahr sofort zu den meistzugelassenen Elektroautos zählen können.

Der BMW iX1 wächst auf 66.700 Zulassungen und 2,7 Prozent Marktanteil. Das entspricht einem Plus von 30,7 Prozent. Mini legt sogar um 50,9 Prozent zu und erreicht 45.700 Zulassungen. Solche Zuwächse deuten auf eine stabile Nachfrage in kleineren und kompakten Segmenten hin, auch wenn die Modellpalette je Marke sehr unterschiedlich ausfällt.

Gewinner, Verlierer und die neue Marktbreite

Neben den Aufsteigern gibt es deutliche Rückgänge. Der Volvo EX30 fällt von 74.200 auf 46.700 Zulassungen. Das ist ein Minus von 37 Prozent und bedeutet 1,9 Prozent Marktanteil nach 3,8 Prozent im Vorjahr. Volvo EX40 und EC40 rutschen ebenfalls ab, von 51.700 auf 42.500 Zulassungen. Audi spürt Gegenwind beim Q4. 59.900 Zulassungen liegen 11,4 Prozent unter dem Vorjahr, der Anteil sinkt auf 2,4 Prozent.

Gleichzeitig wächst Audi an anderer Stelle stark. Der Q6 steigt auf 54.000 Zulassungen und legt um 328 Prozent zu. Hier erklärt die niedrige Basis aus 2024 einen Teil der Dynamik. Trotzdem zeigt der Sprung, dass ein neues oder breiter verfügbares Modell sehr schnell in hohe Stückzahlen kommen kann. Der Cupra Born hält sich mit 42.500 Zulassungen leicht im Plus. Der BMW i4 bleibt nahezu stabil bei 44.100 Zulassungen. Beim Mercedes EQA geht es moderat zurück auf 38.500 Zulassungen, minus 6,9 Prozent. Der Ford Explorer schafft 42.000 Zulassungen und wächst um 190 Prozent. Das Modell bewegt sich damit direkt im Bereich etablierter Angebote.

Am Ende ergibt sich ein klarer Gesamteindruck: Die Spitze ist 2025 weniger ein „Zweikampf“ als eine größere Gruppe, die sich Marktanteile teilt. Die 20 meistzugelassenen Modelle kommen zusammen auf 52,5 Prozent Marktanteil innerhalb der Elektroauto-Zulassungen. Mit anderen Worten: Fast die Hälfte verteilt sich auf viele weitere Baureihen. Für den Markt bedeutet das mehr Vielfalt, schnellere Wechsel in der Rangfolge und eine höhere Bedeutung von Modellzyklen, Verfügbarkeit und Positionierung. Wer 2025 vorne liegt, muss 2026 nicht automatisch denselben Platz halten.

Top-10 der meistverkauften E-Autos in Europa im Jahr 2025

  1. Tesla Model Y – 141.978 Einheiten
  2. VW ID.4/ID.5 – 90.332 Einheiten
  3. Škoda Elroq – 88.038 Einheiten
  4. Tesla Model 3 – 81.278 Einheiten
  5. Renault 5 – 78.657 Einheiten
  6. VW ID.3 – 77.211 Einheiten
  7. VW ID.7 – 74.819 Einheiten
  8. Škoda Enyaq – 73.564 Einheiten
  9. BMW iX1 – 66.710 Einheiten
  10. Kia EV3 – 63.503 Einheiten

Quelle: Matthias Schmidt – Schmidt Automotive Research / The European Electric Car Study

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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