Elektro Land Rover Defender frühestens Ende des Jahrzehnts

Elektro Land Rover Defender frühestens Ende des Jahrzehnts
Copyright ©

shutterstock / 2491128435

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Eine vollelektrische Variante des Land Rover Defender wird voraussichtlich erst Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen. Das aktuelle Modell, das auf der D7x-Plattform basiert, bietet laut JLR nur begrenzte Möglichkeiten für eine Elektrifizierung. Platzprobleme innerhalb der bestehenden Architektur verhindern eine einfache Integration großer Batterien, die für ein Modell dieser Größe notwendig sei, wie die britische Autocar berichtet. Lennard Hoornik, Chief Commercial Officer von JLR, betonte demnach, dass eine Umrüstung des derzeitigen Defender nicht vorgesehen sei. Das Modell sei bereits mit einem Vierzylinder-Plug-in-Hybrid verfügbar, doch für ein reines Elektroauto sei der benötigte Bauraum schwer zu realisieren. Die Konstruktion des Chassis und die Achsanordnung erschweren die Unterbringung eines größeren Batteriesatzes erheblich.

Selbst eine Umstellung auf das leistungsstärkere Plug-in-Hybridsystem mit Sechszylindermotor, das bereits in den MLA-Flex-basierten Modellen Range Rover und Range Rover Sport genutzt wird, sei mit der aktuellen Plattform nicht möglich. Unternehmensinterne Quellen bestätigen, dass dies durch die architektonischen Gegebenheiten der D7x-Plattform ausgeschlossen wird. JLR hat sich jedoch verpflichtet, für jede seiner Marken – Range Rover, Defender, Discovery und Jaguar – ein vollelektrisches Modell anzubieten.

Hoornik erklärte, dass eine alternative Plattform notwendig sei, um diesen Plan für den Defender umzusetzen. Ob dies mit der nächsten Generation des Modells geschieht oder ob zuvor eine separate Defender-Variante auf einer speziell entwickelten Elektroplattform erscheint, ließ er offen. Seine Aussagen deuten allerdings darauf hin, dass eine neue Modellgeneration die wahrscheinlichere Lösung ist. Laut ihm erfordert ein elektrischer Defender einen bedeutenden technologischen Fortschritt. Eine bloße Adaption des bestehenden Modells sei nicht zielführend. Stattdessen werde eine Plattform benötigt, die speziell für Elektroautos ausgelegt ist und den Anforderungen an Leistung, Robustheit und Geländetauglichkeit gerecht wird.

Zusätzlich erläuterte Hoornik die Hintergründe der Teilnahme von JLR an der World Rally-Raid Championship ab 2026. Zwei speziell angepasste Defender Octa werden an diesem Wettbewerb teilnehmen, der auch die berühmte Dakar-Rallye umfasst. Das Unternehmen erwartet wertvolle Erkenntnisse aus der Teilnahme. Neben praktischen Lerneffekten diene die Rennserie dazu, das Auto weiterzuentwickeln und technologische Fortschritte in Serienmodelle zu übertragen. Durch die extreme Belastung unter Wettbewerbsbedingungen könnten neue technische Lösungen erprobt werden. JLR erhofft sich, daraus ein technologisches Ökosystem zu schaffen, das sowohl der Rennserie als auch den künftigen Serienautos zugutekommt – kennt man so vom Jaguar I-Pace Rennen.

Quelle: Autocar – Land Rover Defender to get EV in next generation

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Ähnliche Artikel

CO₂-Vorgaben: BMW liefert, der Rest hinkt hinterher

CO₂-Vorgaben: BMW liefert, der Rest hinkt hinterher

Sebastian Henßler  —  

BMW erfüllt als einziger deutscher Hersteller die EU-Klimaziele. Mercedes und Volkswagen liegen teils deutlich über den Grenzwerten, trotz gelockerter Fristen.

Rabattaktion: Dacia verbilligt den Spring auf 11.900 Euro

Rabattaktion: Dacia verbilligt den Spring auf 11.900 Euro

Michael Neißendorfer  —  

Noch billiger gibt es bis auf zwei, drei Ausnahmen auch keine Verbrenner mehr: Dacia bietet sein E-Auto Spring 5000 Euro günstiger als regulär an.

Stellantis-Patent soll Batteriebrände frühzeitig stoppen

Stellantis-Patent soll Batteriebrände frühzeitig stoppen

Sebastian Henßler  —  

Stellantis-Patent zielt auf kritische Batteriesituationen: Eine Schaummischung im Batteriepack soll Hitze binden und thermisches Durchgehen früh eindämmen.

Hongqi testet Feststoffbatterie im Tiangong 06

Hongqi testet Feststoffbatterie im Tiangong 06

Sebastian Henßler  —  

Hongqi integriert erstmals eine Feststoffbatterie in ein reales E-Auto. Der Prototyp Tiangong 06 markiert den Schritt hin zu Tests im Gesamtfahrzeug.

Ford zögert mit neuer Elektroplattform für Europa

Ford zögert mit neuer Elektroplattform für Europa

Sebastian Henßler  —  

Ford hält die neue UEV Elektroplattform für Europa zurück. Nicht die Technik bremst, sondern Investitionen, Risiken und Erfahrungen aus früheren Allianzen.

Nio plant für 2026 mindestens 1000 neue Wechselstationen

Nio plant für 2026 mindestens 1000 neue Wechselstationen

Laura Horst  —  

Nio will dieses Jahr 1000 neue Batteriewechselstationen errichten und dabei die fünfte Generation seiner Stationen mit 20 Prozent höherer Kapazität einführen.