Jaguar-Chef verteidigt polarisierendes neues Design

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Mit dem Elektroauto-Konzept Grand Tourer Type 00 hat der Autohersteller Jaguar im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt – und für Kontroversen. Der radikale Stilbruch, mit dem die britische Traditionsmarke ihr neues Zeitalter der Elektromobilität einläutet, polarisiert. Teils zog Jaguar im Netz viel Spott auf sich, vor allem von eher konservativ Gesinnten, die in Jaguars neuer Designsprache eine „Ausgeburt der Wokeness“ erkannten. In einem Interview mit ABC News verteidigt Jaguar-Chef Rawdon Glover nun die bewusst provokante Designsprache. Er sagt: „Es ist in Ordnung, polarisierend zu sein. Großartiges Design polarisiert – egal ob in der Mode, der Architektur oder im Automobildesign.“

Der Type 00 wurde im Dezember auf der Art Basel in Miami vorgestellt und unterscheidet sich deutlich von früheren Jaguar-Modellen. Für Glover ist gerade das der Punkt: „Wir wollten, dass Jaguar wieder für mutiges Design steht. Der Type 00 ist kein Auto, das versucht, allen zu gefallen.“ Er verweist auf die traditionelle Herangehensweise des Gründers Sir William Lyons: „Jaguar sollte nichts kopieren.“

Weniger Mut „wäre nicht Jaguar“

Während klassische Jaguar-Fans, die vielleicht eher nicht zu den künftigen Kunden zählen dürften, in den sozialen Medien teilweise irritiert reagierten, zeigt sich Glover gelassen. Erst im realen Erleben, bei Events in Monaco, Tokio oder London, entfalte das Fahrzeug seine Wirkung. Die Proportionen, die Spannung, die Eleganz – all das sei auf Fotos kaum zu vermitteln. „Wer ihn live sieht, versteht, warum er so aussieht“, sagt der Geschäftsführer.

Glover sieht das Design nicht als Bruch, sondern als Rückbesinnung auf den Mut, der Jaguar einst auszeichnete. Schon in den 1960er Jahren habe der legendäre E-Type für Aufsehen gesorgt – damals wie ein Auto „vom Mars“. Heute soll der Type 00 diese Rolle in der elektrischen Zukunft übernehmen. Jaguar will mit der neuen Designsprache und einem klaren Premiumfokus an alte Erfolge anknüpfen.

Der viertürige, vollelektrische GT wird das erste Serienmodell der neuen Ära – „der leistungsstärkste Jaguar aller Zeiten“, verspricht Glover. Damit verabschiedet sich die Marke endgültig von ihrem bisherigen Auftritt im Volumen-Premium-Segment. Glover bleibt überzeugt: Nur wer wagt, der polarisiert – und bleibt im Gedächtnis. „Wir hätten es uns leicht machen können“, sagt er. „Aber das wäre nicht Jaguar“, stellt er fest.

Quelle: ABC News – Polarizing or perfection? Jaguar chief defends controversial designs

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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