Verpufft die E-Auto-Prämie? Rabatte sinken, Händler unzufrieden

Verpufft die E-Auto-Prämie? Rabatte sinken, Händler unzufrieden
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Die neue staatliche E-Auto-Förderung sollte den Absatz von Elektroautos in Deutschland ankurbeln. Doch immer mehr deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Prämie nicht vollständig bei den Kunden ankommt. Stattdessen sinken die Rabatte der Hersteller, wodurch die tatsächlichen Kaufpreise wieder steigen. Das Ergebnis: Die Förderung verliert laut Tagesschau-Bericht einen Teil ihrer Wirkung – und selbst der Handel zeigt sich vielerorts enttäuscht.

Eine aktuelle Analyse des Center Automotive Research (CAR) zeigt demnach, dass die durchschnittlichen Herstellerrabatte für Elektroautos seit Jahresbeginn zurückgehen. Während Käufer im Januar bei den 20 wichtigsten E-Modellen noch durchschnittlich 19,5 Prozent Nachlass erhielten, waren es im Mai nur noch 18,6 Prozent, wobei es je nach Hersteller und Händler eine große Streubreite gibt. Bei Verbrennern blieb das Rabattniveau mit 18,4 Prozent nahezu unverändert. Gleichzeitig vergrößerte sich der Preisabstand zwischen Elektroautos und Verbrennern auf durchschnittlich 1971 Euro. Seit Dezember ist die Differenz damit um 643 Euro gestiegen. CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer spricht deshalb von einem paradoxen Effekt: Die staatliche Förderung wirke faktisch wie eine Preiserhöhung.

Besonders bei Volumenherstellern seien die Nachlässe zuletzt gesunken. Genannt werden unter anderem BYD, Cupra, Hyundai, Opel und Kia. Auch Tesla stellte seine zuvor gewährte zusätzliche Förderung für das Model Y ein. Die Hersteller testen offenbar aus, wie viel staatliche Unterstützung sie über geringere Rabatte selbst abschöpfen können.

Händler sehen keinen Boom

Diese Entwicklung passt zu Beobachtungen aus dem Handel. Laut eines Berichts der Automobilwoche bleiben viele Händler trotz der staatlichen Förderung hinter ihren Erwartungen zurück. Zwar gibt es mehr Anfragen und Interessenten, ein echter Nachfrageboom sei bislang jedoch ausgeblieben. Viele potenzielle Käufer scheinen abzuwarten oder stellen fest, dass die Förderung durch gestiegene Fahrzeugpreise und niedrigere Rabatte teilweise wieder aufgezehrt wird.

Dabei wirken die aktuellen Schlagzeilen auf den ersten Blick widersprüchlich. Denn die Neuzulassungen von Elektroautos entwickeln sich 2026 bislang ausgesprochen positiv. Nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts legten batterieelektrische Fahrzeuge in den vergangenen Monaten deutlich zu und erreichten Marktanteile von zuletzt gut 25 Prozent. Auch andere Indikatoren zeigen eine steigende Akzeptanz. So verzeichnete das „E-Barometer“ der HUK Coburg im ersten Quartal die höchste jemals gemessene Umstiegsquote von Verbrennern auf Elektroautos. 7,5 Prozent aller Fahrzeugwechsler entschieden sich für ein reines E-Auto, im März lag der Wert sogar bei 8,9 Prozent.

Die Frage lautet daher: Wenn Elektroautos ohnehin stark wachsen, warum wird die Förderung im Handel nicht als Erfolg wahrgenommen? Ein möglicher Grund liegt in der Struktur des Marktes. Die steigenden Zulassungszahlen sind inzwischen weniger stark von Eigenzulassungen und taktischen Maßnahmen der Hersteller geprägt als in der Vergangenheit. Gerade bei Elektroautos lag der Anteil der Eigenzulassungen zuletzt sogar unter dem Niveau vieler Verbrennermodelle. Das spricht dafür, dass die aktuelle Nachfrage zunehmend von echten Käufern getragen wird. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass zusätzliche staatliche Impulse schwieriger sichtbar werden. Wer ohnehin ein Elektroauto kaufen wollte, profitiert zwar von der Förderung. Neue Käufergruppen werden dadurch jedoch offenbar nur begrenzt erschlossen.

E-Mobilität setzt sich auch ohne Förderung durch

Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem klassischer Kaufprämien: Sie wirken nur dann vollständig beim Kunden, wenn Hersteller und Händler ihre Preise nicht entsprechend anpassen. Genau das scheint derzeit jedoch vielerorts zu passieren. Sinkende Rabatte führen dazu, dass ein Teil der staatlichen Milliardenhilfen nicht die Kaufentscheidung erleichtert, sondern in höheren Margen oder geringeren Preisnachlässen verschwindet.

Damit entsteht eine bemerkenswerte Situation: Die Elektromobilität wächst in Deutschland derzeit auch ohne einen klar erkennbaren Fördereffekt kräftig weiter. Oder anders gesprochen: Der Hochlauf der E-Mobilität ist nicht auf Förderprogramme angewiesen. Die Zulassungszahlen steigen, die Wechselbereitschaft nimmt zu und immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Elektroauto. Die neue Kaufprämie hingegen droht (wieder einmal) an ihrer eigenen Konstruktion zu scheitern.

Quelle: Automobilwoche – E-Auto-Prämie zündet nicht: Händler kritisieren Programm als wirkungslos; Tagesschau – Hersteller geben weniger Rabatt für Elektroautos

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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