Deshalb ist der Wertverlust bei E-Autos so hoch

Deshalb ist der Wertverlust bei E-Autos so hoch
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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Fährt man einen Neuwagen vom Hof des Händlers, sind schnell mal mehrere Tausend Euro an Fahrzeugwert verloren – diese Erkenntnis ist bei Weitem nicht neu. Doch bei Elektroautos ist der Wertverlust oft besonders hoch. Dies liegt nicht daran, dass Elektroautos besonders schnell altern würden, denn insbesondere die modernen Fahrzeugbatterien sind inzwischen für mehrere Hunderttausend Kilometer ausgelegt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) macht in einer nachvollziehbaren Analyse einen anderen Grund dafür aus – und zieht Parallelen zum Wertverlust von Smartphones.

Denn entscheidend ist weniger die tatsächliche Abnutzung als vielmehr der rasante technologische Fortschritt. Neue Modelle kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt, bieten höhere Reichweiten, schnellere Ladeleistungen und modernere Software. Ältere Fahrzeuge wirken dadurch innerhalb weniger Jahre technisch überholt – ähnlich wie Smartphones, die trotz funktionierender Hardware schnell an Attraktivität verlieren, weil beim Nachfolger beispielsweise die Kamera deutlich besser ist. Verbrenner hingegen sind technisch weitestgehend ausentwickelt, da „droht“ nicht mehr allzu viel an bahnbrechenden Neuerungen.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem des Marktes: Angebot und Nachfrage entwickeln sich auseinander. Viele Elektroautos kommen nach kurzer Zeit – etwa aus Leasingrückläufen – auf den Gebrauchtwagenmarkt, treffen dort aber auf eine vergleichsweise geringe Nachfrage. Die Folge sind sinkende Preise, um überhaupt Käufer zu finden. Wer sich auf gebrauchte E-Autos einlässt, der kann jedoch dadurch bereits heute sehr gute Schnäppchen machen.

Rabattschlachten sorgen für Restwert-Absturz

Die Zurückhaltung hat mehrere Ursachen. Potenzielle Käufer sorgen sich weiterhin um „Klassiker“-Themen wie Batteriezustand, Reichweite im Alltag oder die Ladeinfrastruktur. Auch wenn die allermeisten dieser Bedenken inzwischen längst entkräftet sind, wirken sie sich dennoch auf die Zahlungsbereitschaft aus. Verstärkt wird dieser Effekt durch externe Faktoren: Sinkende Neuwagenpreise – etwa durch Rabatte oder Förderungen – drücken zusätzlich auf die Restwerte gebrauchter Fahrzeuge. Wenn ein neues Elektroauto plötzlich deutlich günstiger zu haben ist, verliert das gebrauchte Modell automatisch an Attraktivität und somit an Restwert. So wurden Teslas in Flotten von Mietwagenfirmen äußerst unattraktiv, nachdem der US-amerikanische Automobilhersteller massiv seine Preise gesenkt hatte.

Der hohe Wertverlust von Elektroautos ist also weniger ein technisches als vielmehr ein marktgetriebenes Phänomen. Schnelle Innovationszyklen, Unsicherheiten auf Käuferseite und ein noch unausgeglichener Gebrauchtwagenmarkt sorgen dafür, dass Stromer aktuell besonders stark an Wert verlieren. Wir sollten aber damit aufhören, dies als Gegenargument zu betrachten und stattdessen die sich daraus ergebenden Chancen nutzen, denn selten war der Einstieg in die Elektromobilität über den Gebrauchtwagenmarkt so günstig wie heute.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung – Warum verlieren gebrauchte Elektroautos so stark an Wert?

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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