Dudenhöffer: Spritpreise treiben Wechsel zum E-Auto

Dudenhöffer: Spritpreise treiben Wechsel zum E-Auto
Copyright:

g215 / Shutterstock / 328551347

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Wer in den vergangenen Wochen ein Elektroauto kaufen wollte, hat womöglich festgestellt, dass Händler weniger bereit sind, am Preis zu drehen. Der Grund dafür ist keine Laune des Marktes, sondern ein messbares Signal: Die Nachfrage zieht an. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer hat in seiner aktuellen Rabattstudie leicht rückläufige Nachlässe auf batterieelektrische Fahrzeuge dokumentiert – während die Rabatte bei Verbrennern minimal gestiegen sind.

Dudenhöffer führt die Entwicklung auf zwei Faktoren zurück: die staatliche Förderung des Bundes und die zuletzt gestiegenen Spritpreise. „Die hohen Spritpreise lassen Autokäufer über das Elektroauto nachdenken und die Autobauer spüren das, sonst hätte man die Rabatte nicht leicht zurückgefahren“, schreibt er in seiner Studie. Wenn Hersteller und Handel weniger Nachlass geben müssen, um Käufer:innen zu überzeugen, ist das in der Regel ein Zeichen dafür, dass das Interesse auch ohne zusätzliche Anreize wächst.

Verbraucher zögern beim Verbrenner

Auf der anderen Seite des Marktes zeichnet sich ein gegensätzliches Bild ab. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor geht Dudenhöffer von einer rückläufigen Nachfrage aus. Als Ursache nennt er unter anderem die allgemeine Verunsicherung der Verbraucher:innen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage. „Die Kunden warten ab oder wechseln zum Stromauto“, fasst er die Stimmungslage zusammen. Das Zögern beim Verbrenner und das wachsende Interesse am E-Auto verstärken sich demnach gegenseitig.

Das schlägt sich auch in den Zulassungszahlen nieder. Im März verzeichneten Elektroautos ein massives Plus und erreichten einen Marktanteil von 24 Prozent. Dudenhöffer hält einen weiteren Anstieg für realistisch: „Nach unserer Einschätzung gewinnt das Elektroauto in den nächsten Monaten Marktanteile.“ Ein Jahresendwert von 25 Prozent sei aus seiner Sicht keine unrealistische Marke.

Die neue Bundesförderung dürfte diesen Trend zusätzlich stützen. Zusammen mit den gestiegenen Kraftstoffkosten entsteht ein Umfeld, in dem der Kauf eines E-Autos für viele Haushalte rechnerisch attraktiver wird – unabhängig davon, ob Hersteller zusätzliche Rabattanreize setzen oder nicht. Dass Letztere die Nachlässe trotzdem leicht zurückgefahren haben, deutet darauf hin, dass sie die veränderte Marktsituation bereits eingepreist haben.

Quelle: Springer Professional – Autohersteller fahren BEV-Rabatte zurück

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Neue E-Auto-Prämie kann ab Mai rückwirkend beantragt werden

Neue E-Auto-Prämie kann ab Mai rückwirkend beantragt werden

Tobias Stahl  —  

Im Mai soll die Förderplattform für die neue E-Auto-Kaufprämie online gehen. Die neue Prämie gilt wie angekündigt rückwirkend ab Jahresanfang.

Großbritannien: 436 Mio. Euro Förderung für JLR-Batterien

Großbritannien: 436 Mio. Euro Förderung für JLR-Batterien

Sebastian Henßler  —  

4200 Jobs, 300 Ausbildungsplätze, 40 Gigawattstunden: Die Agratas-Gigafactory in Somerset nimmt mit 436 Millionen Euro Staatsförderung konkrete Formen an.

T&E: Forderungen der Autoindustrie könnten EU 74 Milliarden Euro zusätzlich kosten

T&E: Forderungen der Autoindustrie könnten EU 74 Milliarden Euro zusätzlich kosten

Michael Neißendorfer  —  

Der ACEA und die deutsche Regierung setzen sich für weitere Lockerungen zugunsten von Verbrennern ein. Das könnte die EU-Bürger teuer zu stehen kommen.

Wer für ein Tempolimit ist – und wer dagegen

Wer für ein Tempolimit ist – und wer dagegen

Daniel Krenzer  —  

62 Prozent der Frauen halten ein Tempolimit fürs Energiesparen für sinnvoll, die meisten Männer sehen das hingegen ganz anders.

The Mobility House will E-Autofahrer gratis laden lassen

The Mobility House will E-Autofahrer gratis laden lassen

Tobias Stahl  —  

Der Ladelösungsanbieter Mobility House will bestimmte Privatkunden ab diesem Jahr gratis laden lassen – dank V2G-Technologie. Was hinter dem Vorhaben steckt.

Bundesregierung fordert massiv Lockerungen für Verbrenner

Bundesregierung fordert massiv Lockerungen für Verbrenner

Daniel Krenzer  —  

Die Bundesregierung fordert noch mehr Lockerungen vom „Verbrenner-Aus“: Mehr Flexibilität bei CO₂-Zielen, Förderung von E-Fuels und Plug-in-Hybriden.