BYD-Chef warnt vor „brutaler K.o.-Phase“

BYD-Chef warnt vor „brutaler K.o.-Phase“
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BYD

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Chinas größter Hersteller von Elektroautos und Plug-in-Hybriden hat für das Geschäftsjahr 2025 erstmals seit vier Jahren einen rückläufigen Jahresgewinn ausgewiesen. Der Nettogewinn von BYD sank im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro. Damit fiel das Ergebnis deutlich schwächer aus als von Analyst:innen erwartet, die im Schnitt mit einem Rückgang von zwölf Prozent gerechnet hatten. Auch der Umsatz blieb hinter den Erwartungen zurück: Mit rund 97,3 Milliarden Euro wuchs er lediglich um 3,5 Prozent – das schwächste Plus seit sechs Jahren.

Als Hauptursache für den Gewinneinbruch gilt der anhaltende Preiskampf auf dem chinesischen Markt. Die Bruttomarge des Konzerns schrumpfte von 19,4 auf 17,7 Prozent. BYD selbst sprach in der Börsenmitteilung von einem Umfeld, in dem „anhaltende Preiskämpfe und ein hochkompetitives Marktumfeld die Gewinnmargen der Automobilhersteller unter Druck setzen“. Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung im vierten Quartal: Allein in den drei Monaten bis Dezember brach der Gewinn im Jahresvergleich um 38,2 Prozent ein.

Konzernchef Wang Chuanfu ordnete die Lage ungewöhnlich deutlich ein. „Wir sind uns bewusst, dass der Wettbewerb in dem Segment seinen Höhepunkt erreicht hat und sich in einer brutalen K.o.-Phase befindet“, sagte er. Viele Automobilhersteller seien gezwungen, Margen zu opfern, um Marktanteile zu halten oder auszubauen. Zusätzlich belastete das Auslaufen von Steuerbefreiungen für New-Energy-Vehicles den Absatz auf dem Heimatmarkt. BYD stellt ausschließlich vollelektrische Autos und Plug-in-Hybride her und war davon besonders betroffen.

Im Gesamtjahr 2025 verkaufte der Konzern rund 4,6 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von knapp acht Prozent. Das reichte zwar, um das eigene – zuvor nach unten korrigierte – Absatzziel zu erfüllen. Im Januar und Februar 2026 fiel BYD auf dem weltgrößten Automarkt allerdings auf den vierten Platz zurück. Die Spitzenposition hält derzeit Volkswagen, gefolgt von der chinesischen Volvo-Mutter Geely und Toyota.

BYD sieht Auslandsgeschäft als neuer Wachstumstreiber

Ein Lichtblick im Zahlenwerk ist das internationale Geschäft. Erstmals überstiegen die jährlichen Exporte von New-Energy-Vehicles die Marke von einer Million Einheiten. Mit 1,05 Millionen ausgeführten Fahrzeugen verzeichnete BYD hier einen Anstieg um den Faktor 1,4 gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 hat sich der Konzern das Ziel gesetzt, 1,3 Millionen Autos in Überseemärkten zu verkaufen – ein weiteres Plus von rund 24 Prozent.

Parallel dazu investiert BYD weiterhin stark in Forschung und Entwicklung. Die Ausgaben stiegen 2025 um 17 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro. Erst Anfang dieses Jahres stellte der Konzern die zweite Generation seiner Blade-Batterie sowie eine Schnellladetechnologie vor, die Fahrzeuge in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent laden soll. Bis Ende 2026 plant BYD den Aufbau von 20.000 Flash-Charging-Stationen in China, um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Modelle gegenüber Verbrennern weiter zu stärken.

Quelle: Reuters – E-Auto-Riese BYD mit Gewinnrückgang / CNEVPost – BYD’s 2025 net profit drops 19% as domestic price war bites

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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