BYD hat eine neue Blade-Batterie vorgestellt, die sich durch eine schnellere Ladegeschwindigkeit auszeichnet. In einer dreistündigen Live-Übertragung stellte BYD mehr als zehn Modelle vor, die es künftig mit den neuen Blade-Batterien ausstatten will. Die Preise liegen umgerechnet zwischen 19.400 Euro für das Modell Song Ultra und über 160.000 Euro für das Flaggschiff Yangwang U8L.
Dabei handelt es sich um die erste größere Verbesserung in der Batterieentwicklung des Unternehmens seit sechs Jahren. Die Blade-Batterie der zweiten Generation mit höherer Energiedichte könne selbst bei minus 20 Grad Celsius in weniger als 12 Minuten von 20 auf 97 Prozent aufgeladen werden, so BYD. Außerdem hat die Batterie Sicherheitstests bestanden, die über die neuesten nationalen Standards Chinas hinausgehen. Sie biete eine Reichweite von 777 Kilometern, so der BYD-Vorstandsvorsitzende Wang Chuanfu. Die Reichweiten der Premium-Modelle Denza Z9GT und Yangwang U7 können so deutlich erhöht werden.
Die Blade-Batterie ist ein spezieller Batterietyp für Elektroautos, der vom chinesischen Hersteller BYD entwickelt wurde. Der Name kommt von der Form der einzelnen Batteriezellen, denn sie sind lang, schmal und flach – ähnlich wie eine Klinge („blade“). Bei der Blade-Batterie werden viele dieser langen Zellen direkt nebeneinander in das Batteriegehäuse eingebaut. Dadurch kann der verfügbare Platz im Akku besser genutzt werden als bei vielen herkömmlichen Batteriepacks.
Einbruch der BYD-Inlandsverkäufe
Die neue Batterietechnologie solle Reuters zufolge dazu führen, dass der chinesische Hersteller für Elektroautos nach einem starken Einbruch der Verkaufszahlen wieder an Dynamik auf dem hart umkämpften heimischen Markt gewinnt. Die neuen Batterien sollen also den Absatz in China ankurbeln, nachdem das Unternehmen dort seine Spitzenposition an VW und Geely verloren hat.
Analysen zufolge werde die Fahrzeugpalette jedoch nicht ausreichen, um die rückläufigen Verkaufszahlen anzukurbeln, da chinesische Verbraucher:innen zunehmend nach günstigeren Optionen suchen. Eugene Hsiao, Analyst bei Macquarie, erwarte keine schnelle Erholung der Marktanteile.
Bereits Anfang 2025 versuchte BYD mit neuen Innovationen zu punkten, jedoch konnte der Umsatzrückgang in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 dadurch nicht verhindert werden. Zu den neuen Innovationen von BYD gehörten fortschrittliche Assistenzfunktionen für günstige Elektroautos. Zudem warb BYD mit einem Fünf-Minuten-Schnellladesystem und brachte im April zwei neue Modelle auf den Markt, deren großer Erfolg jedoch ausblieb.
Im Januar und Februar dieses Jahres gingen die Verkaufszahlen weiter zurück und BYD wurde vom lokalen Konkurrenten Geely überholt. Auch Volkswagen konnte im Januar seine Spitzenposition bei den Verkaufszahlen in China zurückerobern.
BYD strebt in Zukunft den Ausbau seines „Flash Charging”-Netzwerks an. Das Schnellladenetz soll bis Ende des Jahres auf 20.000 Stationen erweitert werden, darunter 2000 an Autobahnen. Derzeit verfügt das Unternehmen über mehr als 4000 Stationen. BYD hat sich parallel dazu auch der jüngsten, wirtschaftspolitischen Initiative Chinas angeschlossen, die Anzahl der Ladesäulen innerhalb von drei Jahren zu verdoppeln.
Politik reguliert chinesischen Preiswettbewerb
Auf dem chinesischen Markt für Elektroautos herrscht seit einiger Zeit ein erbittert geführter Wettbewerb um Billigpreise, den die chinesische Politik inzwischen zu regulieren versucht. Sie plädiere, so Reuters, für eine Umstellung auf einen werteorientierten Automarkt und wolle Unternehmen davon abhalten, sich in Preiskämpfen zu verzetteln. Stattdessen soll sich der Fokus auf unverwechselbare Produkte von besserer Qualität verschieben. Auch BYD hat sich mit mit Rabattaktionen und Niedrigzins-Finanzierungsplänen seiner Elektroautos in diesem Wettbewerbsumfeld positioniert.
Reuters – BYD unveils faster-charging Blade Battery to revive China sales








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