Während die deutsche Automobilindustrie vielerorts Stellen streicht und Produktionskapazitäten überprüft, setzt der deutsche Hersteller BMW am Standort Leipzig ein deutlich anderes Signal. Der Hersteller hat einen dreistelligen Millionenbetrag investiert und das Werk technisch auf kommende Elektroautos vorbereitet, berichten MDR und Leipziger Volkszeitung. Nach mehr als fünf Wochen Umbaupause läuft die Produktion inzwischen wieder.
Im Mittelpunkt der Arbeiten stand die Vorbereitung auf Fahrzeuge, die Technologien der sogenannten Neuen Klasse nutzen. Dafür musste BMW unter anderem die Fördertechnik erneuern und das Transportsystem in der Montage anpassen. Hintergrund sind auch die großen Batterien im Fahrzeugboden künftiger Elektroautos, die andere Anforderungen an die Produktion stellen. Teilweise wurden dafür Gebäude erweitert, heißt es in den Berichten. Rund 2000 externe Beschäftigte waren während des Umbaus zusätzlich auf dem Gelände tätig.
Genaue Modelle noch offen
Welche Modelle künftig konkret in Sachsen vom Band laufen werden, verrät BMW bislang nicht. Sicher ist aber: Leipzig ist technisch nun darauf vorbereitet, weitere vollelektrische Modelle in die bestehende Produktion zu integrieren. Derzeit ist der Mini Countryman Electric das einzige reine Elektroauto aus dem Werk. Daneben entstehen dort der BMW 1er, das 2er Gran Coupé und der 2er Active Tourer – allesamt Verbrenner.
Insgesamt will BMW in den kommenden Jahren 40 neue Modelle auf den Markt bringen. Diese sollen freilich nicht alle in Leipzig gebaut werden. Vielmehr will der Konzern bis Ende 2027 Technologien der Neuen Klasse auf insgesamt 40 neue und überarbeitete Modelle ausrollen. Der Leipziger Standort ist nun grundsätzlich in der Lage, Fahrzeuge dieser neuen Generation zu fertigen.
Damit erhöht sich die Chance, dass Leipzig bei der kommenden BMW-Modelloffensive eine wichtige Rolle spielt. Gerade in einer Phase, in der andere deutsche Standorte der Automobilindustrie mit sinkender Auslastung kämpfen, ist die Investition ein positives Signal für das Werk und seine Beschäftigten. BMW will zwar konzernweit bis 2027 rund 8000 Stellen abbauen, hat in Leipzig aber gleichzeitig erheblich in die zukünftige Produktion investiert.
Leipzig hat lange Elektroauto-Tradition
Für den Standort wäre die Fertigung weiterer Elektroautos zugleich eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Bereits 2013 startete dort die Produktion des Elektroauto-Klassikers BMW i3, von dem bis zum Produktionsende 2022 gut 250.000 Exemplare gebaut wurden. Auch der Plug-in-Hybrid-Sportwagen i8 entstand seinerzeit in Sachsen. Inzwischen verfügt Leipzig zudem über umfangreiche Kompetenz bei Hochvoltbatterien. Für den Mini Countryman Electric bildet das Werk den kompletten Prozess der Batteriefertigung der fünften Generation ab und produziert darüber hinaus Batterien für Elektroautos anderer BMW-Standorte.
Die Ausgangslage ist dabei vergleichsweise robust. 2024 erreichte Leipzig mit mehr als 246.000 gebauten Fahrzeugen einen Produktionsrekord. Ende 2025 beschäftigte BMW dort mehr als 6600 Menschen, täglich können bis zu 1300 Fahrzeuge vom Band laufen. Insgesamt hat der Konzern bereits mehr als 5,6 Milliarden Euro in das Werk investiert. Die neuen Investitionen zeigen somit, dass BMW auch langfristig mit dem Produktionsstandort Leipzig rechnet, wobei die Elektromobilität für dessen Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen dürfte.
Quelle: MDR – Trotz Automobil-Krise: BMW investiert Millionen in Standort Leipzig; Leipziger Volkszeitung – Terrakottaarmee aus Robotern – BMW Leipzig ist startklar für Bau neuer E-Autos









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